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Nachricht vom 2017-11-29
Verfasser: Werner Schulz  
Medienerziehung zuallererst Familiensache

„Medienerziehung ist zuallererst Familiensache. Die Eltern sind das stärkste Vorbild und verantwortlich für eine angemessene Nutzung digitaler Medien durch ihre Kinder.“ Einen klaren Standpunkt bezog Helmut Geyer (stehend r.) beim Elternabend „Medien in der Familie“, zu dem die St. Wolfgang-KiTa eingeladen hatte.
Hirschau. „Medienerziehung ist zuallererst Familiensache. Die Eltern sind das stärkste Vorbild und verantwortlich für eine angemessene Nutzung digitaler Medien durch ihre Kinder.“ Einen klaren Standpunkt bezog Helmut Geyer beim Elternabend „Medien in der Familie“, zu dem die St. Wolfgang-KiTa eingeladen hatte.

Die Veranstaltung war Teil des Medien-Projektes, mit dem sich, wie KiTa-Leiterin Uta-Maria Kriegler einleitend darlegte, Erziehungspersonal und Kinder derzeit beschäftigen. Mit Helmut Geyer habe man einen Medienpädagogik-Experten als Referenten gewinnen können. In der einführenden Gesprächsrunde wurde den Teilnehmern schnell bewusst, dass die jetzt Erwachsenen die mediale Entwicklung in langsamerem Tempo erleben konnten als die heutigen Kinder. Deren optische Wahrnehmung sei dem Medienkonsum oft nicht gewachsen. Ein Dreijähriger könne den Inhalt eines eineinhalbstündigen Films nicht als zusammenhängende Handlung erkennen. Es bleiben einzelne Sequenzen hängen. Das gute Ende einer Geschichte werde nicht mehr erfasst, weil es von vorherigen schrecklichen Erlebnissen überlagert wird. Zentrale Gestaltungsmerkmale von geeigneten Sendungen sind laut Geyer eine kurze Geschichte, einfache Erzählstrukturen, ein harmonisches Ende und eindeutige Charaktere: „Der Gute muss der Gute sein und bleiben." Besonders mit noch unbekannten (Hör-)Geschichten, TV-Sendungen, Filmen oder Spielen sollten Kinder nicht alleine gelassen werden. Kinder im Vorschulalter könnten Fiktion und Realität nicht klar voneinander unterscheiden. Das Gespräch mit ihnen über das Gesehene oder Gehörte sei ein wichtiges Element zur Förderung von Medienkompetenz. Es helfe Eltern einzuschätzen, welche Angebote für ihr Kind geeignet sind.

Da Kinder den Umgang mit Medien in erster Linie zu Hause lernen, sollten die Eltern ihre eigenen Gewohnheiten immer wieder überprüfen und sich ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Je jünger Kinder sind, desto reduzierter sollte die Nutzung digitaler Medien sein. „Weniger ist mehr!" Medien sollten weder zur Belohnung noch zur Strafe und auch nicht als Babysitter eingesetzt werden, riet Geyer, der in seinen Vortrag immer wieder seine Erfahrungen als dreifacher Vater einfließen ließ. Der Referent regte an, Medien selbst kreativ und aktiv zu nutzen, z.B. durch Fotografieren oder Aufnehmen kleiner Kurzfilme. Deutlich wurde im Laufe des Abends, dass es für die Medienerziehung keine Patentrezepte gibt.
Beeindruckt zeigte sich Geyer von der positiven Umsetzung des Medienprojekts in der St. Wolfgang-Einrichtung. Als sehr gelungen bezeichnete er die passend zum Thema arrangierte Ausstellung der verschiedensten Medien.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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