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Nachricht vom 2019-08-11
Verfasser: Werner Schulz  
Schnaittenbach kann stolz auf „Blecherne Sait’n“ sein

Die Schnaittenbacher Gruppe „Blecherne Sait’n“ (vorne v. l.: Ingrid Gericke, Josef Donhauser und Franz Gericke) wurde in der Kategorie Volksmusik mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz ausgezeichnet. Dazu gratulierte auf Initiative von stellv. Bürgermeister Uwe Bergmann (hinten r.) eine SPD-Delegation mit Bezirksrat Richard Gaßner (2.v.r.), Ex-MdL Reinhold Strobl (2.v.l.) und Stadtrat Rudolf Bergmann (l.). Zu den Gratulanten zählte auch der stellv. Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbunds Werner Stein (hinten Mitte).
Schnaittenbach. „Als Schnaittenbacher können wir stolz auf die „Blecherne Sait’n“ sein“, meinte zweiter Bürgermeister Uwe Bergmann, der die Verleihung des Kulturpreises in der Kategorie Volksmusik des Bezirks Oberpfalz an Ingrid und Franz Gericke sowie Josef Donhauser zum Anlass nahm, mit einer SPD-Delegation bei den Gerickes zum Gratulieren vorbeizuschauen. Auch der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Werner Stein aus Hirschau, schloss sich dabei den Glückwünschen an. Bergmann nutzte die Gesprächsrunde zur Diskussion über die Situation der Kulturszene sowie über der Volks- und Blasmusik in der Region.

Bergmann bezeichnete die Auszeichnung als Aufwertung und Anerkennung der gesamten Volksmusikszene in und um Schnaittenbach sowie im ganzen Landkreis. Gerade in heutiger Zeit, in der der Verlust von Traditionen und heimischer Kultur beklagt wird, sei es wichtig, dass Musikgruppen wie die „Blecherne Sait’n“ traditionelle Volksmusik und eigene Couplets in Mundart komponieren, vorleben, weitergeben und damit die Bevölkerung bei vielen Aufführungen erfreuen. Nicht zuletzt deshalb sei ihnen in Schnaittenbach vor sechs Jahren der Heimat- und Kulturpreis verliehen worden. Bergmann hob hervor, dass die Gruppe auch Lieder und Texte der bereits verstorbenen Schnaittenbacher Willi Reiß und Michl Meißner darbieten und somit der Nachwelt immer wieder in Erinnerung rufen.

Bezirksrat und Bezirks-Kulturreferent Richard Gaßner berichtete, dass sich die „Blecherne Sait`n“ gegen starke Mitbewerber durchgesetzt hätten. Insgesamt werde für die Kulturszene durch den Bezirk viel geleistet, wie z.B. die qualitätsvolle Ausbildung in der Berufsfachschule für Musik in Sulzbach-Rosenberg. Auch Musik- und Trachtenvereine, der Bezirksjugendring, die Jugendbildungsstätte in Waldmünchen, der BLSV-Bezirksverband, die Schützenverbände, die Imkerei und viele weitere im Kulturbereich Tätigen würden vom Bezirk unterstützt. Der Termin für die Preisverleihung sei der 8. Oktober in Weiden.

MdL a.D. Reinhold Strobl verwies darauf, dass im ländlichen Raum ehrenamtlich viel Kulturelles geleistet werde, das gerade die Städter genießen. Der Bayerische Kulturfonds sei ein gutes Instrument um beispielsweise Volksmusik, Theater oder Lesungen zu fördern.

Nach Aussage von Werner Stein ist der 1952 gegründete Nordbayerische Musikbund der größte Musikbund Bayerns mit rund 900 Mitgliedskapellen und ca. 45 000 Musikern. Aus diesen bildeten sich oft kleinere Gruppen zu Wirtshausmusikanten oder zu so genannten Tradimix-Musikern heraus einer Kombination aus Volks- und Blasmusik. Diese Stilrichtung finde gerade bei jungen Leuten großen Anklang. Mit an verschiedenen Schulen eingerichteten Bläserklassen oder Projekten wie „Wir musizieren“ (Wim) versuche man bereits Kinder mit Volks- und Blasmusik vertraut zu machen und somit Nachwuchs für die Blasorchester zu gewinnen.

Abschließend dankte Bergmann den Teilnehmern für den Gedankenaustausch und der „Blechernen Sait‘n“, die natürlich noch eine Kostprobe ihres Könnens gaben. Ingrid Gericke holte dafür ihre Harfe hervor, die ebenfalls mit Gitarre und Tuba bestens harmoniert. „Blas- und Saiteninstrumente können problemlos zusammengefügt werden. Die „Blecherne Sait‘n“ beweisen dies eindrucksvoll“, resümierte Uwe Bergmann.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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