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Nachricht vom 2018-11-02
Verfasser: Werner Schulz  
Den Wanderfreunden ihre Heimatstadt näher gebracht

Eine informative, kurzweilige, mit vielen Geschichten und Anekdoten um Hirschauer Originale und Ereignisse gewürzte Stadtführung bescherte Stadtheimatpfleger Sepp Strobl (r.) den Wandervereinsmitgliedern mit ihrem stellv. Vorsitzenden Christian Renner (vorne 4.v.l.)..
Hirschau. Wer Hirschaus Stadtgeschichte auf informative und kurzweilige Weise näher kennenlernen will, dem ist eine Stadtführung mit Sepp Strobl wärmstens zu empfehlen – eine Erfahrung, die die Wandervereinsmitglieder gerne bestätigen.

Sie waren nicht wie sonst üblich irgendwo in Wald und Flur unterwegs, um sich an der Schönheit der Natur zu erfreuen. Dieses Mal erkundeten sie mit Stadtheimatpfleger Sepp Strobl die Innenstadt. Ausgangspunkt war mit dem Pflegschloss das wohl älteste Gebäude der Stadt, dessen Anfänge auf die Gründung Hirschaus im 13. Jahrhundert zurückgehen. Strobl betonte, dass man die Gründung und in Folge auch den Namen der Stadt den Grafen von Hirschberg verdanke. Ihr Geschlecht sei bis zu seinem Erlöschen 1305 im Besitz Hirschaus gewesen. Der Wappenstein mit dem springenden Hirschen der Hirschberger an der Westseite der Schloss-Gaststätte erinnere an diese Zeit. Er sei früher über dem Toreingang des unteren, 1895 abgebrochenen Stadttores eingemauert gewesen. Ein Schmunzeln konnte sich Strobl nicht verkneifen, als er berichtete, was ihm seine Lehrer in der Volksschule über den Namensursprung der Stadt beigebracht hatten: „Hirschau heißt Hirschau, weil es eine Aue war, in der es viele Hirsche gegeben hat.“

Vor einem Jahr hatte der Stadtheimatpfleger bei einem Bildervortrag ausführlich über die verheerenden Großbrände berichtet, die in den Jahren 1750, 1897, 1909 und 1926 große Teile der Innenstadt in Schutt und Asche gelegt hatten. Beim Marsch entlang der Häuserzeilen an der nördlichen und südlichen Hauptstraße und der angrenzenden Gassen wurde das Ausmaß der Katastrophen richtig bewusst. Dass Hirschau im 14. Jahrhundert zu Neuböhmen gehörte, daran erinnerte der böhmische Löwe am sog. „Röschenhaus“. Strobl gab das Gelegenheit, die Bedeutung von Kaiser Karl IV. für die Stadt zu betonen, der Hirschau mit der Verleihung eines Wochenmarktes ein besonderes Privileg erteilte und verfügte, dass die später so benannte „Goldene Straße“ durch Hirschau führen musste.

Ein Stopp beim Ende des 15. Jahrhunderts erbauten Rathauses und der Hinweis auf den an der Ostseite angebrachten Prangerstein durfte nicht fehlen. Auf diesem mussten die Verurteilten stehen und sich von der Bevölkerung beschimpfen und mit Abfall bewerfen lassen. Zu diesem Thema passte, dass im Rathaus einst ein Gefängnis untergebracht war, das die Hirschauer als „Hammerloch“ bezeichneten. Einige der Teilnehmer erinnerten sich noch gut an das an den Westgiebel des Rathauses angebaute Gesellschafts-Brauhaus und die einst dichte Bebauung um die Stadtpfarrkirche mit den „Harburger-Häusern“ im Süden, dem „Schmidl-Haus“ im Osten und dem 1973 abgebrochenen Knabenschulhaus im Norden. Strobl wies auch darauf hin, dass sich der Friedhof einstmals unmittelbar bei der Kirche befand. Nur wenigen war geläufig, dass bis 1743 der Kirchturm etwa 30 Schritte entfernt vom Gotteshaus stand. Erst nach dem Einsturz des schon lange baufälligen Turmes wurde ein neuer unmittelbar an die Kirche angebaut. Diese wurde am 20. April 1945 bei einem Bombenangriff der Amerikaner erheblich beschädigt. Nach gut zwei Stunden erntete Strobl von den Teilnehmern für seine sachkundige, mit Geschichten und Anekdoten um Hirschauer Originale und Ereignisse gewürzte Führung anhaltenden Beifall.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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