zurück zur Übersicht

Nachricht vom 05.06.2020 Sport

Der TuS Hirschau ein Verein mit bewegter Geschichte und zahlreichen Erfolgen

Hirschau (Bericht von Gerhard Fleischmann)  Eine bewegte Geschichte hat der TuS Hirschau, der heuer 150 Jahre alt wird hinter sich. Gro├če Erfolge wurden gefeiert, Mannschaften stiegen bis in die Bundesliga auf Einzelsportler feierten Siege deutschlandweit oder international. Hauptzweck des Vereins war aber immer der Breitensport als Angebot f├╝r alle Hirschauer vom Kleinkind bis zur Seniorin oder dem Senior. Als einzige Abteilung der insgesamt 14, die im Lauf der Jahre kamen und gingen, waren die Turner immer dabei, sie sind die Gr├╝ndungsabteilung. Schwimmen, Kegeln und Volleyball sind die weiteren Sportarten, die der TuS Hirschau aktuell anbietet.

Offiziell beschlossen einen Turnverein zu gr├╝nden wurde am 17.September 1894 im Gasthaus Dorfner. Hirschau z├Ąhlte damals etwa 1700 Einwohner. Dem ersten Turnerrat stand provisorisch Wilhelm Franz M├Ąnner vor. Der Beschluss das Gr├╝ndungsjahr auf das Jahr 1870 neu zu datieren wurde erst 1955 gefasst. In alten Chroniken der Stadt war entdeckt worden, dass die wohl erste Veranstaltung an der sich Turner aus Hirschau beteiligten das Anturnen war, das am 17. Mai 1870 in Amberg stattfand. Ausrichter war der dortige TV 1860, der bereits 1869 eine gr├Â├čere Turnfahrt nach Hirschau unternommen hatte und sp├Ąter zum Hirschauer Patenverein wurde. Die Stadtchronik von 1895 notiert zudem, dass 1867 Turnger├Ąte an die Feuerwehr ├╝bergeben wurden die aber im Lauf der Jahre zu Grunde gegangen seien. Es musste also auch schon vor 1870 Turnbegeisterte in Hirschau gegeben haben. Im Jahr 1896, dem Jahr der ersten Fahnenweihe, ├╝bernahm der Verein gebrauchte Ger├Ąte aus Amberg. Zur Jahrhundertwende stand das Turnen in voller Bl├╝te, wenn auch den Verein finanzielle Sorgen plagten. Im Winter durfte der Schlossaal genutzt werden, im Sommer turnte man auf einem st├Ądtischen Grundst├╝ck beim Maler Schmid Haus.

Der erste Weltkrieg beendete den Aufschwung j├Ąh. Ab 1926 kam mit Unterst├╝tzung des Fabrikbesitzers Georg Schiffer erneut Aufschwung in den Verein, wenn auch wegen der Wirtschaftskrise nur ein begrenztes Angebot m├Âglich war. Als 2.Abteilung kamen 1933 die Fu├čballer dazu, die bis zur Fusion mit der Wei├čen Erde und der Gr├╝ndung des TuS/WE 1995 ein Kernst├╝ck im Verein darstellten. 1933 erfolgte die Eingliederung des Vereins in den Deutschen Reichsbund f├╝r Leibes├╝bungen. Auf Veranlassung der NSDAP musste Vorstand Johann Mayer am 23.Juni 1933 zur├╝ck treten. Am 25 M├Ąrz 1939 find sich die letzte Eintragung im Protokollbuch. Der 2.Weltkrieg bringt den Vereinsbetrieb zum Erliegen.

Im September 1945 erlaubte die amerikanische Milit├Ąrregierung den Spielbetrieb der Fu├čballer. 1.Juni 1946 erfolgte im L├Âwenbr├Ąusaal, an dessen Platz heute das Josefshaus steht, die Wiedergr├╝ndung des TuS, Versitzender wurde Edi Schwinger, der 25 Jahre an der Spitze stand. Die Vereinsspitze war gepr├Ągt von langj├Ąhrig agierenden Vorst├Ąnden. Auf Paul Winter der 1971 ein Jahr f├╝hrte, folgte 1972 bis 1989 Erwin Streber. Nach zwei Jahren ├ťbergang ├╝bergab Walter Dolles 1991 an Gerhard Fleischmann. Seit 2016 fungieren Walter Fleischmann, Manfred Groher, Dieter Held und Klaus Wild als Leitungsteam.

Auch in Sachen Sportst├Ątten entwickelte sich der TuS stets weiter. Die Fu├čballer fanden auf Kirchengrund neben dem Josefhaus ihre Heimat, daneben stand eine Baracke , die Turner und Boxer, die 1950 zum TuS kamen nutzten. 1946 hatte sich zudem eine Feldhandballabteilung gegr├╝ndet. Tischtennis kam 1950 f├╝r einige Jahre dazu. Es folgten mit Kegeln 1954, Schach 1955, Ski 1956, Schwimmen 1959, Leichtathletik 1960 weitere neue Sparten.

