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Nachricht vom 28.09.2018 Vereine

Förderkreis Altenhilfe will Bayerischen Demenzfonds anzapfen

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen nicht alleine lassen: Darauf setzt der Bayerische Demenzfonds, dafĂŒr engagiert sich auch der Förderkreis Altenhilfe. WofĂŒr und wie man Gelder aus dem Fonds bekommt, darĂŒber ließen sich der Vorsitzende Werner Schulz und seine Stellvertreterin Hildegard Kohl von MdL Harald Schwartz informieren.

Nach seiner Aussage wurde der Demenzfonds vom gesundheits- und pflegepolitischen Sprecher der CSU-Fraktion Bernhard Seidenath am 17. August im Landtag vorgestellt. Der Fonds solle mithelfen, die Teilhabe von Menschen mit Demenz am gesellschaftlichen Leben zu verbessern. Im Rahmen des Fonds sollen Projekte unterstĂŒtzt und Drittmittel eingeworben werden, um insbesondere dementiell erkrankte Menschen, die zu Hause leben, sowie deren Angehörige zu unterstĂŒtzen. Damit er das kann, habe der Landtag auf Initiative der CSU-Fraktion den Bayerischen Demenzfonds im ersten Nachtragshaushalt 2018 mit 800 000 Euro ausgestattet.

Zur Verwaltung des Fonds werde 2019 beim neu geschaffenen Landesamt fĂŒr Pflege eine GeschĂ€ftsstelle eingerichtet. Die benötigten Stellen seien bereits angemeldet worden. Der Fonds wolle gezielt viele kleine Initiativen fördern, die vor Ort wachsen, wo Menschen Ideen entwickeln. Ein Beispiel, so MdL Schwartz, könnten musiktherapeutische Angebote sein, da Demenzpatienten gerade durch Musik in besonderer Weise angesprochen werden und Weihnachts- oder Kinderlieder singen, ohne Schwierigkeiten mit dem Text zu haben.

Exakt mit diesem Hinweis traf MdL Schwartz bei Werner Schulz und Hildegard Kohl voll ins Schwarze. Letztere leitet seit Jahren die Klangbrettgruppe der Caritas-Sozialstation, in der bis zu zehn Frauen mitwirken. Die Gruppe spielt jeden Monat einmal im BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim bei sog. „gedĂ€chtnisaktivierenden Stunden“, seit der Eröffnung der SolitĂ€ren Tagespflege auch dort einmal monatlich, in unregelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden bei der „Lichtstrahl-Gruppe“ der Sozialstation, die speziell Demenzpatienten betreut. Bei der Auswahl der StĂŒcke und Lieder wird immer Wert darauf gelegt, dass die Senioren mitsingen können.

Ein finanzielles Problem stellt fĂŒr die Klangbrettgruppe die Beschaffung von Notenmaterial dar, da man von Notenvorlagen keine Kopien fertigen darf. Konkret stĂŒnden auf der Wunschliste zehn „KernKlangbrett-Vorlagen“, die mehr als 260 Lieder aus den verschiedensten Stilrichtungen beinhalten. Hinzu kĂ€me ein Notenheft mit CD fĂŒr Advent- und Weihnachtslieder und eines fĂŒr alpenlĂ€ndische Volksmusik. Die Gesamtkosten wĂŒrden sich auf ca. 2 500 Euro belaufen.

Als zweite Gruppe, die ehrenamtlich betreut wird und in der Demenzkranke mitwirken, nannten Werner Schulz und Hildegard Kohl die Holzwerkgruppe des Seniorenheims. Diese brĂ€uchten eine BandsĂ€ge und eine Tischbohrmaschine fĂŒr zusammen rund 800 Euro.



MdL Schwartz zollte beiden Initiativen hohe Anerkennung. Er riet dazu, FörderantrĂ€ge zu stellen. ErhĂ€ltlich seien sie beim Staatsministerium fĂŒr Gesundheit und Pflege. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine Förderung nur möglich sei, wenn der ProjekttrĂ€ger einen angemessenen Eigenanteil beisteuert, in der Regel mindestens 10 Prozent. Außerdem mĂŒsse beachtet werden, dass keine Anschaffung vor der Entscheidung ĂŒber den Antrag getĂ€tigt werden darf.

Werner Schulz und Hildegard Kohl sprachen sich dafĂŒr, dass der Förderkreis Altenhilfe die Rolle des ProjekttrĂ€gers und Antragstellers ĂŒbernehmen und den finanziellen Eigenanteil leisten sollte. Man werde fĂŒr den nötigen Beschluss umgehend eine Vorstandssitzung einberufen. GrundsĂ€tzlich begrĂŒĂŸten beide die Pflege-Initiativen der Bayerischen Staatsregierung.

Schulz ĂŒbte scharfe Kritik an der VdK-Bundesvorsitzenden Verena Bentele, die das Bayerische Pflegegeld in Höhe von jĂ€hrlich 1 000 Euro als „Tropfen auf den heißen Stein“ abgetan hat. Sie hĂ€tte lieber ihr SPD-Parteibuch vergessen und die SPD-LandesfĂŒrsten auffordern sollen, es Bayern nachzutun und in ihren BundeslĂ€ndern ein Landes-Pflegegeld einzufĂŒhren. „Denn dort bekommen PflegebedĂŒrftige aus Landesmitteln keinen einzigen Cent!“

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