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Nachricht vom 23.12.2019 Rathaus

Fairer Wahlkampf das Ziel aller Fraktionen

Hirschau (Bericht von Gerhard Fleischmann)  Musikalisch besinnlich begleitet von den Stauber Moidln und Rita Putz traf sich der Hirschauer Stadtrat zu seiner Abschlusssitzung im Restaurant Högers. Dabei waren auch die Ortssprecher, die Beauftragten fĂŒr Inklusion, Senioren, Jugendliche, Heimatpflege, die AltbĂŒrgermeister Helmut Rösch und Hans Drexler mit Partnern und Partnerinn und Mitarbeiter der Verwaltung. Als hĂ€ufigster Zuhörer öffentlicher Sitzungen wurde Erwin Zach mit einem Geschenk ausgezeichnet.

Zu Beginn gedachte man der heuer verstorbenen ehemals langjĂ€hrigen StadtrĂ€te Hans Stamminger und Dr. Klaus Schwinger. In seiner Bilanz fĂŒhrte erster BĂŒrgermeister Hermann Falk fĂŒr 2019 ins gesamt 39 öffentliche und nichtöffentliche Stadtrats- und Ausschusssitzungen an, in denen 349 BeschlĂŒsse gefasst wurden. 56 Stunden und 44 Minuten saßen die RĂ€te heuer zusammen. Zum 30.Juni 2019 zĂ€hlte die Hirschau 5632 Einwohner, wobei 241 ZuzĂŒge 182 WegzĂŒgen gegenĂŒber standen. Bis zum Sitzungstag wurden heuer 42 Geburten und 85 SterbefĂ€lle gezĂ€hlt, insgesamt ergibt sich so dank der ZuzĂŒge ein leichtes Plus bei der Einwohnerzahl.

„Was dem Einzelnen nicht möglich ist , vermögen Viele“, zitierte Falk Friedrich Wilhelm Raiffeisen. Es sei der letzte Jahresabschluss der aktuellen Wahlperiode in dieser Formation, man habe in den sechs Jahren viel miteinander erreicht. Insgesamt seien in der Zeit knapp 22,2 Millionen Euro investiert und 4,4 Mio Kredit getilgt worden. EhrenbĂŒrger Klaus Conrad half beim Aufbau des betreuten Wohnens und der Tagespflege mit 2,5 Mio UnterstĂŒtzung entscheidend mit und auch beim Brunnenbau unterstĂŒtzt er tatkrĂ€ftig.

Gemeinsam sei viel erreicht worden und das weil die StadtrĂ€te und Fraktionen ungeachtet des politischen Wettbewerbs oder parteipolitischer Taktiken den Gedanken der Gemeinsamkeit und des Miteinanders betonen, sachbezogen und kollegial zusammenarbeiten. Er wie auch die Fraktionsvorsitzenden dankten der Verwaltung, den Ortssprechern als Bindeglieder zu den Ortsteilen, den fĂŒr spezielle Themen Beauftragten und der Verwaltung fĂŒr gute, faire und loyale Zusammenarbeit.

Dr. Hans-JĂŒrgen Schönberger Fraktionsvorsitzender der CSU hoffte, dass Bedrohungen, Beschimpfungen in sozialen Medien am liebsten anonym in Hirschau nicht stattfinden mögen. Sachliche, faire politische Auseinandersetzung, das Ringen um bestmögliche Lösungen gehörten zur demokratischen politischen Streitkultur. Wenn fĂŒr das Jahr 2020 eine EintrĂŒbung der Konjunktur mit Rickgang der stĂ€dtischen Einnahmen prognostiziert werde, so gelte es dennoch Visionen fĂŒr die Zukunft zu entwickeln und diese schrittweise, soweit finanziell machbar, umzusetzen. „Warum sind wir nicht stolz auf das Erreichte, Unzufriedenheit ĂŒber nicht Erreichtes wird viel lauter geĂ€ußert“,merkte Schönberger an. Respekt gelte es allen zu zollen, die sich in der Kommune egal in welcher Funktion ehrenamtlich engagierten oder wie die Feuerwehr oder Rettungsdienste rund um die Uhr bereit stĂŒnden.

Weihnachten sei Zeit zum Innehalten, Zeit fĂŒr Dankbarkeit, das stehe im Wiederspruch zu den materiellen Dingen die sonst oft im Vordergrund stĂŒnden, begann 2.BĂŒrgermeister Josef Birner fĂŒr die SPD Fraktion seine Gedanken. WĂ€re es nicht sinnvoll zu schauen wie vielen Menschen durch die Vielzahl der BeschlĂŒsse geholfen wurde? Wie oft sei man einstimmig gewesen? Wie oft habe man öffentlich dem politischen Gegner Respekt gezollt? Wie groß sei das Wir-GefĂŒhl ĂŒber Parteigrenzen hinweg. Kommunalwahlen stĂŒnden an. Amerikanischen Wahlkampfstil im Sinne eines „negative Compaigning“ also den Konkurrenten schlecht zu machen haben wir alle nicht nötig appellierte Birner. Wie wĂŒrde das Gremium wohl aussehen, wenn alle Bewerber auf einer Liste stĂŒnden. Er schloss mit einem Zitat von Karl Valentin: „Wenn die staade Zeit vorbei ist, wird’s auch wieder ruhiger“. Diesmal wird sich diese Ruhe wohl bis Mitte MĂ€rz, dem Termin der Kommunalwahlen, zumindest fĂŒr die Kandidaten, gedulden mĂŒssen.

Die Freien WĂ€hler bilanzierten mit einem launigen Gstanzl was sehr gut ankam. Hier Teile daraus:

A gsunds neis Joar, so oins wie des alte wor.

Da Brunna is bald fertig gstellt, da Conrad gibt dazu viel Geld

Die Hirschen hom an Schlauch im Mund, speia Wasser alle Stund

Die Hirschen stenga oben auf und passen auf den Marktplatz auf

Sie schau`n a ob die Parkscheim stimma, ParkwÀchter, die brauch ma nimma.

Die Schul kost uns Millionen, will ebba goar da Tebarz drin wohnen,

D`Fenster reiß ma af wenns stinkt, laiba dafroan wei dastickt.

Eitz im MĂ€rz wenn Wahlen san, manch Junger kandidiert.

Dass Sitzungen oft zu lang san, des song ma besser niad.

Ein gemĂŒtlicher Abend mit regem Gedankenaustausch schloss sich an.

Die Stauber Moidl umrahmten die Abschlussitzung des Hirschauer Stadtrats mit besinnlichen Liedern und Melodien - Foto von Gerhard FleischmannFoto: Gerhard Fleischmann
Die Stauber Moidl umrahmten die Abschlussitzung des Hirschauer Stadtrats mit besinnlichen Liedern und Melodien

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Foto: Gerhard Fleischmann
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