1960 markierte mit Einweihung des Gebr├╝der-Dorfner Stadions einen Meilenstein im Vereinsleben. Fu├čball, Kegeln, Leichtathletik fanden mit Unterst├╝tzung des Fabrikanten Hermann Dorfner und viel Eigeninitiative erstklassige Sportst├Ątten vor. Im Jahr davor hatten die Schwimmer im Bad am Monte Kaolino ihr zu Hause gefunden. Mit der M├Âglichkeit die Gymnastikhalle und ab 1963 die Schulturnhalle mit nutzen zu k├Ânnen endete die Daseinsberechtigung der Baracke. Die Turnhalle war die erste im Landkreis. Den Sportplatz beim Josefshaus ├╝bernahm die SpVgg Wei├če Erde.

Mit Tennis und Volleyball 1974, Reiten 1980 und Inline 2003 schlossen sich weitere Sportarten dem Verein an. Die meisten schieden inzwischen wieder aus, wurden eigenst├Ąndig oder l├Âsten sich auf. Der TuS Hirschau war immer offen f├╝r Neues und stellte sich auch W├╝nschen der Abteilungen eigenst├Ąndig zu werden nicht in den Weg.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der TuS mit 9 Abteilungen und ├╝ber 1500 Mitgliedern zum Gro├čverein. Mit Bau des Sportparks Richtung Monte Kaolino fusionierten die beiden Hirschauer Fu├čballvereine zu TuS/WE, weitere Abteilungen traten aus. 2020 z├Ąhlt der TuS Hirschau 720 Mitgliedern in den Sparten Turnen, Volleyball, Kegeln und Schwimmen.

Der Sportpark, die derzeitige Heimat des TuS Hirschau entstand in den Jahren 1997 -1999 mit gro├čz├╝giger Unterst├╝tzung der Stadt Hirschau, der Firma AKW, zahlreicher Sponsoren und 37000 Stunden Eigenleistung der drei Beteiligten Vereine. Der Sportpark ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Sch├╝tzengesellschaft Diana und dem 1995 gegr├╝ndeten Fu├čballverein TuS/WE . Sechs moderne Kegelbahnen , eine Gymnastikhalle, Fu├čballfelder und auch die Schie├čanlage und eine Sauna entstanden. Die vereinseigene Gymnastikhalle entspannte die Nachfrage nach Hallenzeiten in der Schule sp├╝rbar, das offene Kursprogramm l├Ąuft seit Jahren hervorragend.

Auch die sportlichen Leistungen k├Ânnen sich sehen lassen. Die Nachwuchsarbeit trug reiche Fr├╝chte. Die Kegler von FAF und Rot-Wei├č stiegen auf bis in die 1.Bundesliga, die Volleyballer pr├Ągten lange Jahre die Regionalliga. Die Turner beeindruckten sowohl im Leistungsturnen als auch mit hervorragenden Demonstrationen ihres K├Ânnens bei Sportgalas. Die Schwimmer gl├Ąnzten mit Erfolgen im Kinder-und Jugendbereich aber auch bei den Masters-Wettbewerben. Die Orientierung zum Breitensport zeigt sich auch in den ├╝ber 100 Sportabzeichen die jedes Jahr unter der Regie des Sportabzeichenteams abgelegt werden. Auch das offene Kursangebot der Turnabteilung oder die Schwimmkurse f├╝r Kinder unterstreichen diese Orientierung. Aber auch die Erfolge und Angebote der Abteilungen wie Fu├čball, Ski, Tennis, Schach, Reiten, Inline oder Leichtathletik pr├Ągten das sportliche Leben Hirschaus und den TuS mit.

Im Kern ist der TuS Hirschau ein Breitensportverein. Schwimmkurse oder Turnangebote vom Mutter-Kind Turnen ├╝ber alle Altersgruppen bis zu den Senioren, geselliges Kegeln oder die Jugendarbeit im Volleyball bilden die Basis. Ziel ist nach dem Leitwort Turnvater Jahns beweglich zu werden, Spa├č zu haben und gesellig zu sein.

Und dann kam Corona! Damit ist die Feier des 150 j├Ąhrigen Vereinsbestehens vorbei bevor sie angefangen hat. Der BLSV-Pr├Ąsident hatte zugesagt, zwei Mal wurde verschoben und umgeplant, bis man erkennen musste, Corona ist st├Ąrker. Aber den TuS Hirschau, der schon zwei Weltkriege ├╝berstanden hat sollte auch ein Virus nicht umwerfen.

Infos zum TuS Hirschau im Internet: www.tus-hirschau.de

Diese Tafel erinnert im Eingangsbereich des Sportparks an die langj├Ąhrige Heimat des TuS nahe dem Moosweihers. - Foto von TuS HirschauFoto: TuS Hirschau
Diese Tafel erinnert im Eingangsbereich des Sportparks an die langj├Ąhrige Heimat des TuS nahe dem Moosweihers.

Veröffentlichung

Möchten Sie Ihre Nachrichten/Presseberichte hier veröffentlichen? Senden Sie einfach Ihre Artikel per E-Mail an uns und wir veröffentlichen Ihren Beitrag hier auf kaolinpott.de!

Hinweis

Für den Inhalt der Beiträge ist der jeweilige Autor verantwortlich.

Bilder / Fotos

Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau
Foto: TuS Hirschau