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Nachricht vom 17.02.2016 Kirchen

Pfarrer Hans Hammer feiert 85. Geburtstag

Freudenberg/Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Er ist bis heute Priester mit Leib und Seele und gilt als ‚Äústeter Streiter f√ľr Toleranz‚ÄĚ, dem der Dialog und die Verst√§ndigung zwischen Christentum und Islam zutiefst am Herzen liegen - die Rede ist von Pfarrer Hans Hammer. Seit 2004, als er nach einem sehr engagierten seelsorgerischen Wirken in den Ruhestand trat, lebt er in Freudenberg. Am Sonntag kann er seinen 85. Geburtstag feiern.

Der am 21. Februar 1931 in Amberg geborene Jubilar kann wie kaum ein zweiter Geistlicher der Region Amberg-Sulzbach auf ein √§u√üerst bewegtes Priesterleben zur√ľckblicken. Er wuchs in Hirschau als √Ąltester einer siebenk√∂pfigen Familie auf, besuchte die Oberrealschule (heute GMG) in Amberg und machte dort 1951 sein Abitur. Bis 1956 studierte er Theologie und Philosophie an der Hochschule in Regensburg. Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1957 war er bis 1959 als Kaplan in Grafenw√∂hr t√§tig. Im September 1959 wurde er von Kardinal K√∂nig in Wien zum Kaplan der Pfarrei D√∂bling St. Paul ernannt und sollte sich auf eine Ausbildung als Europa-Seelsorger vorbereiten. Die Idee von Erzbischof ‚ÄďKoadjutor Jachym zerschlug sich auf Grund der Kurzsichtigkeit verschiedener Bisch√∂fe in europ√§ischen Gro√üst√§dten.

Von 1963 bis 1974 unterrichtete er als Religionslehrer an der Kaufmännischen Berufsschule in Regensburg - eine Aufgabe. Während der elf Jahre in Regensburg unternahm er Studienreisen in die Ukraine, nach Russland, Sibirien, Kasachstan und Usbekistan sowie in die USA. Als Touristenseelsorger sammelte er Erfahrungen in Spanien und Italien.

1974 wurde er vom Katholischen Auslandssekretariat Bonn als Auslandsseelsorger nach Teheran berufen, verantwortlich f√ľr die deutschsprachigen Katholiken¬†in Iran mit Sitz in Teheran. Bis 1980 war er verantwortlich f√ľr den Unterricht an der Deutschen Begegnungsschule¬†in Teheran und den 14 Gro√übaustellen im gesamten Iran sowie f√ľr die Seelsorge an den Gefangenen und Kranken im Bereich der Megapolis Teheran. 1978/79 war erlebte er die Iranische Revolution, den Sturz des Schahs und die Errichtung der Islamischen Republik.

Auf Grund der au√üerordentlichen Verdienste um seinen seelsorglichen Einsatz w√§hrend der Revolution verlieh ihm Bundespr√§sident von Weizs√§cker 1988 das Bundesverdienstkreuz I. Klasse. Nach dem Zerfall der Wirtschaftsbeziehungen mit dem Westen war die Seelsorge auf eine kleine Schar von Gesch√§ftsleuten geschrumpft. So kehrte Hammer 1980 nach Regensburg zur√ľck.

Ab 1983 widmete er sich erneut der Auslandsseelsorge, allerdings mit einem wesentlich erweiterten Wirkungskreis. Von Istanbul aus betreute er als Seelsorger nicht nur die T√ľrkei, sondern die L√§nder Iran, Irak, Kuweit, die Golfstaaten und das Sultanat Oman.

Bis 1994 war er mit dem Aufbau einer deutschsprachigen Seelsorge mit Filialen in Istanbul, Ankara, Teheran, Bagdad, Mossul, Basra, Kuwait, Dubai, Abu Dhabi und Muscat beauftragt. Pfarrer Hammer besuchte nicht nur die Gemeinden, sondern auch die Baustellen im Irak mit großen Baucamps am Tigris und im gesamten Gebiet von der syrischen Grenze bis nach Basra im Zweistromland zwischen Eufrat und Tigris und im Kurdengebiet.

Er pflegte gute Kontakte zu den Vertretern des Heiligen Stuhls und stand in st√§ndigem Kontakt mit den Bisch√∂fen in Istanbul, Izmir und Mersin. Tiefe Einblicke in seine Erlebnisse und Erfahrungen und die aus seiner Arbeit pers√∂nlich gewonnenen Erkenntnisse gew√§hrt Pfarrer Hammer in dem von ihm gemeinsam mit der Ethnologin Dr. Annemarie Gronover herausgegebenen Buch ‚ÄúSeelsorge zwischen W√ľste und Metropole - Biographisches aus Iran und T√ľrkei‚ÄĚ.

Sein Einsatz f√ľr diese Region rissen nach seiner R√ľckkehr in seine deutsche Heimat nicht ab, wo er sich von 1994 bis 2004 - √ľber die f√ľr Priester geltende Pensionsgrenze von 70 Jahren hinaus - als vorbildlicher Seelsorger in der Pfarrei Schambach erwies. Bis 1999 √ľbernahm er die nebenamtliche Aufgabe als Seelsorger f√ľr die Gemeinden am Golf. Sein priesterliches Wirken w√§re unvollst√§ndig, w√ľrden man seine intensiven Bem√ľhungen um die Verst√§ndigung zwischen Deutschen und Tschechen unerw√§hnt lassen, die ihm besonders in den Jahren 1967 bis 1974 ein Anliegen waren.

Im Sommer 2004 ging er im Alter von 74 Jahren in den Ruhestand nach Freudenberg und hilft seitdem als Ruhestandsseelsorger in der Pfarrei Wutschdorf und der Filiale Etsdorf.

Dass der Jubilar eine Pers√∂nlichkeit ist, die landauf und landab als Experte in Sachen Islam gilt, ist angesichts seiner Seelsorgerlaufbahn selbstverst√§ndlich. Seine pers√∂nlichen Erfahrungen sind es, die ihn unbeirrt f√ľr den Dialog der Religionen werben und ihn unerm√ľdlich mahnend den Zeigefinger erheben lassen, wenn der Islam und seine Gl√§ubigen angesichts schrecklicher Ereignisse pauschal verurteilt werden.

Er bezeichnet Papst Franziskus als sein Vorbild, der sagt: ‚ÄěEr braucht kein Gold, er tr√§gt einfaches Wei√ü.‚Äú Entsprechend bescheiden und in kleinem Rahmen feiert Pfarrer Hammer am Sonntag seinen 85. Geburtstag. Von 11 bis 13.30 Uhr l√§dt er Verwandte und Freunde zu einem kleinen Imbiss mit Getr√§nken in den Landgasthof Dotzler ein. Wer sich von ihnen zu der Geburtstagsrunde gesellen will, wird gebeten, sich im Gasthof Dotzler (Tel.: 09627/260) oder bei Frau Smarzly (Tel.: 09627/1347) anzumelden. Pfarrer Hammer bittet darum, von Geschenken abzusehen. F√ľr soziale Anliegen kann eine Spende in die bereitgestellte Box eingelegt werden.

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