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Nachricht vom 28.05.2016 Politik

Unglaublich: Telekom will frisch sanierte Innenstadt aufgraben

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Wenn nicht alles t├Ąuscht, l├Ąuft die Telekom Gefahr, sich den Zorn der Hirschauer zuzuziehen. Wie B├╝rgermeister Hermann Falk beim CSU-B├╝rgergespr├Ąch im Gasthaus Schadl in Weiher bekannt gab, will die Telekom im Stadtkern im Zuge des Breitbandausbaus die Verkabelung durchf├╝hren und das frisch verlegte Pflaster neu aufgraben.

Mit Falk war man sich einig: Das ist v├Âllig unverst├Ąndlich und kann so nicht hingenommen werden. Die Telekom h├Ątte daf├╝r w├Ąhrend der dreij├Ąhrigen Bauphase Zeit genug gehabt. ├ähnliche Probleme mit dem Breitbandausbau zeichnen sich f├╝r Krickelsdorf ab. Wie es aussieht, kann die Telekom den Ausbau nicht im Zuge der laufenden Wasserleitungs-, Kanal- und Stra├čenbauma├čnahmen durchf├╝hren.

Der unterschriftsreife Kooperationsvertrag zwischen Telekom und Stadt zum Ausbau der Breitbandversorgung im Stadtgebiet mit allen Ortsteilen konnte nicht unterzeichnet werden. Die Telekom hat am Ende des Verfahrens festgestellt, dass eine ├ťberschneidung zwischen einem geplanten Eigenausbau und dem staatlich gef├Ârderten Ausbau vorliegt. Das Verfahren muss von vorne beginnen und wirft die Breitband-Ausbauplanungen zeitlich zur├╝ck. Der Neueinstieg f├╝hrt h├Âchstwahrscheinlich zu g├╝nstigeren Preisen im Netzausbau, da die staatlich gef├Ârderte Deckungsl├╝cke um den Eigenausbau der Telekom reduziert wird.

Erfreuliches hatte Falk ├╝ber das Baugebiet ÔÇ×Sonnenstra├čeÔÇť zu berichten. Dieses sei schon gut belegt. Derzeit laufen die Vorplanungen f├╝r die Schulstra├če, insbesondere um die Trassenf├╝hrung f├╝r die Abwasserbeseitigung. Sonst m├╝sste in der Josefstra├če eine Kanalhaltung vergr├Â├čert werden, um das Abwasser aus der Sonnenstra├če aufzunehmen.

Interessante Zahlen hatte Falk ├╝ber die Belegung und Finanzierung der drei Stiftungskinderg├Ąrten parat. Den Wolfgang-Kindergarten besuchen 83 Kinder, davon sind 28 Krippenkinder. In den Antonius-Kindergarten gehen 56 Kinder, davon sind 20 Krippenkinder. Keine Krippenkinder hat der Marien-Kindergarten. Unter den 42 angemeldeten Kindern sind 15 Schulkinder, die dort betreut werden. F├╝r den Kindergartenbetrieb man einen Staatszuschuss von 510 000 Euro. Die Stadt hat einen kommunalen Zuschuss in gleicher H├Âhe zu leisten und muss, da sie Tr├Ąger der Einrichtung, das restliche Defizit von 280 000 Euro abdecken, insgesamt also 790 000 Euro f├╝r die Kinderg├Ąrten aufwenden.

Nachdem der B├╝rgermeister die wichtigsten Haushaltsdaten vorgestellt hatte, nutzten die Anwesenden intensiv die Gelegenheit, den Begriff ÔÇ×B├╝rgergespr├ĄchÔÇť mit Leben zu erf├╝llen. Positiv bewertet wurde der Ausbau des Kernwegenetzes. Dieser wird sich ├╝ber neun Jahre hinziehen, da f├╝r jede Ma├čnahme gesonderte Untersuchungen und Planungen erforderlich sind, vor allen im ├Âkologischen Bereich. Der Ausbau des Weges zum Rotb├╝hl-Sender ist bereits im Gange. Die Gesamtkosten sind auf 290 000 Euro veranschlagt. Man erwartet einen Zuschuss in H├Âhe von 220 000 Euro.

Erfreut war man, dass die s├╝dliche Ortseinfahrt durch den Landkreis breit angelegt und geteert wurde. Nach wie vor besteht der Wunsch, den Fahrradweg ├╝ber diese Ortseinfahrt weiterzuf├╝hren. Gerade im Bereich der Steigung, wo die Stra├če am engsten ist, sei dies n├Âtig.

