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Nachricht vom 21.06.2017 Kultur & Feste

Krickelsdorfer Kirwa rundum perfekt, aber leider zu kurz

Krickeldorf (Bericht von Werner Schulz)  Alles passte bis aufs „i-TĂŒpfelchen“ bei der Krickelsdorfer Kirwa: traumhaftes Wetter, 19 fesche Kirwapaare, zĂŒnftige Musik, schmackhaftes Speisenagebot, großer GĂ€steandrang und ein sehr gut besuchter Festgottesdienst. Das Brauchtumsfest, das von der KLB und KLJB ausgerichtet wurde, hatte nur ein Manko – es dauerte heuer nur zwei Tage.

UrsĂ€chlich fĂŒr die verkĂŒrzte Kirwa waren die umfangreichen Bauarbeiten, die seit April letzten Jahres im Ort laufen. Da die Baufirmen am Kirwamontag wieder anrĂŒckten, musste auf das sonst ĂŒbliche Programm verzichtet werden. Die Dorfjugend interessierte das wenig. Sie hatte ihren Spaß daran, am Montag – wenn auch ohne KirwabĂ€r - durch den Ort zu streifen und in jedem Haushalt einzukehren.

Die 156 Jahre alte Dorfkapelle ist der „Allerheiligsten Dreifaltigkeit” geweiht. Darum wird die Kirchweih seit 47 Jahren rund um den Dreifaltigkeitssonntag gefeiert. Los ging es am Samstagnachmittag mit dem Aufstellen des Kirwabaumes. Bernhard Wiesmeth fĂŒhrte das Kommando, als die krĂ€ftigen Burschen den 27 Meter hohen, vom Hirschauer BrĂ€u Franz Dorfner gestifteten Riesen auf dem Dorfplatz in die Senkrechte hievten. Die GĂ€ste wurden derweil mit Kaffee und Köichln, RostbratwĂŒrstln und FrischgetrĂ€nken bewirtet.

Am Abend sorgte das Trio „D‘Heibirln“ bis Mitternacht fĂŒr Stimmung auf dem FestgelĂ€nde rund um das Dorfgasthaus „Zur Linde“. Wirtin Sieglinde Wittmann hatte sich zwar aus dem KirwageschĂ€ft zurĂŒckgezogen. Ihr uriges Wirtshaus samt Biergarten und Hof durfte trotzdem fĂŒr die Kirwa genutzt werden.

Dass ihre Kirwa fĂŒr die Krickelsdorfer ein christliches Fest ist, zeigte sich am Sonntag beim Festgottesdienst. Ruhestandspfarrer Konrad Kummer zelebrierte ihn auf dem Dorfplatz - assistiert von Diakon Richard Sellmeyer. FĂŒr die 19 Kirwapaare war es selbstverstĂ€ndlich, bei der Messe prĂ€sent zu sein und sie mitzugestalten.

Diakon Sellmeyer nahm in seiner Predigt Bezug auf die Lesung des Tages und versuchte, die Begriffe Gnade, Liebe und Gemeinschaft praxisnah zu erlĂ€utern. Gnade werde den Menschen zuteil, wenn Gott einst die „Lebenden und die Toten“ richtet. Auf diese dĂŒrfe man hoffen, da Gott die Menschen retten möchte. Liebe sei in Bezug auf das Göttliche rein, edel und makellos. Gott selber sei die Liebe, die den Menschen geschenkt werde und in der sie sich geborgen fĂŒhlen können. Mit dem Pfingstereignis sei die christliche Gemeinschaft und damit die Kirche gegrĂŒndet worden. Alle drei Attribute werden der Dreifaltigkeit zugeschrieben, können diese aber nur bruchstĂŒckhaft beschreiben.

Nach der Messfeier herrschte im Linde-Garten beim FrĂŒhschoppen und Mittagessen Hochbetrieb. Die GĂ€ste ließen sich die Braten aus der KĂŒche der Schnaittenbacher Metzgerei Weidner schmecken.

Höhepunkt des Sonntags war wie immer das Baumaustanzen. Als die Kirwaboum und -Moidln bei Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke aufmarschierten, sĂ€umten gut einhundert Zuschauer den sonnenĂŒberfluteten Dorfplatz.

Zu den KlĂ€ngen des Musikantenquintetts „S‘Vilsblech“ zeigten die Kirwapaare eine Reihe traditioneller, von Sonja Ringer perfekt einstudierter TĂ€nze. Sie beherrschten das „Bleamerl“ und den „Maxberger“ genauso gut wie den „Mexikanischen Walzer“, die Zigeuner- und die Sternpolka und ernteten dafĂŒr verdienten Applaus. Der Kirwawalzer endete mit der Krönung von Sophia Dotzler und Tobias Regler zum neuen Oberkirwapaar.

Die GĂ€ste hatten großen Durst und Hunger mitgebracht. Beim BĂ€cker wie beim Metzger musste mehrfach Ware nachgeordert werden. Auch die Nachfrage nach Torten, Kuchen und Köichln war enorm.



Ab dem SpĂ€tnachmittag erwies sich die Gruppe „S’Vilsblech“ als echter GlĂŒcksgriff. Ob volkstĂŒmlich, Schlager oder Evergreens – alles kam beim Publikum bestens an. Erstmals hatte man im Biergarten wieder eine TanzbĂŒhne aufgestellt. So manches GĂ€stepaar schwang darauf das Tanzbein. Kirwabursch Michael BĂ€umler ließ es sich nicht nehmen, mit Wirtin Linde einen Tanz zu drehen. Sie bekannte strahlend: „Ich hab‘ gewiss seit dreißig Jahren nicht mehr getanzt!“

Spannend wurde es nochmal beim Verlosen des Kirwabaumes. Wie gewohnt war Showmaster Wolfi Siegler ganz in seinem Element. Er lobte ausdrĂŒcklich das Engagement der Dorfleute. GlĂŒckliche Gewinnerin des Baumes war schließlich Andrea Ringer.

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