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Nachricht vom 14.12.2016 Jugend & Familie

Die Stadtpfarrkirche erkundet

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)   „I bin as Hirschau“ Und dou binne daham!“ So lautet das Jahresthema des Marien-Kindergartens/Haus des Kindes. FĂĽr die Schulkindbetreuungsgruppe und ihre Leiterin Stefanie Rom war das Anlass, zusammen mit ihrem Maskottchen, der Stofftierpuppe Fred, eines der ältesten und wichtigsten Bauwerke Hirschau genau unter die Lupe zu nehmen – die Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.

Für die Kirchenbesichtigung hatte man mit Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann den wohl kompetentesten Fremdenführer gewonnen. Dass dieser nicht in der Kirche, sondern zusammen mit seiner Pfarrhaushälterin im Pfarrhof wohnt, war nicht allen Kindern geläufig. Einige von ihnen hatten die Pfarrkirche noch nie von innen gesehen. Das verwunderte nicht, waren unter ihnen doch auch Nicht-Katholiken.

Anschaulich erklärte Pfarrer Bergmann die Höhe des Kirchturms. Seine Handbreite würde etwa zweimal in einen Stein passen. Das Abzählen ergab eine Turmhöhe von über 50 Metern. Interessant war, dass der Turm früher freistehend war. Dieser sei leider eingestürzt. Am gleichen Platz habe man 1753 den heutigen Turm aus Sandstein gebaut.

Beim Betreten des Gotteshauses erfuhren die Kinder die Bedeutung des Bekreuzigens mit Weihwasser. Auf der Vorderseite des Volksaltars entdeckten die Kinder einen Fisch – früher ein Geheimzeichen für Christen, wie Pfarrer Bergmann erklärte. Die griechische Übersetzung der Buchstaben „ICHTYS“ bedeuteten so viel wie „Ich glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes und Erlöser der Welt“.

Nächste Station war der spitzbogige Chor, der älteste Teil der Kirche. Alle waren beeindruckt von den farbigen Fenstern, auf denen sogar manchmal etwas zu lesen stand. Besonders interessant war der Hochaltar mit seinen Figuren aus der Zeit um 1520. Nicht übersehen wurden die Heiligen links und rechts über dem Chorgestühl und der Grabstein eines 1596 verstorbenen Ehepaars neben dem Hochaltar. Hinter dem Hochaltar ging es anschließend in die Marien-Kapelle.

In der Sakristei bewunderten die Kinder die verschiedenen Messgewänder mit z.T. sehr wertvollen Stickereien. Alle freuten sich schließlich auf das Besteigen des Turmes hinauf zu den großen Glocken. Die Kinder warteten gespannt auf das Schlagen der Turmuhr um 15.30 Uhr. Es war dann gar nicht so laut, wie man erwartet hatte. Ein Schnappschuss unter einer Kirchenglocke durfte freilich nicht fehlen.

Einige ganz Mutige stiegen den Turm noch weiter hinauf. Dabei entdeckten sie eine Tafel, auf der zu lesen war, dass die Spuren an den Steinen vom Bombenangriff der Amerikaner im Jahr 1945 stammen, bei dem die Kirche schwer beschädigt wurde. Für Pfarrer Bergmann gab es als Dankeschön für den interessanten Nachmittag eine Flasche Wein.

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