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Nachricht vom 06.05.2020 Vereine

80-tägige Weltrundreise um ein Jahr verschoben

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  â€žIn 80 Tagen um die Welt!“ Zu dieser Abenteuerreise wollte der Festspielverein im Juni auf der FreilichtbĂĽhne aufbrechen. Der Coronavirus durchkreuzte das Vorhaben. Es liegt seit 13. März auf Eis. Der Start wird auf Juli 2021 verschoben.



Beim Kulissenbau für das letztjährige Stückl-Festspiel „Die Erbschaft“ waren Evi Fritsch, Roland Fritsch und Ludwig Koller auf die „verrückte Idee“ – wie der Vorsitzende Hans Drexler den Einfall nannte - gekommen, 2020 den Erfolgsroman von Jule Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ als Bühnenstück zu präsentieren. Im Spätsommer 2019 begann man mit den Vorbereitungen. Dieter Held, bei „Der Erbschaft“ erfolgreicher Regiedebütant, erklärte sich zur Übernahme der Spielleitung bereit, erneut unterstützt von Saskia Krügelstein.



Im Spätherbst 2019 nahm das Kulissenteam Roland Fritsch, Erhard Ackermann und Ludwig Koller die Bühnenbauarbeiten in Angriff. Das Trio sägte, zimmerte, hämmerte und schraubte im Akkord, um die vielen neuen Bühnenelemente zu fertigen. Ca. 80 Prozent der Kulissen sind bereits fertig. Einem Großteil davon haben Lothar Fischer und Josef Galler den Grundanstrich verpasst. Für die künstlerische Gestaltung konnte man die professionelle Bühnenmalerin Miriam Dostal aus Hof und den jungen Amberger Sebastian Hüttner engagieren. Zum Zeitpunkt des vom Orga-Team beschlossenen Lockdown am 13. März hatten sie u.a. den Big Ben – bis auf das Ziffernblatt – fertig gestaltet. Man wollte aus Sorge um die Gesundheit der Schauspieler, Akteure und Helfer das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus durch gemeinsames Proben oder Arbeiten vermeiden. Roland Fritsch: „Wir sind davon überzeugt, dass es die richtige Entscheidung war, unsere Mitstreiter dadurch zu schützen. Die noch anstehenden Arbeiten und der finanzielle Aspekt für den Verein haben dabei keine Rolle gespielt.“ Nicht nur die Bühnenbauer und Kulissenmaler hatten bis dahin alle Hände voll zu tun gehabt. Das galt ebenso für das Frauenteam mit Evi Fritsch, Sabine Wopperer, Andrea Dobmeyer, Brigitte Gnan, Charlotte Fleischmann, Renate Lederer und Angelika Frank, das für die Vorbereitung und Herstellung der Requisiten zuständig ist. Mittels derer werden die Länder dargestellt, durch die die Reise der Hauptperson Phileas Fogg führt. Da ein Großteil der Handlung in asiatischen Ländern spielt und dafür bisher kein Kleiderfundus vorhanden ist, waren Ingrid Dobat und Elisabeth Ernstberger waren fleißig mit dem Abändern bzw. Schneidern von Kostümen beschäftigt.

Regisseur Dieter Held hatte nach dem Casting am 8. März die insgesamt 58 Rollen, davon 48 Sprechrollen, bereits besetzt. Die Hauptrollen übernahmen erfahrene Bühnenhasen: Christian Gnan, die des eigenwilligen Phileas Fogg, Holger Schwandner, die seines mit allen Wassern gewaschenen Dieners Passepartout, Roland Fritsch, die des übereifrigen Detektivs Fix und Meike Birner, die der bildhübschen indischen Prinzessin Aouda. Einen genauen Terminplan für die Wiederaufnahme der Proben hat Dieter Held noch nicht. Mit den Bühnenproben will er Mitte/Ende April 2021 beginnen. Die Premiere des Freilichtspiels soll am Freitag, 16. Juli 2021, um 20 Uhr stattfinden. Gegenüber der diesjährigen Planung wurde das Vorstellungsangebot um zwei Veranstaltungen erweitert. Weitere Aufführungstermine sind der 17. Juli (Samstag, 20 Uhr), 18. Juli (Sonntag, 15 Uhr), 21. Juli (Mittwoch, 20 Uhr), 23. Juli (Freitag, 20 Uhr), 24. Juli (Samstag, 20 Uhr), 25. Juli (Sonntag, 15 Uhr), Freitag (30. Juli, 20 Uhr) und Samstag (31. Juli, 20 Uhr). Die ca. 280 Eintrittskarten, die heuer im Vorverkauf erstanden wurden, behalten ihre Gültigkeit. Falls die Nachholtermine den Kartenkäufern nicht passen sollten, könne diese bis zum 31. Mai 2020 zurückgegeben werden. Die ursprünglich für 2021 Stückl-Festspiele mit der Komödie „Die Pfingstorgel“ werden um ein Jahr auf den Sommer 2022 verschoben.

Bei den Bauarbeiten lag man zum Zeitpunkt des Lockdown noch im Plan. Rund 2 700 Euro wurden nach Aussage von Hans Drexler bislang für den Kulissenbau ausgegeben. Dass das Geld erst 2021 zurückfließt, könnte den Zeitplan für die Umsetzung der weiteren Baumaßnahmen beeinflussen. Über Winter hatte man das Herren-WC auf Vordermann gebracht und das Steingutlager vorbereitet. Dagegen wurde der Abbruch des „Schweizer Häusl“ gestoppt. Für das Kulissenlager, das heuer erstellt wird, wurde der Bauauftrag an die Firma Falk vergeben und die Ausführung mit dem Heimat- und Trachtenverein abgeklärt. Elektro- und Schönheitsarbeiten stehen auch noch bei der Tribüne auf der Agenda. Hans Drexler hofft, dass es möglichst noch im Mai „mit Volldampf wieder los- und weitergehen kann.“

FĂĽr die kĂĽnstlerische Gestaltung der Kulissen konnte der Festspielverein die professionelle BĂĽhnenmalerin Miriam Dostal (l.) aus Hof und den jungen Amberger Sebastian HĂĽttner (r.) engagieren.  - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
FĂĽr die kĂĽnstlerische Gestaltung der Kulissen konnte der Festspielverein die professionelle BĂĽhnenmalerin Miriam Dostal (l.) aus Hof und den jungen Amberger Sebastian HĂĽttner (r.) engagieren.

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Foto: Werner Schulz
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