Sorgen bereitet den Weiherern der nicht mehr zeitgem├Ą├če Zustand ihres Feuerwehrhauses. Eigentlich sei es aus Kostengr├╝nden nicht mehr renovierf├Ąhig. Die gesetzlichen Vorgaben spr├Ąchen eher f├╝r einen Neubau. Daf├╝r gebe es eine m├Âgliche Festf├Ârderung pro Stellplatz in H├Âhe von 40 000 Euro. Die Verantwortlichen verwiesen auf die fehlenden Sanit├Ąranlagen. Solange es in Weiher noch ein Wirtshaus gibt, brauche man kein Gemeinschaftshaus. Man sollte aber in ein neues Feuerwehrhaus einen Gemeinschaftsraum einbauen.

B├╝rgermeister Falk und CSU-Fraktions-Chef Dr. Hans-J├╝rgen Sch├Ânberger wiesen darauf hin, dass die Stadt bis zum Jahr 2019 ca. 950 000 Euro f├╝r Neuanschaffungen bzw. den Austausch von Fahrzeugen und Ger├Ąten der Ortsfeuerwehren ausgeben wird. Deren Bedeutung unterstrich Falk: ÔÇ×Die freiwilligen Feuerwehren leisten einen hervorragenden ehrenamtlichen Dienst. G├Ąbe es diese nicht, m├╝sste der Landkreis f├╝r Berufsfeuerwehren 36 Mio. Euro aufwenden.ÔÇť

Die Weiherer erneuerten den Wunsch, eine Wasserleitung zum Festplatz am Fu├če des Rotb├╝hl zu bauen. Dort gibt es bis jetzt nur einen Brunnen ohne Trinkwasser. Die Kosten f├╝r eine Ringleitung wurden auf 30 000 Euro gesch├Ątzt. Vor einer Entscheidung m├╝sste die Mimbacher Gruppe kontaktiert werden.

Die Anwesenden beklagten den Zustand der Fensterbachquelle. Sie sei verwildert und verwachsen. Sie in Ordnung zu bringen, sei eigentlich Aufgabe der Stadt Schnaittenbach. Man habe Gespr├Ąche mit B├╝rgermeister Reindl gef├╝hrt, sei jedoch nicht weiter gekommen. Die Weiherer erkl├Ąrten, dass sie mit Genehmigung des Stadt Schnaittenbach und entsprechender Entlohnung ein- bis zweimal j├Ąhrlich die Pflege ├╝bernehmen w├╝rden. Gefordert wurde auch das Abhobeln der Bankette zum Fensterbach.

Dr. Sch├Ânberger lobte das Engagement der Einwohner in den Ortsteilen. Die Stadt entlohne deren Arbeitseins├Ątze gerne. Die Weiherer haben z.B. das M├Ąhen des Sportplatzes und der dazu geh├Ârigen B├Âschungen ├╝bernommen.

Die Kricklhofer bedankten sich f├╝r die gelungene Renovierung ihrer Kapelle und warteten mit dem Wunsch nach der Einrichtung eines Spielplatzes auf. Man sei noch auf der Suche nach einem geeigneten Grundst├╝ck.

Harsche Kritik gab es am Verhalten einiger Umweltfrevler. Alfons Dirschedl, der sich um das Rot-Kreuz-Marterl k├╝mmert, beklagte Vandalismus und das regelm├Ą├čige Abladen von Abfall. Ihm mache seine Aufgabe bald keine Freude mehr. Nach seiner Aussage m├╝ssten am Rot-Kreuz-Weg einige Schlagl├Âcher geflickt werden. Ein Landwirt beklagte, dass auf seiner am Pfarrerweiher gelegenen Wiese regelm├Ą├čig vier Hunde ausgelassen werden, um dort ÔÇ×ihr Gesch├Ąft zu verrichten.ÔÇť Er k├Ânne dies nicht l├Ąnger dulden. Hundekot im Futterkreislauf k├Ânne und d├╝rfe nicht sein.

Unterschiedliche Meinungen ├Ąu├čerten die Anwesenden zum Thema Dorferneuerung. B├╝rgermeister Falk k├╝ndigte eine Aufkl├Ąrungsversammlung an. Diese sei mit den betreffenden Beh├Ârden bereits vereinbart.

Ortssprecher Karl Hanauer bedankte sich bei der Stadt f├╝r die gute Zusammenarbeit. Er selbst erntete Lob von Dr. Sch├Ânberger f├╝r seine Arbeit, insbesondere f├╝r seinen hartn├Ąckigen, letztlich von Erfolg gekr├Ânten Einsatz zum Anbringen der Leitplanken an der Kreisstra├če AS 18 auf H├Âhe der Kaolingrube. Mit Beifall wurde sein Versprechen quittiert, dass der CSU-Ortsverband und B├╝rgermeister Falk den abges├Ągten d├╝rren Baum beim Stauber-Anwesen ersetzen und bei der Pflanzung eine Brotzeit spendieren werden.

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