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Nachricht vom 18.03.2020 Jugend & Familie

Der Krieg stahl ihm die Jugendzeit

Krondorf (Bericht von Gerhard Fleischmann)  Hirschaus 1.B├╝rgermeister Hermann Falk lie├č es sich nicht nehmen, einem der ├Ąltesten Hirschauer Mitb├╝rger, Michael Biehler aus Krondorf im Kreise seiner Lieben zum 95.Geburtstag zu gratulieren. Dem schlossen sich Pfarrvikar Christian Preitschaft und Abordnungen der Feuerwehr und der Krieger- und Soldatenkameradschaft an.

Biehler wuchs mit f├╝nf Geschwistern zwei Br├╝dern und drei Schwestern auf. Sein Bruder Hans fiel im Januar 1943 bei Stalingrad, seine Schwester Katharina verstarb bereits im Alter von 46 Jahren.

Die Kindheit lief mit sieben Volksschul- und zwei Jahren Feiertagsschule und zwei Jahren Besch├Ąftigung beim Schmid in Krondorf geordnet ab.Der Monatslohn betrug damals 15 Reichsmark und 50 Pfennig Trinkgeld w├Âchentlich..

Ab Oktober 1942 geh├Ârte der Jubilar der Generation an, der die Jugend genommen wurde. Nach kurzer Zeit beim Reichsarbeitsdienst erfolgte die Einberufung zum 42. Infantrieregiment in Bayreuth und der Beginn entbehrungsreicher Jahre. Die Ostfront mit Kroatien, Albanien oder der Ukraine waren Einsatzgebiete. Drei Verwundungen, darunter ein Kopfschuss und die Malaria ├╝berstand Michael Biehler, aber immer hie├č es zur├╝ck an die Front. Am 8.Mai 1945 verlie├č er mit seinen Kamerdaden in Schlesien die Stellung, sie wollten in die amerikanische Zone. Die Fl├╝chtenden wurden von den Russen aufgegriffen, mehrere Gefangenenlager folgten, ehe Biehler am 14.Dezember 1948 in Prag ausder Gefangenschaft entlassen wurde und zwei Tage darauf daheim ankam. Trotz der mageren Nachkriegszeit erlebte er 1948 eines seiner sch├Ânsten Weihnachten. Jetzt begann Michael Biehlers Leben ein zweites Mal. ├ťberstehen konnte er die dramatischen Kriegserlebnisse nur dank seines Optimismus und viel Gl├╝ck.

Nach f├╝nf Jahren am Bau wechselte er im Fr├╝hjahr 1954 zu AKW nach Hirschau wo er bis zu seinem Ausscheiden 1985 besch├Ąftigt war. Im April 1956 heiratete er Meta Graf aus Burgstall, am 8.April wird der 64.Hochzeitstag gefeiert. Dem Paar wurden eine Tochter und zwei S├Âhne geschenkt. Inzwischen wuchs die Familie um sechs Enkel und zwei Urenkel, die den Eheleuten sehr viel Freude machen. Vorbild f├╝r die Enkel ist Michael Biehlers unersch├╝tterlicher Optimismus, auch mit manch kritischer Meinung h├Ąlt er nicht hinter dem Berg.

Der Jubilar ist immer noch am Puls der Zeit, liest t├Ąglich die AZ, auch Fernsehen ist angesagt. Ihren Haushalt f├╝hren die beiden Eheleute noch weitgehend selbst├Ąndig. Bis vor wenigen Jahren war der Gem├╝segarten sein gro├čes Hobby. Der t├Ągliche Spaziergang erh├Ąlt jetzt die Beweglichkeit. In den Urlaub ist er nie gefahren, das gab es in seinem gesamten Leben nicht, das hat er aber aufgrund der Kriegsjahre und wo er da weltweit unterwegs war auch nicht vermisst. Es blieb bei Tagesausfl├╝gen mit dem Bus vom Kriegerverein und der Feuerwehr.

von links nach rechts: Kriegervereinsvorsitzender Peter Dotzler, Pfarrvikar Christian Preitschaft, Ehefrau Margarete (Meta), Sohn Herbert, Tochter Gerda, Jubilar Michael Biehler, Sohn Sepp, 1.B├╝rgermeister  Hermann Falk, Peter Hofmann 1. Vorstand Feuerwehr Peter Hofmann,  Markus Stauber 2. Vorstand Feuerwehr  - Foto von Gerhard FleischmannFoto: Gerhard Fleischmann
von links nach rechts: Kriegervereinsvorsitzender Peter Dotzler, Pfarrvikar Christian Preitschaft, Ehefrau Margarete (Meta), Sohn Herbert, Tochter Gerda, Jubilar Michael Biehler, Sohn Sepp, 1.B├╝rgermeister Hermann Falk, Peter Hofmann 1. Vorstand Feuerwehr Peter Hofmann, Markus Stauber 2. Vorstand Feuerwehr

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