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Nachricht vom 2019-03-05
Verfasser: Werner Schulz  
Hochstimmung trotz Sturmtief

Zum 42. Mal hatte der Hirschauer Musikzug die Ehre, beim Düsseldorfer Rosenmontagszug live an zigtausenden Jecken musizierend und tanzend vorbeizuziehen. Sie gehörten wieder zur Leibgarde „Ihrer Lieblichkeit Venetia Sabine” und ihres Prinzen Martin I.. Düssedorf-Veteran Werner Stein, der zum 41. Mal mit von der Partie war, marschierte zum zehnten Mal als Standartenträger vorneweg.
Düsseldorf/Hirschau. „Aber bitte kein zweites 2016!“ Nicht nur einmal war dieser Satz zu hören, als sich die Musikerinnen, Musiker, Majoretten und das Verpflegungsteam des Musikzugs am Samstagmittag in die rheinische Karnevalshochburg Düsseldorf aufmachten. Bereits zum 42. Mal hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval die Hirschauer eingeladen, am politischten der großen Rosenmontagszüge teilzunehmen und erneut zur Leibgarde ihrer Tollitäten Prinz Martin I. und ihrer Lieblichkeit Venetia Sabine zu gehören.

Noch ganz frisch war die Erinnerung an das Sturmtief „Ruzica“, das vor drei Jahren die Absage des Karnevalsspektakels erzwungen hatte. Dieses Mal schwebte das Sturmtief „Bennet“ wie ein Damoklesschwert über der Drei-Tagereise. Diese ließ sich alles andere als optimal an. Ein Stau auf der A3 verlängerte die Fahrtzeit um zwei Stunden.

Dass rheinischer Karneval und oberpfälzer Fasching zwei Paar Stiefel sind – davon erhielt die musikalische Reisegruppe einmal mehr bereits am Sonntag einen Vorgeschmack beim „Veedelszoch“ im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim. Zehn Kapellen, 30 Gruppen und über tausend Teilnehmer schlängelten sich ab 11.11 Uhr an rund 60 000 Jecken vorbei, deren Hochstimmung der Dauerregen nicht im Geringsten mindern konnte.

Gerresheim war geschafft – nun stand die Frage im Raum: Findet der Zooch am Montag statt? Um 18.11 Uhr herrschte Klarheit: CDC-Präsident Michael Laumen informierte per Mail, dass der Start des Rosenmontagszugs aus Sicherheitsgründen auf 13.30 Uhr verschoben wird. Kurz vor 13 Uhr hatten die Hirschauer eine wichtige Entscheidung zu treffen: „Mit oder ohne Hut“ hieß die Frage. Angesichts der Wetterlage entschied man, sich in kompletter Heroldstracht auf den Weg zu machen. Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Sturmtief „Bennett“ blies niemandem den Hut vom Kopf! Das Wetter entpuppte sich als weit besser als prophezeit!

Vor dem Start hatte allerdings Düsseldorf-Veteran Werner Stein (zum 41. Mal dabei) noch ein Versprechen einzulösen. Ein kräftiger Windstoß hatte letztes Jahr dazu geführt, dass er mit der Musikzug-Standarte die Verkleidung des Prinzenwagens der Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß lädierte. Also war Wiedergutmachung angesagt. Werner und Vorstand Maximilian Stein hatten einen Kasten Bier aus der Hirschauer Schlossbrauerei im Gepäck. Blau-Weiß-Präsident Thomas Adam und Jari Helfsgott nahmen das flüssige Brot aus der Oberpfalz und einen Hirschauer Faschingsorden dankend entgegen - verbunden mit dem Versprechen, heuer um Marktplatzfest nach Hirschau zu kommen. Mit einem weiteren Orden bedachte Stein ihre Lieblichkeit Venetia Sabine.

In den gut drei Stunden, die man zur Bewältigung der von zigtausenden Jecken gesäumten, ca. fünf Kilometer lange Gaudistrecke benötigte, erlebten die Hirschauer eine rundum verrückte Welt - einfach rheinischen Karneval total! Wenn auch die Musikerinnen, Musiker und Majoretten am Ende total geschafft waren, so waren doch alle stolz darauf, bei einem der größten Karnevalszüge Deutschlands aktiv mitgewirkt zu haben. Vorstand Maximilian Stein und Dirigent Wolfgang Vögele zollten den Musikern und Majoretten höchste Anerkennung. Die Heimreise trat man zwar müde und erschöpft an, aber auch schon in Vorfreude darauf, im Jahr 2020 wieder mit von der Partie zu sein.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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