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Nachricht vom 20.11.2019 Kirchen

In Weiher lebt Feier des Patroziniums der Dorfkirche wieder auf

Weiher (Bericht von Werner Schulz)  Sie ist Wahrzeichen, Mittelpunkt und Stolz des Dorfes zugleich‚Äď die Kirche ‚ÄěMari√§ Opferung‚Äú. Am Freitag, 22. November, feiern die Gemeindemitglieder der Pfarrfiliale Weiher wieder das Patrozinium ihrer Dorfkirche.

√úber Jahrzehnte war die Feier des Patroziniums ein H√∂hepunkt im Weiherer Kirchenjahr. In den letzten Jahren wurde diese Tradition so gut wie nicht mehr gepflegt. Beim neuen Hirschauer Pfarrer Johann Hofmann stie√üen Kirchenpfleger Franz Reif und die Dorfbev√∂lkerung mit ihrem Anliegen auf offene Ohren, dem Patrozinium wieder den fr√ľheren Stellenwert einzur√§umen. Vor exakt 511 Jahren, im Jahre 1508, wurde die Weiherer Dorfkirche erstmals urkundlich erw√§hnt - in einem Visitationsprotokoll der Di√∂zese Regensburg. In dem Schriftst√ľck steht nachzulesen, dass die Filialkirche, die heute den Namen ‚ÄěMari√§ Opferung‚ÄĚ tr√§gt, der Jungfrau Maria geweiht war. Sie geh√∂rte zur Pfarrei Aschach.

Alles andere als schmeichelhaft sind die Protokolleintr√§ge √ľber den Aschacher Pfarrer Popp. Der Visitator stellte fest, dass in Aschach die kirchlichen Vorschriften zum Z√∂libat wenig beachtet wurden. Dagegen hatte der Visitator am Lebenswandel des Weiherer Messkaplans Ulrich Retzer und seiner K√∂chin nichts auszusetzen. Offenkundig stie√üen dem Visitator auch die gravierenden Unterschiede hinsichtlich der Bezahlung zwischen dem Pfarrherrn in Aschach und seinem Messkaplan in Weiher sauer auf. W√§hrend der Messkaplan mit 15 fl. im Jahr weniger verdiente als ein Handwerksgeselle, verf√ľgte der Pfarrherr von Aschach, der zudem eine Pfr√ľnde in Heidelberg besa√ü, √ľber das zehn- bis zwanzigfache Einkommen seines Kollegen in Weiher. Hohe Anerkennung zollt der Visitationsbericht der Opferbereitschaft der Weiherer Bev√∂lkerung. Ohne diese w√§re n√§mlich das Einrichten einer dorfeigenen Mess-Stiftung und einer eigenen Priesterstelle undenkbar gewesen.

Dass im Laufe der Jahrhunderte mehrere Um- und Neubauten sowie Sanierung n√∂tig waren, um das Gotteshaus funktionst√ľchtig zu halten, belegen zahlreiche Quellen. So erfolgte z.B. im Jahr 1777 ein Umbau, bei das Kirchlein um zwei Meter aufgestockt wurde. Laut Urkunde des Bistums Regensburg wurde die Dorfkirche ‚ÄúMari√§ Opferung‚ÄĚ am 9. Juli 1838 - also vor 170 Jahren - durch Weihbischof Bonifatius eingeweiht. Die entsprechende Urkunde wurde bei der letzten Renovierung im Jahr 1995 durch Zufall im Altarstein des Hochaltars gefunden. Im Jahr 1866 wurde eine Sakristei angebaut. Eine gr√∂√üere Sanierungsma√ünahme wurde 1881/1882 mit der Erneuerung des Kirchturmes durchgef√ľhrt. Die erste umfassende Renovierung der gesamten Kirche erfolgte im Jahr 1907, eine weitere im Jahr 1937.

√úber Jahrzehnte geh√∂rte die Pfarrfiliale Weiher zur Pfarrei Pursruck. Nach einer Volksabstimmung schloss man sich 1980 der Pfarrei Hirschau an. Ein Jahr sp√§ter wurde der bauf√§llige Kirchturm erneuert. Im Jahr 1991 begannen die Vorbereitungen f√ľr die bis heute letzte Generalrenovierung des Kirchleins. Am 28. September 1991 sprach sich die Mehrheit der Weiherer Bev√∂lkerung f√ľr die Sanierung aus und beauftragte das Architekturb√ľro M√ľhlbauer mit der Planung. Es dauerte bis zum 21. April 1993, bis der Hirschauer Stadtpfarrer Norbert Demleitner und Kirchenpfleger Franz Reif durch das Landratsamt die denkmalsch√ľtzerische Erlaubnis f√ľr die Renovierung erhielten. Nach zweij√§hriger Bauzeit war das Projekt, das rund 800 000 DM kostete, abgeschlossen. Am 9. Juli 1995 gab es in Weiher ein gro√ües Fest, als Domkapitular Georg Strupf die renovierte Kirche wieder einweihte. S√§mtliche Festredner lobten (zu Recht) die gro√üartige Einsatzbereitschaft der Weiherer: Unter der F√ľhrung von Kirchenpfleger Franz Reif hatten die Dorfbewohner mehr als 2 000 unentgeltliche Arbeitsstunden eingebracht.

Der Festgottesdienst, den Pfarrer Johann Hofmann zelebriert, beginnt am Freitag, 22. November, um 19 Uhr in der Dorfkirche ‚ÄěMari√§ Opferung‚Äú.

Am Freitag wird nach l√§ngerer Unterbrechung in Weiher erstmals wieder das Patrozinium der Dorfkirche ‚ÄěMari√§ Opferung‚Äú gefeiert. Die Kirche, die 1508 erstmals urkundlich erw√§hnt ist, ist Wahrzeichen, Mittelpunkt und Stolz des Dorfes zugleich. - Foto von Werner SchulzFoto: Werner Schulz
Am Freitag wird nach l√§ngerer Unterbrechung in Weiher erstmals wieder das Patrozinium der Dorfkirche ‚ÄěMari√§ Opferung‚Äú gefeiert. Die Kirche, die 1508 erstmals urkundlich erw√§hnt ist, ist Wahrzeichen, Mittelpunkt und Stolz des Dorfes zugleich.

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Foto: Werner Schulz
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