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Nachricht vom 29.10.2018 Vereine

MĂ€rchenstunde statt Tanzprobe fĂŒr die Trachtenzwergerln

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  MĂ€rchen, lebendig und ausdrucksstark erzĂ€hlt, sind etwas Faszinierendes. Die Trachtenzwergerln und ihre Mamas können dies bestĂ€tigen. MĂ€rchenerzĂ€hlerin Tanja Weiß fesselte sie eine Stunde lang mit Geschichten von Franz Xaver Schönwerth.

Normal ĂŒben die Zwergerln freitags im Probenraum den „Hans bleib daou“, den „Schimpf- und den Popotanz“. Dieses Mal war MĂ€rchenstunde angesagt. Als Schauplatz hatten Jugendleiterin Steffi Riß und VortĂ€nzerin Eva Ries einen Raum im nicht renovierten Teil des Pflegschlosses ausgesucht. Eine optimale Wahl fĂŒr den Ă€ußeren Rahmen. Und mit Tanja Weiß, einer gebĂŒrtigen Hirschauerin, hatte man einen GlĂŒcksgriff getan. Eine Stunde lang fesselte die Enkelin vom „Fischer-Schouster“ nicht nur die Kinder sondern auch deren Mamas zuerst mit dem MĂ€rchen vom „Wiesawittl und der Blumenholde“, dann mit dem Schwank „Das dumme Weib“, beide aus dem Fundus der Schönwerth-Sammlung. Wohlwissend, dass Kinder nicht allzu lange still sitzen und zuhören können, schaffte es die ErzĂ€hlerin mit beeindruckender Mimik und Gestik, körperlichem Einsatz und teilweise deftiger oberpfĂ€lzer Wortwahl die beiden Geschichten so zu erzĂ€hlen, dass ihre Zuhörer bis zum Ende an ihren Lippen hingen. Fasziniert erlebten sie, wie Tanja Weiß in ihrer „Einfrau-Show“ die unterschiedlichen Personen und die sprechenden Tiere darstellte wie die MĂŒcke, die Motte und die Grille, die den vier um das Erbgut streitenden Söhnen des reichen Bauern die Botschaften des „Herrn Wiesawittl“ ĂŒberbrachten. Froh waren alle ĂŒber das Ende des MĂ€rchens, siegte doch das Gute. Er belohnte den Sohn, der den Dienerinnen seiner „erlauchten Gattin Blumenholde“ Gutes getan hatte. Seine egoistischen BrĂŒder wurden von Wiesawittls Truppen so weit verfolgt, dass sie niemals mehr nach Hause finden.

Herzhaft lachen konnten die Zuhörer ĂŒber das „dumme Weib“, das von ihrem Mann zum Markt geschickt wurde, um dort Schmalz zu verkaufen. Dazu kam es nicht, weil sie Mitleid mit dem von Rissen und Kluften ĂŒbersĂ€ten Weg bekam und dessen Wunden mit dem Schmalz zuschmierte. Ähnlich handelte sie beim nĂ€chsten Markttag, als sie ein StĂŒck Leinwand verkaufen sollte. Unterwegs bekam sie Mitleid mit den nackten frierenden Birken und wickelte diese mit der Leinwand ein. Als sie auch noch den letzten Zehrpfennig, den sie fĂŒr die „große Not“ aufbewahren sollte, einem Bettler schenkte, den sie fĂŒr die „große Not“ hielt, mussten die Eheleute ihr Haus verlassen. Sie nahmen nur die HaustĂŒre mit, mit der sie sich auf einem Baum ein Nachtlager einrichteten. Unter diesem bezogen auch RĂ€uber Quartier, die fluchtartig davonliefen und alles liegen ließen, als die Eheleute samt TĂŒr nach unten krachten. So kehrten der Mann und sein dummes Weib zum „happy end“ als reiche Leute in ihr Haus zurĂŒck. „Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.“

FĂŒr Tanja Weiß gab es als Belohnung Riesenbeifall, fĂŒr die aufmerksamen Kinder Pizza.

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