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Nachricht vom 03.11.2017 Kirchen

Pfarrer Roman Breitwieser verabschiedet

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  WehmĂŒtige RĂŒckmeldungen erhielt Pfarrer Roman Breitwieser, als er vor einigen Monaten seinen Abschied ankĂŒndigte. Ein Gemeindemitglied drĂŒckte sein Bedauern und seine WertschĂ€tzung in OberpfĂ€lzer Mundart aus: „Schod dafiar!“ Damit sprach er sicher allen aus dem Herzen, die sich zur Verabschiedung des beliebten Seelsorgers in der Gustav-Adolf-GedĂ€chtniskirche einfanden.

Am 24. Februar 2002 wurde Pfarrer Breitwieser von Dekan Rainer Gerhardt im Rahmen eines Gottesdienstes offiziell in sein Amt eingefĂŒhrt, nachdem er schon rund neun Monate von der Sulzbacher Christuskirche aus wĂ€hrend der pfarrerlosen Zeit mit der Seelsorgearbeit in der Hirschauer Kirchengemeinde beauftragt war. Zur Pfarrei mit ihren aktuell ca. 810 Gemeindemitgliedern gehören neben Hirschau auch Schnaittenbach, Gebenbach, die Dörfer Mimbach und Mausdorf sowie Groß- und Kleinschönbrunn.

Bis zu den Eingangstreppen hinaus war die Kirche beim Gottesdienst gefĂŒllt, in dessen Verlauf Dekan Karlhermann Schötz Pfarrer Breitwieser offiziell von seinem Amt entpflichtete. Er tat dies nicht, ohne vorher dessen Wirken zu wĂŒrdigen. Schötz bedankte sich bei dem scheidenden Geistlichen fĂŒr 25 Jahre engagierte Arbeit im Dekanat in den Gemeinden Christuskirche Sulzbach-Rosenberg und Hirschau und als Klinikseelsorger im Amberger Klinikum. DarĂŒber hinaus habe er sich als Ökumene-Beauftragter des Dekanats, Mitglied im Pfarrkonferenzplanungsausschuss, als Übersetzer fĂŒr Delegationen aus der Partnerkirche in Brasilien, als Notfallseelsorger und als Fußballer in der Mannschaft der Pfarrer des Kirchenkreises Regensburg engagiert. Unter Auflegung der HĂ€nde bat er fĂŒr Pfarrer Breitwieser und seine Frau Carla um Gottes Segen und Geleit.

Ein ResĂŒmee ĂŒber die eigene Arbeit zu ziehen, gar sich selbst zu loben, falle ihm schwer, bekannte Pfarrer Breitwieser. In Hirschau sei er zum ersten und einzigen Mal allein Pfarrer und Gemeindeleiter gewesen. Er habe erst- und letztmals ein Pfarrhaus, ĂŒberhaupt ein Haus alleine bewohnt. Hier seien seine Kinder groß geworden und hĂ€tten nach dem Abitur das Elternhaus in alle Winde verlassen. Seine Frau habe die Möglichkeit gefunden, in ihrem Wunsch- und Traumberuf als Psychoonkologin am Klinikum zu arbeiten. Er sei dankbar fĂŒr die gemeinsame Zeit in der Gemeinschaft des Evangeliums und die gemeinsame persönliche Zeit. Ähnlich lang wie Allerheiligen-Litanei der Katholischen Kirche war die Liste derer, denen er fĂŒr die Zusammen- und Mitarbeit dankte. Sie reichte vom Vertrauensmann Uli Gerlach, Lektor Manfred Hellbach, Kirchenpfleger Roland Degel und Kirchenvorsteherin Gisela Mader ĂŒber die hauptamtliche Mesnerin Evi Gerlach und die SekretĂ€rinnen Sabine Rossow und Rita Degel bis zu Rike Seidel-Kohl mit ihrem Chor Da Capo und Doris HĂŒttner, der Gestalterin des Gemeindebriefes und Jutta Enderer, dem guten Engel der Sakristei und Kirche. In seinen Dank schloss er alle Mitglieder des Kirchenvorstands, alle ehemaligen Kirchenvorsteher(innen), die ehrenamtlichen Mesner(innen) und alle Organist(inn)en ein. Dem Ehepaar Klaus und Gertrud Conrad dankte er dafĂŒr, dass sie ein unbeschwertes Wirtschaften in der Gemeinde ermöglicht haben. Dank sagte er den katholischen MitbrĂŒdern Hans-Peter Bergmann (Hirschau), Josef Irlbacher (Schnaittenbach) und Christian Preitschaft (Gebenbach) samt PfarrgemeinderĂ€ten und Pfarrfamilien. Die ökumenische Arbeit sei bei aller Verschiedenheit unbeschwert und offen gewesen. Ein Extra-Danke ernteten Gertrud Siegert und ihre Jugendschola sowie Iryna Hermann. In seinen Dankesworten vergaß er seine Frau Carla nicht. Sie habe sich trotz ihres anstrengenden Berufes immer wieder vielseitig mitengagiert. Sie sei die erste Pfarrfrau gewesen, die nicht im klassischen alten Sinne in der Gemeinde gewirkt hat. Diese habe dies ohne Murren und mit VerstĂ€ndnis akzeptiert. Den Amtsgeschwistern im Pfarrkapitel, denen er bereits bei der Pfarrkonferenz gedankt hatte, wĂŒnschte er weiter Gottes Segen fĂŒr ihre Arbeit.

