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Nachricht vom 24.06.2017 Kirchen

An Mariä Heimsuchung Patrozinium der Vierzehnnothelferkirche

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Unter Hirschaus Sakralbauten gilt die Vierzehnnothelferkriche als wahres Kleinod. Fachleute stufen ihren Hochaltar als "Meisterwerk der Akanthus-Schnitzerei". Wie die Amberger Mariahilfbergkirche feiert das sp√§tgotische Kirchlein am Fest ‚ÄěMari√§ Heimsuchung‚Äú (Sonntag, 2. Juli) sein Patrozinium.

Vor der Reformationszeit - noch vor Beginn der Mariahilfbergwallfahrten - bis ins 18. Jahrhundert war das Gotteshaus eine vielbesuchte Wallfahrtskirche, zu der an ihrem Patrozinium die Pilger in Scharen¬†str√∂mten. Die letzte Quelle daf√ľr stammt aus dem Jahr 1792.

Die Katholische Stadtpfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt feiert das Patrozinium ihres Kirchleins bereits am Samstagabend (1. Juli) um 19 Uhr mit einem Festgottesdienst in der Vierzehnnothelferkirche. Wie schon im Vorjahr wird auf die vorausgehende, vom Heimat- und Trachtenverein 2001 wiederbelebte Prozession vom Bischof-Bösl-Platz zur Nothelferkirche verzichtet.



Die Anf√§nge der Nothelfer-Kirche, die auf einer Anh√∂he √∂stlich der Kreisstra√üe AS 18 nach Ehenfeld an der Westseite des Friedhofs steht, gehen bis ins 15. Jahrhundert zur√ľck - in eine Zeit, in der in Hirschau die Pest w√ľtete. Die erste urkundliche Erw√§hnung des Kirchleins stammt aus dem Jahr 1522. Seine heutige Gestalt d√ľrfte es Ende des 17. Jahrhunderts erhalten haben. Der Turm wurde 1884 erbaut. Die Jahrhunderte w√§hrende Bedeutung als Wallfahrtskirche wird aus den Zeilen deutlich, die der Stifter des Altars, der "Ungelts-, Gegen- und Stadtschreiber" Johann Jakob Weinzierl, an den Altarsch√∂pfer, den Amberger Bildhauer Johann Hirschl im Jahr 1711 geschrieben hat: "Weillen darinnen ein alter und schlechter Altar dazumal sich befand und gleichwohl sonderliche Devotion von den Leuten zu ermelten Heiligen (d.h. den 14 Nothelfern) getragen wird, inmassen j√§hrlich am Fest Unser Frauen Heimsuchung darinnen vollkommener Abla√ü zu gewinnen, verschiedene Herren Geistliche proce√üionaliter dahin kommen und gemeininglich zu 1200 bis 1300 Communikanten gez√§hlt werden."



Wertvollstes St√ľck der Inneneinrichtung ist der von Hirschl geschaffene barocke Hochaltar mit dem Akanthusschnitzwerk aus dem Jahr 1710. Im Rankenwerk, das - einer Ikonostase (Bilderwand) vergleichbar - die gesamte Ostwand einnimmt, sind 18 Figuren: Die 14 Nothelfer in zwei Siebenergruppen, zus√§tzlich Maria als Patronin sowie die Heiligen Florian, Rochus und Sebastian.

Da der 1972 gestohlene hl. Eustachius nicht wieder aufgetaucht ist, ebenso wenig wie die damals entwendeten Engelk√∂pfe mit Blattwerken an den T√ľren und die an der Kanzel angebrachten Evangelisten sowie der lehrende Heiland, wurden die Figuren neu gestaltet. Die urspr√ľnglich leeren Nischen im Altarraum wurden in Folge der von Stadtpfarrer Edwin V√∂lkl initiierten Renovierung 1984 mit dem hl. Franz von Assisi und 1988 mit den Figuren der Mutter Theresia von Jesu Gerhardinger und der hl. Elisabeth, gestiftet vom Frauenbund, aufgef√ľllt.

Auch die Anfang des 18. Jahrhunderts entstandene Br√ľstung der Empore mit den originalen √Ėlbildern der zw√∂lf Apostel, Christus als Salvator sowie Maria und Paulus ist von besonderem Wert. Ein weiteres wertvolles Kulturerbe ist die noch im Original erhaltene, 1769 von Josef Adam Funtsch aus Amberg erbaute Orgel, die zu den bedeutendsten historischen Werken in der Oberpfalz z√§hlt.

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