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Nachricht vom 09.12.2016 Sonstiges

Erster Fl├╝chtling in der Krankenpflegeschule

Amberg (Bericht von Uschald-PR Amberg )  Es war ein langer (Flucht-)Weg, vom Teppichweber im afghanischen Kabul bis zum k├╝nftigen staatlich anerkannten Altenpfleger in Amberg. Der 23j├Ąhrige Sekander Rezai hat sich entschieden, daf├╝r eine dreij├Ąhrige Ausbildung an der gemeinn├╝tzigen Berufsfachschule der ISE in Amberg anzutreten. Als erster Fl├╝chtling ├╝berhaupt.

Als der junge Mann 2013 mit Vater und Schwester nach Bayern kam, eignete er sich in erstaunlich kurzer Zeit erstaunlich gute Deutschkenntnisse an. Sekander, der in seiner Heimat auch ins Elektro- und Malerhandwerk geschnuppert hat, kam durch ein Praktikum mit dem Pflegeberuf in Ber├╝hrung. So entschloss er sich, zun├Ąchst einmal eine einj├Ąhrige Ausbildung zum Pflegefachhelfer zu absolvieren.

Helfend zur Seite stand ihm beim langfristig zu sehenden Versuch der Eingliederung in den deutschen Arbeitsmarkt eine Betreuerin der Caritas. Seit kurzem k├╝mmert sich auch ein ehrenamtlicher Helfer um ihn, der bei der Freiwilligenagentur registriert ist. Aufgrund der Bem├╝hungen der privaten Berufsfachschule f├╝r Altenpflege und Altenpflegehilfe der ISE durfte Sekander nach Absprache mit der Regierung der Oberpfalz versp├Ątet in den schon am 1. September gestarteten dreij├Ąhrigen Ausbildungskurs aufgenommen werden. Mit der Ma├čgabe nat├╝rlich, den bislang vers├Ąumten Stoff nachzulernen. Das scheint aber kein Problem zu sein. Mit der Aufnahme einer dreij├Ąhrigen Ausbildung d├╝rfte Sekander wohl sein vorl├Ąufiges Bleiberecht sicherstellen oder zumindest die ├ťberbr├╝ckungszeit bis zum Abschluss seines Verfahrens sinnvoll nutzen.

ÔÇ×Seine Sprachkenntnisse sind so gut, dass er im Unterricht mitkommtÔÇť, wei├č Schulleiterin Sigrid Jasinsky zu berichten. Wie Roland Domogalla, Gesch├Ąftsf├╝hrer der gemeinn├╝tzigen Einrichtung, berichtete, wei├č der junge Mann aus Afghanistan, ÔÇ×dass er sich f├╝r einen zukunftssicheren Beruf entschieden hat, wird der Fachpflegerbedarf in Deutschland aufgrund der absehbaren demografischen Entwicklung doch noch rapide zunehmenÔÇť. Laut Domogalla finden ann├Ąhrend 100 Prozent der Sch├╝ler im Anschluss an die Ausbildung einen Arbeitsplatz.

2.100 Stunden Theorie und 2.500 Stunden Praxis hat der junge Mann vor sich. Dabei vermittelt die Fachschule Grundlagen der Pflege, Altenpflege und Altenkrankenpflege in Theorie und Praxis, Lebensgestaltung, Berufskunde, Recht und Verwaltung, Deutsch und Kommunikation sowie Lebenszeit- und Lebensraumgestaltung. Die praktischen Eins├Ątze erfolgen in Einrichtungen der Altenpflege.

Der erste Fl├╝chtling an der Berufsfachschule f├╝hlt sich nach eigenen Worten in der Klasse sehr gut aufgehoben und als Nicht-Muttersprachler bei den einheimischen Mitsch├╝lern voll integriert. Er ist froh, dass er im Rahmen der Familienzusammenf├╝hrung von M├╝nchen nach Amberg umziehen durfte, berichtet er. Denn hier leben bereits sein pflegebed├╝rftiger Vater, um den er sich k├╝mmern muss, und eine Schwester.

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