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Nachricht vom 31.03.2017 Kirchen

Armenhauskapelle mit neuem Dach

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Die Kirchenverwaltung der Katholischen Stadtpfarrgemeinde Mari├Ą Himmelfahrt hat derzeit eine kleine Baustelle. Die Armenhaus- oder Siechenkapelle, die in N├Ąhe der Amberger Kaolinwerke (AKW) zwischen der Bundesstra├če 14 und dem Bahngleis steht, erh├Ąlt ein neues Dach.

In der Gemarkung Hirschau, zu der neben dem Stadtgebiet auch der Dienhof und die Waldm├╝hle geh├Âren, gibt es zehn Kapellen. Eine davon ist die Armenhaus- oder Siechenkapelle. Der denkmalgesch├╝tzte barocke Massivbau hat seinen Namen vom einst unmittelbar benachbarten Armen- oder Siechenhaus, das bereits 1620 urkundlich erw├Ąhnt wird. Es stammt, wie auch die Kapelle, aus wesentlich ├Ąlterer Zeit und wurde au├čerhalb der Stadt, ca. 600 Meter vom mittleren Stadttor entfernt, erbaut, als sich die Lepra oder der Aussatz durch die Fernstra├čen stark ausbreiteten.

Heribert Batzl schreibt in der Hirschauer Stadtchronik: ÔÇ×An der Stra├če nach Schnaittenbach stand ÔÇ×seit unf├╝rdenklichen ZeitenÔÇť das Siechenhaus, dessen Stiftungsbrief verloren gegangen ist und ├╝ber das auf eine Anfrage der Regierung im Jahr 1855 niemand mehr Genaueres auszusagen wusste.ÔÇť Das Leprosenhaus wurde lediglich von Almosen unterhalten, welche an den Feiertagen eingesammelt wurden. Es hatte sonst kein Einkommen und war auf Spenden angewiesen, die den Wohlt├Ątern als ÔÇ×gutes WerkÔÇť besonders hoch angerechnet wurden.

Der Eingang zur Kapelle erfolgt von der B 14 aus durch eine flache Rundbogent├╝r. Im Raum steht nur ein kleiner schlichter Altar. ├ťber dem Eingang zur Kapelle findet sich die Aufschrift ÔÇ×ECCE CRUCEM DOMINI, FUGITEPARTES ADVERSAEÔÇť, zu Deutsch ÔÇ×Siehe das Kreuz des Herrn, fliehet ihr feindlichen M├ĄchteÔÇť. Unter der Schrift steht in lateinischen Zahlen MDCLXXVIII, also 1678. Das Gotteshaus wurde wohl in diesem Jahr renoviert. Das Siechenhaus samt Nebengeb├Ąuden wurde um 1835 abgerissen, so berichtet Joseph Weinberger in seiner Chronik ÔÇ×Die Stadt Hirschau, ihre B├╝rger und H├ĄuserÔÇť. Die Kapelle blieb erhalten.

Bis in die 1960-er Jahre hinein war zu Zeiten von Stadtpfarrer Heinrich R├Âhrl die Armenhauskapelle Bestandteil der Flurprozession Station. Deren Weg f├╝hrte von der Stadtpfarrkiche zur 14-Nothelfer-Kapelle an der Ehenfelder Stra├če gegen├╝ber dem Haupteingang zum Friedhof, dann zur Armenhauskapelle an der Georg-Schiffer-Stra├če, wo das zweite Evangelium vorgetragen wurde. Dritte Station war die Grundkapelle kurz vor dem Bahn├╝bergang in der Klaus-Conrad-Stra├če. Von da aus zog die Prozession weiter zur heute nicht mehr existierenden St. Anna-Kapelle in der N├╝rnberger Stra├če gegen├╝ber der Alten Fabrik und schlie├člich zur├╝ck zur Pfarrkirche.

1978 wurde die Armenhauskapelle von Handwerkern der Amberger Kaolinwerke kostenlos restauriert, wof├╝r diese vom damaligen B├╝rgermeister Willi B├Âsl mit einer Dankes-Urkunde belohnt wurden. Vor einiger Zeit wurden Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann und die Kirchenverwaltung von Hermann Luber darauf aufmerksam gemacht, dass am Kapellendach der Zahn der Zeit genagt hatte und es in einem sehr schlechten Zustand sei.

Zwischenzeitlich sind die Dachsanierungsarbeiten angelaufen. Die ortans├Ąssige Firma Holzbau Reil hat die vorhandene Dacheindeckung samt Regenrinnen abgenommen und entsorgt, eine neue Konterlattung, Dachlatten und Ortgangbretter aufgebracht, ein rei├čfestes und diffusionsoffenes Spezialflies verlegt, das Dach mit Biberschwanzziegeln eingedeckt und neue Regenrinnen mit neuen Rinnenhaken angebracht.

Die Kosten beziffern sich auf ca. 7 100 Euro, die von der Kirchenstiftung als Eigent├╝mer zu tragen sind. Kirchenpfleger Roland Fritsch und die Mitglieder der Kirchenverwaltung erw├Ągt derzeit, ob es nicht sinnvoll und angebracht w├Ąre, die Kapelle mit einem neuen Au├čenanstrich zu versehen.

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