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Nachricht vom 22.02.2016 Vereine

Nix Düsseldorf helau – Musikzug bleibt daheim in Hirschau

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Vielleicht hätte GĂĽnter GrĂĽnwald dem Hirschauer Musikzug in seiner nächsten Freitagscomedy am 11. März ein paar Sätze gewidmet - dann nämlich, wenn dieser am 13. März beim „DĂĽsseldorfer Rosenmontagszug“ mitmarschiert wäre. Das wird aber nicht der Fall sein. Der Kabarettist hatte den DĂĽsseldorfern am Freitag ins Stammbuch geschrieben, dass der Rosenmontag nicht beliebig verschiebbar ist wie das Ingolstädter BĂĽrgerfest, sondern „seinen festen Platz genau in der Mitte zwischen dem Faschingssonntag und dem Faschingsdienstag hat“.

Eine knappe Stunde vor der Comedy-Sendung hatte die Musikzug-Vorstandschaft mit ihrem Vorsitzenden Maximilian Stein einstimmig den Verzicht auf die Düsseldorf-Reise beschlossen. „Am 13. März wird’s nix mit „Düsseldorf helau“ – der Musikzug bleibt daheim in Hirschau!“ In der rheinischen Karnevalsmetropole muss man am „Ersatz-Rosenmontag“ auf die Musiktruppe aus der oberpfälzer Kaolinmetropole verzichten.

Am Faschingswochende vom 6. bis 8. Februar waren die Hirschauer wie seit 40 Jahren üblich in das Rheinland gereist. Am Faschingssonntag konnten sie beim „Veedelszoch“ im größten Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim auch richtig Karnevalsluft. Der Rosenmontagszug, auf den alle hingefiebert hatten, fiel dann allerdings den Sturmwarnungen der Meteorologen zum Opfer.

Das „Comitee Düsseldorfer Carneval e.V.“ sagte den Umzug kurzfristig ab, entschied jedoch einige Tage später, den Rosenmontagszug am Sonntag, 13. März, nachzuholen. Prompt erhielt auch der Hirschauer Musikzug eine offizielle Einladung. Auf den ersten Blick war man nicht abgeneigt, die Einladung anzunehmen und 2016 doch noch die 40. Rosenmontagszug-Teilnahme feiern zu können.

Umgehend wurde unter der Musikerinnen, Musikern und Majoretten eine Umfrage gestartet, wer zum „Ersatz-Rosenmontagszug“ mit nach Düsseldorf reisen kann bzw. will. Es ergab sich ein gemischtes Bild. Da gab es die einen, die es sich – wie Günter Grünwald - ganz einfach nicht vorstellen konnten, „mitten aus dem Alltag gerissen voll mit Helau-Rufen loszulegen. Die Oberpfälzer Mentalität unterscheidet sich doch ein wenig von der der rheinischen Jecken.

Andere wiederum waren der Meinung, „wenn du mitten in Düsseldorf im Gedränge stehst und jeder lustig drauf ist, dann reißt es dich automatisch mit.“ In der Tat hätte es so manchen gereizt, mitzuerleben, wie die rheinischen Frohnaturen mitten in der Fastenzeit Karnevalsstimmung in ihre Stadt zaubern. Letztlich musste man übereinstimmend zu der Erkenntnis gelangen, dass eine Teilnahme am 13. März nicht möglich ist.

Dirigentin Annette Pruy-Semsch brachte es auf den Punkt: „Wir wären ganz einfach nicht spielfähig gewesen. Zu viele Musikerinnen und Musiker mussten aus beruflichen oder schulischen Gründen absagen. Für eine ganze Reihe von Schülerinnen und Schülern stehen Prüfungen vor der Tür. Zudem hätten die sieben Musikzügler, die auch bei den Hahnbacher Marktbläsern spielen, wegen deren Probenwochenende auf jeden Fall gefehlt. Die Orchestermitglieder haben ohnehin wegen des bevorstehenden Osterkonzertes und des Wertungsspiels eine ganze Reihe von Probeterminen wahrzunehmen.“

Zu einem solchen trafen sich die Musikzügler am Sonntag in ihrem Probenraum im Schulgebäude. Dort wartete auf sie eine Riesenüberraschung. Busunternehmer Harald Herrmann half gewaltig mit, das durch den Ausfall des Rosenmontagszug und die dadurch entgangene Gage in der Musikzugkasse entstandene große Finanzloch zu stopfen. Harald Herrmann erklärte sich bereit, dem Musikzug die Buskosten zu 100 Prozent zu sponsern.

Zudem konnte Ex-Vorstand Werner Stein mitteilen, dass die Firma Getränke Stein die Kosten für die während der Fahrt konsumierten Getränke übernimmt, die Metzgerei Fruth die Kosten für die Brotzeit unterwegs. Vorstand Maximilian Stein bedankte sich mit herzlichen Worten für die großzügigen Spenden. „Dadurch haben wir wegen des Rosenmontags in unserer Kasse kein Minus mehr.“

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