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Nachricht vom 09.02.2020 Kultur & Feste

Kinder- und Jugendchor „Herzwärts“ erobert seit 20 Jahren Herzen

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  „Herzwärts!“ Einen treffenderen Namen hätte sich der Kinder- und Jugendchor nicht geben können. Seit 20 Jahren bescheren die Schützlinge von Gertrud Siegert ihrem Publikum regelmäßig Gänsehautmomente, die ins Herz gehen oder erfreuen es mit herzerfrischenden Liedern. Über allem steht als Leitspruch der Satz von Don Bosco: „Das schönste muss man singen, weil man’s nicht sagen kann.“

Die Herzwärts-Erfolgsgeschichte begann im Jahr 2000. Ein paar Kinder - instrumental begleitet von Michael Högl mit der Gitarre und Gabi Meindl mit der Flöte und dirigiert von Gertrud Siegert - umrahmten einen Familiengottesdienst. Die Kinder waren begeistert und wollten weitermachen. Für Gertrud Siegert, von Beruf auf Kinder spezialisierte Physiotherapeutin, war dies als Laie eine große Herausforderung. Sie nahm sie gerne an, aus Liebe zur Musik und vor allem aus Liebe zu den Kindern. Dass es "Herzwärts" gibt, ist in herausragender Weise ihr zu verdanken. Sie ist "Kopf und Herz" des Chores und lebt diese Idee - ehrenamtlich - von Anfang an bis heute. Man spürt bei jedem Lied, wie sehr ihr die Kinder und Jugendlichen am Herzen liegen.

In der Anfangszeit war man ausschließlich als Schola für die Pfarrei aktiv. Die Gruppe wurde besser und größer. Aus Nachbarorten kamen Kinder hinzu, ebenso aus der evangelischen Gemeinde. Der Chor sang sich mit seinen erfrischenden Liedern in die Herzen der Kirchgänger bei der Erstkommunion und Firmung genauso wie bei Taufen und Hochzeiten, beim Weltgebetstag der Frauen, beim Advents- oder Passionssingen, bei den Krippenfeiern oder beim Abschluss der Kinderbibelwoche – dies ab 2004 nicht nur in Hirschau. Man sang u.a. in Amberg, Schnaittenbach, Ehenfeld, Freudenberg, Lintach, Vilseck, Ursensollen, Edelsfeld, Berg, Fahrenzhausen und Imhausen. Überall übertrug sich auf die Zuhörer die Freude an der Musik, an der Schönheit der Schöpfung und Güte Gottes. Die Lieder klangen nicht nur in den Ohren, vielmehr wirkte so manche Frohbotschaft in den Herzen weiter. Unstimmigkeiten mit Stadtpfarrer Bergmann führten dazu, dass der Chor seine Mitwirkung in der Heimatpfarrei zu Weihnachten 2016 einstellte - zum großen Bedauern der Pfarrangehörigen. Viele von ihnen hoffen, dass nun nach dem Pfarrerwechsel bald wieder die herzerfrischenden Herzwärts-Gesänge in der Kirche erklingen. An Gertrud Siegert würde dies gewiss nicht scheitern.

Ihr Chor setzt sich aktuell aus 9 Kindern und 7 Jugendlichen zusammen im Alter zwischen 7 und 22 Jahren zusammen. Das weibliche Geschlecht ist deutlich in der Überzahl. Benjamin Klier ist seit 2017 der einzige Junge in der Gruppe. Diese exotische Stellung hatte vorher acht Jahre lang Gertrud Siegerts Sohn Florentin eingenommen. In der Zwischenzeit Student, kann er den Chor nur mehr sporadisch verstärken. Für Gertrud Siegert ist es wichtig, dem großen Altersunterschied in der Gruppe gerecht zu werden und das gegenseitige Verständnis zu wecken. Ein rücksichtsvoller Umgang untereinander ist die Voraussetzung für ein gelingendes Miteinander im Chor und der Gesellschaft schlechthin.

