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Nachricht vom 09.07.2026 Kultur & Feste

Drei Tage Superstimmung bei der Weiherer Kirwa

Weiher/Krickelhof (Bericht von Werner Schulz)  â€žOh Kirwa lou niat nou!“ Seit 188 Jahren gilt dieses Motto am ersten Juli-Wochenende in der Ortschaft Weiher. Hunderte pilgerten wieder zum idyllisch gelegenen Festplatz am FuĂźe des RotbĂĽhl, dem Zentrum des Kirwatreibens.

Zum 18. Mal hatten die Freiwillige Feuerwehr und die „Weiherer Kirwaleit“ dorthin eingeladen. Sie können das Fest als vollen Erfolg verbuchen. Stolze 32 Meter ragte der Kirwabaum in den Himmel. Für Kirchenpfleger Hermann Ott war es wieder eine Ehrensache, den Baumriesen zu spendieren. Er wurde von den Kirwaburschen am Samstagmorgen eingeholt und von den Moidln geschmückt. Am Nachmittag packten gut drei Dutzend Mannsbilder an, um ihn auf dem Sportplatz in die Senkrechte zu hieven. Am Abend herrschte gleich Superstimmung – das Verdienst der Gruppe „D’Übler-Boum“. Von den Musikanten auf Touren gebracht, trat so mancher Gast den Heimweg erst beim Morgengrauen an. Dass sich die Weiherer bewusst sind, dass ihre Kirwa ursprünglich ein religiöses Fest ist, bewies der Sonntag. Beim von Stadtpfarrer Johann Hofmann zelebrierten Gottesdienst war die Dorfkirche Mariä Opferung bis auf den letzten Platz besetzt. Trotz durchzechter Nacht war es für die neun Kirwaboum und Kirwamoidln selbstverständlich, die Messe mitzufeiern. Beim Mittagessen ließ man sich zu den Klängen der Gruppe „Kreiz&Quer“ den Schweinebraten und die Schnitzel aus der Küche der Metzgerei Geyer schmecken. Kurz nach 15 Uhr marschierten die Kirwapaare - angeführt von „Kreiz&Quer“ - auf dem von zahlreichen Besuchern gesäumten Sportplatz zum Baumaustanzen ein. Mit ihren Darbietungen bewiesen sie, dass Kreisheimatpfleger Dieter Kohl als Tanzlehrer ganze Arbeit geleistet hatte. Es gab viel Applaus für das Fensterl, die Kutsche, den Zwiefachen den Siebenschritt und die Sternpolka. Der Kirwawalzer endete mit der Kür von Stefanie Wunschel und Alexander Braun zum neuen Ober-Kirwapaar. Kenner der Weiherer Kirwa erinnerten sich daran, dass im Jahr 2008 nach 60-jähriger Pause Weiherer Kirwapaare erstmals wieder beim „Müllner“ ihren Kirwabaum austanzten. Sepp Braun vom „Schloch“ (Neuersdorf) hatte dazu die Initiative ergriffen, der Vater des neuen Ober-Kirwaboum. Bei der „Wiedergeburt“ 2008 war auch Daniel Stiegler als Kirwabou mit von der Partie. Seither hat er sich Jahr für Jahr bei den jeweiligen Kirwa-Moidln einen legendären Ruf als Tanzpartner erworben. Heuer wurde er mit einem Ehrentanz als Kirwabursch in Rente geschickt. Das Abschiedsgeschenk hatte er sich (heimlich) selber ausgesucht! Der Schlawiner wollte doch tatsächlich die Kirwaliesl stibitzen! Die Rechnung hatte er aber ohne Alexander Braun und Markus Hanauer gemacht. Nach der Austanzzeremonie hielt der Maunz Franz die Gäste bis in die Nacht hinein bei Laune.

Am Kirwamontag fanden sich viele Firmen- und Behördenvertreter aus Hirschau und Umgebung zum Mittagessen ein. Rund ging es dann im Dorf beim Kirwabärtreiben. Dieses Mal erwischte es Florian Ott. Zum Endspurt spielte am Abend die Gruppe „Mir 3 und du“ auf und sorgte nach einhelliger Meinung für Bombenstimmung. Schlussakt war die Verlosung des Kirwabaumes. Ihn gewann Kirwabursch Ludwig Heil. Eine positive Schlussbilanz konnten auch die Dorffrauen und Kiwamoidln ziehen. Sämtlich 300 von ihnen gebackenen Köichln und 30 Kuchen waren ausverkauft.

Ob Fensterl, Kutsch’n, Zwiefacher, Siebenschritt oder Sternpolka – die Weiherer Kirwapaare „wor’n wieda sauguat drauf“, so Tanzlehrer und Kreisheimatpfleger Dieter Kohl. - Foto von Nicole KunzeFoto: Nicole Kunze
Ob Fensterl, Kutsch’n, Zwiefacher, Siebenschritt oder Sternpolka – die Weiherer Kirwapaare „wor’n wieda sauguat drauf“, so Tanzlehrer und Kreisheimatpfleger Dieter Kohl.

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Foto: Nicole Kunze
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