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Nachricht vom 27.11.2018 Kultur & Feste

Bei Schlosmusi „d’Manna- und Weiberleit“ bestens unterhalten

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Wenn „D’Watzendorfer“ zur Schlosmusi einladen, strömen „d’Manna- und Weiberleit“ in Scharen in den Schlosskeller- so auch dieses Mal. Ihnen bescherten die Akteure ein paar Stunden bayerisches LebensgefĂĽhl pur.

Das galt für die Gastgeber genauso wie für die „Maierbachsängerinnen“ aus Pölling, die „Hirschauer Wirtshausmusi“, das Instrumental-Duo Uwe Hermann und Alexander Götz, den „Ziag-Solisten“ Georg Kustner und – nicht zu vergessen – für Sepp Strobl, den eloquenten Moderator. Der Stadtheimatpfleger hatte seine helle Freude daran, die Pausen zwischen den Beiträgen mit trocken-humorvollen und hintersinnigen Kommentaren zu würzen. Augenzwinkernd nahm er gleich die „Watzndorfer“ aufs Korn. Die Besetzung Hans Drexler, Franz Dolles, Richard Falk und Georg Kustner erinnere an die des Hirschauer Stadtrats: „50 Prozent Ehenfelder!“ Den Begriff Ehenfeld im Mund, konnte er sich den Hinweis auf die Nacht- und Nebelaktion nicht verkneifen, dass man vor 40 Jahren die Blumenkästen des Rat- und Krankenhauses nach Ehenfeld transportierte, um das Dorf für den Besuch der Kommission „Unser Dorf soll schöner werden“ aufzuhübschen. Vorher hatte das Quartett mit dem Lied „Böhmische Musi“ daran erinnert, wie narrisch einst alle auf’s Polkatanzen waren und den „Bua vo Hausn“ besungen, der sich „an junga Sodlgaul gekauft und a schöins Weib geholt hatte“. Später mimten sie beim „Schottisch tanzn“ Mitgefühl mit der über schlechte Ostern klagenden Bäuerin, deren „Gockl niat legn mog“.

Dem „Pfannaflicka“ unterstellten sie mangelnde berufliche Qualitäten und beim Stück „I und mei Weiberl“ bedauerten sie sich herzzerreißend selber. Eine rundum gelungene Schlosmusi-Premiere feierten die „Maierbachsängerinnen“. Charmant, schwung- oder auch gefühlsvoll beeindruckten Brigitte Distler, Maria Alfer, Erna Hein und Brigitte Schubert mit ihren glockenhellen Stimmen. Sie freuten sich, „Weil ma nur wieda beiananda san“ und schilderten, wie a jungs Moidl trotz mütterlichen Verbots „Voariges Joahr am Kirwatog“ unbemerkt zum Tanzen geht. Besinnlich sangen sie vom „Melcherlbauer von Ernsgadn“ und „Da drunt bei da Mühl“. Ihr Zwiefacher „D’Bäurin hot d’Katz verlorn“ endete mit einem Happy End, bevor sie „G’sundheit und a langs Lebm“ wünschten. Deftiges, aber auch Besinnlich-Nachdenkliches wie die Lieder „Woldkrankat“, „Wenn i hint aussischau“ und „Wissts wo mei Hoamat is“ hatte die „Hirschauer Wirtshausmusi“ mit Uwe Hermann, Hans Drexler, Franz Dolles und dem ledigen Alexander Götz zu bieten. Seiner Freundin Melissa gab Sepp Strobl zu bedenken „Heirat koin Musikantn, sunst heiratst in d’Nout“, host im Summa koin Mo und im Winta koi Brout.“ Nach dem Bierlied zog das Quartett beim „Zuchthauslied“ das Fazit: „Es is a hartes Los, wenn man varriegelt is, denn nur die Freiheit ist das Paradies.“ Hatte die Wirtshausmusi bei „Wenn i amol heirat“ an ihr potentielles Eheweib derart unzumutbare Bedingungen gestellt, dass sich die „Maierbachsängerinnen“ zum Gegengesang herausgefordert fühlten, klagten die vier Männer „Mei Olde is krank“. Das Lied vom „Pfuatz“ rief Sepp Strobl auf den Plan. In Reimform erklärte er „Drin im Bauch, dou is a Speicha, fiar an Lautn, für an Schleicha“.

Zu den Konsequenzen des Entweichens rezitierte er: „Und is oina fast im Koma von an anderm seim Aroma, sagt der erleichtat Gott sei Dank, endlich draß, sunst ware krank.“ Beanspruchte schon das Lied vom „Sauschneider“ die Lachmuskeln des Publikums, blieb beim Stück „Pudelnackert ohne Hemd“ nicht nur kein Auge mehr trocken - alle schmetterten den Refrain begeistert und lautstark mit.

Zwischen den Liedbeiträgen bot das Ziag-Tuba-Duo Uwe Hermann/Alexander Götz staade Instrumentalstücke wie den „Winklwirt seiner“, „Am Kalterer See“ oder „Zum Andenken“ und den schwungvollen „Lercheckwalzer“. Den ersten öffentlichen Auftritt von Georg Kustner als Ziag-Solisten reihte Sepp Strobl in die Kategorie „Nachwuchsförderung“ ein. Hans Drexlers Dank an alle Akteure und das Publikum folgte das von den Watzndorfern und der Wirtshausmusi gemeinsam gesungene „Miar ham gsunga und gspuilt“.

Wirklich aus war die Schlosmusi damit freilich keineswegs. In froher Runde wurde noch lange gesungen und musiziert, da griff auch der Strobl Sepp zur Ziag. Dies tat es aber erst, nachdem er angeregt hatte, nächstes Jahr das 30-Jährige der Watzndorfer, bei deren Gründung er 1989 dabei war, gebührend zu feiern.

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