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Nachricht vom 29.03.2018 Kirchen

Großer Sohn Hirschaus Anton Eduard Bösl vor 45 Jahren zum Bischof geweiht

Amberg-Sulzbach/Hirschau (Bericht von Werner Schulz)   Der 1. April 1973 ist ein (ge-)denkw√ľrdiger Tag f√ľr die Stadt- und die Pfarrgemeinde Hirschau. In der Marien-Kathedrale von Concepci√≥n in Bolivien empfing Anton Eduard B√∂sl OFM durch den Erzbischof von Sucre, Jos√© Clemente Kardinal Maurer, die Bischofsweihe. Damit war er Oberhirte der Di√∂zese Nuflo de Chav√©z, die mit 90 000 km¬≤ so gro√ü ist wie Bayern und Hessen zusammen.

Mit Stadtpfarrer Heinrich Röhrl, seinem Bruder Studiendirektor Georg Bösl und Otto Hammer erlebten drei Hirschauer das große Ereignis live mit.

Am 25. M√§rz 1925 wurde Anton B√∂sl in Hirschau als f√ľnftes von sechs Kindern des Schuhmachermeisters Anton B√∂sl und seiner Frau Margarete geboren. Seine humanistische Bildung erwarb er im Franziskaner-Seminar Freystadt und an den Gymnasien in Landshut und Amberg. Nach dem Krieg trat er in den Franziskaner-Orden ein und erhielt den Ordensnamen Eduard.

Nach seinem Studium empfing er am 8. Juli 1951 die Priesterweihe durch Michael Kardinal Faulhaber. Im August 1952 zog er in die Indianermission Nuflo de Ch√°vez im tropischen Osten Boliviens. Dort wurde ihm im Oktober 1954 die Urwald-Region des Monte Grande als Pfarrei √ľbertragen, ein Gebiet mit rund 25 000 km¬≤. Er baute die neue Pfarrei El Fortin Libertad auf und k√§mpfte erfolgreich daf√ľr, dass seine Indios Land zugeeignet bekamen. Am 20. Februar 1973 nahm Padre Eduardo Abschied von El Fortin. Papst Paul VI. hatte ihn am 18. Dezember 1972 zum Apostolischen Vikar von Nuflo de Ch√°vez ernannt. Damit war er bereits Oberhirte der Di√∂zese, zu deren Bischof er morgen vor 45 Jahren geweiht wurde.

Die Erfolge seiner Missionsarbeit lassen sich nicht im Detail aufz√§hlen. Sie erg√§ben eine Endlosliste an Krankenh√§usern, Sanit√§tsstationen, Arztwohnungen, Sozialh√§usern, Schulen, Lehrerwohnheimen, Wasserversorgungsanlagen, Stauweihern, Br√ľcken, Wegen, Sportpl√§tze, Lehrwerkst√§tten, Pfarrzentren, Schwesternh√§usern, neu erbauten oder restaurierten Kapellen und Gottesh√§usern.

Unter den Projekten ragen die Restaurierung der Kirche von San Javier und der Kathedrale von Concepci√≥n heraus. Die bauf√§lligen Ruinen wurden nach der von ihm vorangetriebenen Restaurierung von der UNESCO zu ‚ÄěWeltkulturg√ľtern der Menschheit‚Äú erkl√§rt. Die drei gr√∂√üten St√§dte der Di√∂zese Concepci√≥n, San Javier und Ascensi√≥n ernannten den Bischof zum Ehrenb√ľrger.

Wie sehr ihn die Indianer als einen der Ihren sahen, brachten sie bei seinem 25-j√§hrigen Bischofsjubil√§um plakativ zum Ausdruck: ‚ÄěTienes alma chiquita‚Äú ‚Äď ‚ÄěDu hast eine Chiquitano-Seele‚Äú stand auf dem Transparent, das sie ihm eine Indio-Gruppe am Altar √ľberreichte.

Nach Boliviens R√ľckkehr zur Demokratie verlieh ihm Staatspr√§sident Siles den h√∂chsten Staatsorden Boliviens, den ‚ÄěCondor de Los Andes‚Äú. Welche Wertsch√§tzung der Hirschauer Franziskaner in seiner Wahlheimat genoss, verdeutlicht ein Artikel der bolivianischen Zeitung ‚ÄěEl Deber‚Äú am 23. M√§rz 1987: ‚ÄěAus Anlass des Besuches des Bundespr√§sidenten von Weizs√§cker erinnert man sich in Bolivien auch anderer deutscher Staatsb√ľrger, die Gro√üartiges f√ľr Bolivien geleistet haben. Wir erinnern uns an Eduardo B√∂sl, Bischof von Nuflo de Chav√©z. Er ist f√ľr seine deutsche Heimat eine Ehre, f√ľr seine Religion und f√ľr seinen Orden. Jemand sagte einmal treffend: Wenn es doch in Bolivien vier solche B√∂sls g√§be‚Äú.

Seine Vaterstadt Hirschau ernannte ihren gro√üen Sohn am 7. Mai 1974 zum Ehrenb√ľrger. Am 3. September 2000 erfuhr er eine weitere Ehrung. Der Platz um die Stadtpfarrkirche wurde in ‚ÄěBischof-B√∂sl-Platz" umbenannt.

F√ľnf Wochen sp√§ter erlag Bischof B√∂sl am 13. Oktober 2000 einem Herzversagen. Am 15. Oktober in der Marien-Kathedrale vor dem Allerheiligsten am Marienaltar bestattet. In den Herzen seiner Indios lebt ihr ‚ÄěMonsenor Antonio Eduardo‚Äú weiter. Das beweist die liebevolle Pflege seines Grabes. Ein untr√ľglicher Beleg daf√ľr ist sicher auch, dass die im November 2017 in Concepci√≥n neu eingeweihte Schule seinen Namen tr√§gt.

Am morgigen Ostersonntag wird beim Festgottesdienst des 45-jährigen Weihejubiläums von Bischof Bösl gedacht.

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