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Nachricht vom 02.03.2017 Sonstiges

Hirschau trauert um Adolf Wisgickl

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Die Stadt Hirschau ist um eine verdiente, hoch gesch√§tzte Pers√∂nlichkeit √§rmer: Adolf Wsgickl - langj√§hriger Stadtrat, Tr√§ger des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Ehrenvorsitzender der Kolpingsfamilie verstarb im Alter von 81 Jahren am sp√§ten Montagvormittag im BRK Seniorenwohn- und Pflegeheim St. Barbara. Seit rund zwei Jahren verbrachte er dort seinen Lebensabend. Im Mai 2009 hatte ihn ein Schlaganfall unvermittelt aus einem Leben voller Aktivit√§ten gerissen. Bis zum Umzug in das Heim wurde er von seiner Frau Lydia zu Hause liebevoll betreut und gepflegt.

Adolf Wisgickl galt und gilt in Hirschau als Inbegriff der Seniorenarbeit und allgegenw√§rtiger Mitarbeiter in der Katholischen Pfarrgemeinde Mari√§ Himmelfahrt. Sie ist dem Verstorbenen zu gr√∂√ütem Dank verpflichtet. Bis zu seiner Erkrankung hat er sich wie kein Zweiter √ľber Jahrzehnte in verschiedensten Funktionen engagiert ‚Äď als Mitglied der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderats, als Vorsitzender des Missionsausschusses, als Hilfsmesner in der Pfarrkirche und Mesner in der Alten- und Pflegeheimkapelle, als Betreuer der Lourdes-Kapelle, ab 1957 als Hausmeister im Jugendheim, ab 1985 als Hausmeister im Pfarrheim, dort viele Jahre zus√§tzlich als ehrenamtlicher Wirt, als Gr√ľnder und langj√§hriger Leiter des Katholischen Altenclubs, sowie als unerm√ľdlicher Organisator von Seniorentagen und Seniorenfahrten.



36 Jahre stand Adolf Wisgickl von 1959 bis 1995 als Senior bzw. Vorsitzender an der Spitze der Kolpingsfamilie. Sie hat ihn f√ľr seine bleibenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als Kolping-Senior rief er 1968 die dekanatsweiten Altkleider- und Altpapiersammlungen ins Leben, die er bis April 2009 ohne Unterbrechung zweimal j√§hrlich organisierte.

Zus√§tzlich nahm er 33 Jahre lang Samstag f√ľr Samstag in der im Obstverwertungsstadel an der Wolfgang-Dro√übach-Stra√üe untergebrachten Sammelstelle Altkleider und Altpapier entgegen. Seine Altkleidersammelt√§tigkeit hatte ihm vor Jahren den Beinamen ‚ÄúPater Lumpio‚ÄĚ eingebracht, als er - in Franziskanerkutte gekleidet - dem auf Heimaturlaub weilenden Hirschauer Missionsbischof Antonio Eduard B√∂sl eine namhafte Geldspende aus dem Aktionserl√∂s √ľberreichte.

Weit √ľber 1 200 Tonnen Altkleider und fast 4 000 Tonnen Altpapier hat er - unterst√ľtzt von seinem Helferteam - in all den Jahren gesammelt. Der Erl√∂s von nahezu 200 000 Euro wurde stets f√ľr soziale Einrichtungen gespendet. Die Nutznie√üer reichen von der √∂rtlichen Volksschule oder der Sozialstation √ľber den Sozialdienst Katholischer Frauen und den Amberger Hospizverein bis hin zur Krebshilfegruppe von Dr. Rau oder die Bolivien-Mission. Damit war sein caritatives Engagement keineswegs ersch√∂pft: Zur Unterst√ľtzung der Hilfsorganisation ‚ÄúAfrica Luz‚ÄĚ hatte er zu Hause eine Sammelstelle f√ľr gebrauchte Brillen eingerichtet, ebenso eine Sammelstelle f√ľr gebrauchte Briefmarken und f√ľr M√ľnzen.

Adolf Wisgickls Einsatz f√ľr das Gemeinwesen beschr√§nkt sich aber nicht auf den kirchlichen Bereich. Seine politische Heimat war seit 60 Jahren die CSU. Dreizehn Jahre lang geh√∂rte er von 1977 bis 1990 dem Hirschauer Stadtrat als Mitglied der CSU-Fraktion an. In der CSU-Ortsvorstandschaft war er als Seniorenbeauftragter aktiv, 25 Jahre geh√∂rte er der Vorstandschaft des F√∂rderkreises Altenhilfe an.

Angesichts seines unerm√ľdlichen Wirkens verwundert es nicht, dass ihm vielfache Auszeichnungen zuteilwurden. Sie reichen vom Goldenen Ehrenzeichen der Caritas √ľber das h√∂chste Ehrenzeichen des Kolping-Di√∂zesanverbandes und die Johann-Michael-Sailer-Medaille bis zum Bundesverdienstkreuz, das ihm 1995 von Bundespr√§sident Roman Herzog verliehen wurde.

Beruflich stand Adolf Wisgickl seinen Mann in verantwortlicher Position als t√ľchtiger und Mitarbeiter der Firma Conrad, in die er im Alter von 15 Jahren als Lehrling eingetreten war. Die Urnenbeisetzung findet auf Wunsch des Verstorbenen im engsten Familienkreis statt. Stadt- und Pfarrgemeinde nehmen von ihm Abschied bei einem Trauergottesdienst am Freitag, 10. M√§rz, um 14.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche.

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