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Nachricht vom 29.10.2017 Sonstiges

Altesbeschwerden selbst erleben-

Amberg (Bericht von Uschald-PR Amberg )  Wie fĂŒhlt sich das an, wenn bei Ă€lteren Menschen die HĂ€nde beim Schreiben zittern, wenn das Gesichtsfeld beengt ist oder ApfelschĂ€len und Treppensteigen schwer fĂ€llt? Das lĂ€sst sich simulieren, wie die Teilnehmer des Ausbildungsseminars fĂŒr Pflegehelfer/-innen am ISE-Sprach- und Berufsbildungszentrum nun erfahren konnten. Auch Vertreter von Jobcenter und Arbeitsagentur informierten sich darĂŒber, quasi im Selbstversuch.

Es ist bereits der fĂŒnfte Kurs zur Ausbildung von Pflegehelfer/-innen, den die Amberger ISE-Berufsfachschule Arbeitssuchenden anbietet, vermittelt durch das Jobcenter und die Agentur fĂŒr Arbeit. An der Finanzierung des neunmonatigen Lehrgangs beteiligt sich wieder der EuropĂ€ische Sozialfonds (ESF). 16 Frauen und fĂŒnf MĂ€nner, darunter ein Asylbewerber aus dem Irak, haben den Ehrgeiz, die BefĂ€higung zum/zur Altenpflegehelfer/-in zu erwerben. „Ich möchte mich beim deutschen Volk bedanken, dass es mich aufgenommen hat“, erklĂ€rte der junge Iraker gegenĂŒber ISE-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Peter Blendowski, was die Motivation fĂŒr seine Teilnahme anbelangt.

Die Leiterin des Jobcenters, Sonja Schleicher, informierte sich zusammen mit ihrem Teamleiter Arbeitsvermittlung, Rainer Liermann, ĂŒber Kursinhalte und den Einsatz des Alters-Simulationsanzugs. Diesen stellte die Regierung der Oberpfalz erstmals den Kursteilnehmern mehrere Tage kostenlos zur VerfĂŒgung. „So können sich unsere Kursteilnehmer in die Beschwerden des Alters hineinversetzen“, erklĂ€rte Lehrgangsleiter Thomas Klein. Alte Menschen in ihrer Beweglichkeit im Rahmen der Selbstpflege fördern und unterstĂŒtzen, ist nĂ€mlich Bestandteil des Qualifizierungsbausteins 1 bei diesem Lehrgang.

Die GĂ€ste, unter ihnen auch Mitarbeiterinnen der Amberger Agentur fĂŒr Arbeit, nutzten die Testmöglichkeit, um zu erfahren, wie der Anzug dabei hilft, die verschiedenen Altersbeschwerden zu simulieren. Die mit Strom betriebenen fibrierenden Handschuhe etwa vermitteln das auftretende Zittern (Tremor) bei an Parkinson erkrankten Personen. Das macht sich auch beim Schreiben bemerkbar. Sonja Schleicher versuchte damit - unter großen MĂŒhen - einen Apfel zu schĂ€len. Bandagen an Hand- und Kniegelenken lassen erahnen, wie sich deren Versteifung auswirkt. Damit fĂ€llt auch das Treppensteigen schwer.

Eine spezielle Brille verdeutlicht einer Testperson die EinschrĂ€nkung des Sichtfelds zur Seite sowie nach oben und unten. Das getönte Brillenglas lĂ€sst das Sichtbare leicht verschwommen wahrnehmen. OhrenschĂŒtzer schließlich dĂ€mpfen das UmgebungsgerĂ€usch teilweise und filtern zum Teil hohe Frequenzen, was die Wahrnehmung vor allem von Frauen- und Kinderstimmen einschrĂ€nkt.

Zum Abschluss ihres Besuchs ermunterte Sonja Schleicher die Kursteilnehmer zum Durchhalten bis zur PrĂŒfung im April nĂ€chsten Jahres. Ein sozialer Beruf sei etwas sehr Schönes, und, ganz wichtig, die Aussicht auf einen festen Arbeitsplatz nach erfolgreicher Teilnahme gut.

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