Der Chor glänzt mit einer Besonderheit: Jedes Mitglied singt solo und berührt so auf seine ganz persönliche Art und Weise die Herzen seiner Zuhörer. Innerhalb des Chores ergeben sich stets neue Gruppierungen, wenn z.B. eine Achtjährige mit einer Siebzehnjährigen ein Duett darbietet. Gertrud Siegert: „Die unterschiedlichen Stimmkombinationen sind nahezu unerschöpflich und jede auf ihre Weise einmalig.“



Die Chorleiterin betont, dass man geistliche und weltliche Lieder gleichermaßen gern und mit großer Leidenschaft singt. Das Repertoire der Sprachen reicht von Deutsch über Bayrisch bis hin zu Englisch und Schwedisch. Genauso facettenreich sind die Musikrichtungen. Ob geistliches Liedgut, Volkslieder, Schlager, Pop, Musical-Songs oder Balladen – „Herzwärts“ kann alle Wünsche bedienen. Wichtiger Bestandteil sind vor allem auch Lieder mit nachdenklichen Texten wie z.B. „Ich glaube“ von Udo Jürgens.

Spätestens ab 2005 beschränkte sich der Chor nicht mehr auf religiöse Feiern. Man umrahmte seither mehrfach das Fensterlöffnen beim Lebendigen Adventskalender, wirkte bei den Sommerserenaden des Gemischten Chores mit und trat beim Hirschauer Weihnachtsmarkt auf. Am 26. Dezember 2012 war es so weit: Das Weihnachtskonzert war das erste, das er alleine gestaltete.

Gertrud Siegert wäre nicht Gertrud Siegert, läge ihr außer dem ästhetisch-künstlerischen Handeln nicht gleichzeitig auch das Engagement für Menschen am Herzen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Deutlich zum Ausdruck kommt dies mit der Vielzahl an Benefizkonzerten, die der Chor seit Jahren gestaltet, um mit den Erlösen vor allem auch benachteiligten Kindern zu helfen. 2014 sang die Gruppe z.B. in der Schulaula in Fahrenzhausen zugunsten einer syrischen Flüchtlingsfamilie. Unter dem Motto „Kinder für Kinder“ unterstützte der Chor 2013 den Verein FLIKA mit einem Konzert im Siemens-Auditorium der OTH Amberg. Im März 2018 gab „Herzwärts“ dort erneut ein Konzert zugunsten von Kindern, die am „Phelan-McDermid-Syndrom“ leiden. Für die Chormitglieder war es ein zutiefst beeindruckendes Erlebnis, während der Proben ein von dieser schweren, bisher nicht heilbaren Krankheit betroffenes Kind kennenlernen. Die Projekte „Kinder singen für Kinder“, die allen ein Herzensanliegen sind, werden auch künftig der Schwerpunkt schlechthin der „Herzwärts-Chorauftritte“ sein.



Damit der Chor sein hohes Niveau halten und seinem Publikum herzerfrischende und ins Herz gehende Konzerte geben kann, müssen die Kinder und Jugendlichen und vor allem auch Gertrud Siegert viel Zeit in die Probenarbeit investieren. Geprobt wird jeden Sonntag von 16 bis 17.45 Uhr. Bei den Proben wie den Auftritten gilt für die Chorleiterin die Maxime: Lob und Anerkennung sind die maßgeblichen Faktoren. Nur mit positiver Stimmung und Freude kann man motivieren, die Truppe zusammenhalten und neue Projekte in Angriff zu nehmen.

Und vielleicht ist das neue, ja ein ganz, ganz altes „Herzwärts-Projekt“ – die musikalische Gestaltung eines Gottesdienstes in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt!

Hellauf begeistert waren gut 400 Zuschauer von der Schlager-Weltreise, zu der sie Gertrud Siegert (l.) und ihr „Herzwärts-Chor“ im Juli 2012 bei der Serenade im Schlosshof mitnahmen. Der Chor glänzte nicht nur als Ganzes. Jedes Chormitglied bewies seine stimmlichen Fähigkeiten mit einer Solodarbietung. Rechts im Bild: Der einzige Junge: Florentin Siegert.  - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Hellauf begeistert waren gut 400 Zuschauer von der Schlager-Weltreise, zu der sie Gertrud Siegert (l.) und ihr „Herzwärts-Chor“ im Juli 2012 bei der Serenade im Schlosshof mitnahmen. Der Chor glänzte nicht nur als Ganzes. Jedes Chormitglied bewies seine stimmlichen Fähigkeiten mit einer Solodarbietung. Rechts im Bild: Der einzige Junge: Florentin Siegert.

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Bilder / Fotos

Foto: Werner Schulz
Foto: Werner Schulz
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