Dass das Zusammenwirken „der Genannten und sĂ€umiger Weise nicht Genannten“ geklappt hat, sei Gott zu verdanken. Er werde das gute Werk in Hirschau ohne ihn weiterfĂŒhren und vollenden auf den Tag Jesu Christi. Ihm und seinem Nachfolger oder Nachfolgerin befehle er in großer Zuversicht die Gemeinde. „Einer hat gepflanzt, ich habe gegossen, eine andere wird ernten.“ Breitwieser schloss mit dem leicht abgewandelten Goethe-Zitat „Heute geh ich. Komm ich wieder. Singen wir ganz andre Lieder. Wo so viel sich hoffen lĂ€sst, ist der Abschied fast ein Fest.“

Groß war die Anzahl der EhrengĂ€ste, die Vertrauensmann Uli Gerlach nach dem Gottesdienst begrĂŒĂŸte. Die stellvertretenden BĂŒrgermeister Josef Birner (Hirschau), Uwe Bergmann (Schnaittenbach) und Kajetan Kredler (Gebenbach) fanden ebenso lobende und anerkennende Worte fĂŒr Pfarrer Breitwieser wie die beiden katholischen Ortsgeistlichen Hans-Peter Bergmann und Josef Irlacher. Birgit Schwalbe-Eberius, Seniorin des Pfarrkapitels, beklagte, Pfarrer Breitwiesers Lachen bei den Konferenzen zu vermissen. Pfarrer Heinrich Arweck, ebenfalls fĂŒr die evangelische Seelsorge im Klinikum zustĂ€ndig, lobte den freundschaftlichen und ehrlichen Umgang miteinander. Pia Seidel-Haberkorn, Ehefrau von Pfarrer Breitwiesers VorgĂ€nger, grĂŒĂŸte im Namen ihres wegen Krankheit verhinderten Ehemannes Helmut. Besonderen Anklang fand das in OberpfĂ€lzer Mundart vorgetragene Grußwort von Heimatpflegerin Marta Pruy. Sie dankte nicht nur fĂŒr das gemeinsame Passionssingen, sondern gab drei kleine, vom frĂŒheren Mesner der Christuskirche Kurt Kohl berichtete Schmankerln aus der ersten Zeit des Ehepaars Breitwieser und ihrer Kinder in der Oberpfalz zum Besten und ehrte ihn als einen „wirklichen Seelsorger“. Zum Abschluss hatte Iryna Hermann, Organistin der katholischen Pfarrei, eine Überraschung parat. Mit SchĂŒlern und Konfirmanden hatte sie ein Lied fĂŒr Pfarrer Breitwieser umgedichtet und eingeĂŒbt, dass er mit den Kindern singt: "Du bist Du."

Im Anschluss nutzten die GĂ€ste die Gelegenheit, sich im Gemeindehaus bei einem Stehempfang zu verabschieden.

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