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Nachricht vom 23.10.2018 Vereine

Zum 20-Jährigen ein „Konzert vom Feinsten“

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Der Gemischte Chor feierte sein 20-Jähriges mit einem Konzert. Es wurde „ein Konzert vom Feinsten“, wie ein Besucher meinte. Mit seinem Urteil stand er nicht allein. Am Schluss gab es „standing Ovations“ fĂĽr die Akteure.

Zu diesen zählten außer den Sängerinnen und Sängern des Jubelchors ihre Dirigentin Jana Müller als Sopran-Solistin, Pianist Roman Podokschik und das Musikzug-Bläserquintett „Die Wirtshausfreundlichen“ unter Leitung von Jürgen Enderer.

Das voll besetzte Josefshaus war ein eindrucksvoller Beleg für die Wertschätzung, die der Chor genießt. Dass die Vorsitzende Renée Ehringer-Hoffmann Bürgermeister Hermann Falk in der Reihe der Ehrengäste besonders begrüßte, hatte einen guten Grund: Von ihm stammte die Idee, das 20-Jährige mit einem Konzert zu feiern. Beim Ehrungsabend im November 2017 hatte er die Veranstaltung angeregt. Wie damals betonte Falk in seinem Grußwort, dass er stolz auf den Chor sei. Er sei eine Bereicherung für das Kulturleben der Stadt.

Wie recht das Stadtoberhaupt mit seiner Einschätzung hatte, stellten Jana Müller und ihr Ensemble mit ihren Darbietungen unter Beweis. Ob beschwingt wie bei den Liedern „Sing mit mir“ und „Diese flotte Melodie“ oder besinnlich wie bei Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ und den Stücken „Greensleeves“, „Dindirin“ sowie „Sing we and chant it“ – der Chor wusste zu überzeugen. So richtig in ihrem Element waren die Sängerinnen und Sänger bei den Ohrwurm-Oldies „Hör mein Lied Elisabeth“, „Lollipop“, „Marina“ und „Zwei kleine Italiener“. Zwischen den Chorbeiträgen bewies Jana Müller ihre stimmlichen Qualitäten mit ihren Sopran-Solos „Summertime“, „Tak jako slunecnice“, „Du bist da“ und vor allem ihrem einfühlsamen „Mondlicht“-„Memory“ aus dem Musical „Cats“. Dafür erntete sie geradezu stürmischen Applaus. Im Konzertverlauf kamen auch die Freunde traditioneller Blasmusik auf ihre Kosten. Mit dem „Villanderer Hochzeitsmarsch“ entführten die „Wirtshausfreundlichen“ das Publikum nach Südtirol, mit „Auf der Ritzau-Alm“ und dem „Unterlandler“ nach Tirol. Im zweiten Block präsentierte das Musikzug-Quintett Ernst Moschs „Böhmischen Marsch, Josef Stepaneks „Egerland, Heimatland“ und Leonhard Pauls „Unterm Säusenstein“.

Ohne Reden konnte die Jubiläumsveranstaltung nicht abgehen. Hans Meindl blickte auf die Geschichte des Gemischten Chores zurück. Dieser habe lange vor der 1998 erfolgten Eingliederung in den Gesangverein 1860 als Schola existiert. Die Anfänge lägen in den 1980-er Jahren, als es in der Katholischen Pfarrgemeinde mit Werner Schulz, Alois Feyrer, Peter Butschek und Hans Moosburger vier Kantoren gegeben habe. Damals, zur „Hoch-Zeit“ der Emanzipation, hätten Mädchen ihr Interesse am Mitsingen bekundet. So sei die Schola unter dem Dirigenten Eckehard Stosik entstanden. Ein genaues Gründungsdatum gebe es nicht, da kein Verein im herkömmlichen Sinn gebildet worden sei. Den Scholamitgliedern, alle Individualisten, sei es ausschließlich um die Freude am Singen gegangen. Nachdem Stosik aus Altersgründen das Dirigentenamt aufgab, sei man vom Männergesangverein mit seinem Vorsitzenden Günter Übelacker und dem Chorleiter Michael Kallert umworben worden. Man habe sich zunächst etwas geziert, letztlich aber der Eingliederung in den MGV zugestimmt, der sich nur mehr Gesangverein nannte und nun neben seinem Männerchor einen zweiten, den Gemischten Chor hatte, beide dirigiert von Michael Kallert. Im gleichen Jahr habe man mehrere Auftritte absolviert. 1999 sei Chormitglied Anita Moosburger zur 2. Vorsitzenden gewählt worden. 2003 habe Kallert aus gesundheitlichen Gründen die Chorleitertätigkeit aufgeben müssen. Auf ihn sei bis Februar 2005 Andrea Eichenseer gefolgt, bis Oktober 2005 Silke Schuller. Seither habe man in Jana Müller eine hervorragende Leiterin, die den Chor durch ihre Geduld, Toleranz, Einfühlsamkeit und ihr professionelles Können zu einer Einheit zusammengeschweißt habe und nicht mehr wegzudenken sei. 2007 habe Renée Ehringer-Hoffmann Anita Moosburger als 2. Vorsitzende abgelöst, 2013 die Nachfolge von Günter Übelacker, dem heutigen Ehrenvorsitzenden, als 1. Vorsitzende angetreten. Seitdem liegen die Geschicke des ehemaligen Männergesangvereins in weiblicher Hand. Sie führe den Verein mit sehr viel Liebe, Engagement, Verständnis und Harmoniebedürfnis.

Der Chor nehme gerne seine kulturelle Aufgabe in und für Hirschau wahr. Dazu gehöre seit zwölf Jahren die Mittsommerserenade, das Singen im Seniorenheim, beim Weihnachtsmarkt, beim Advenfensteröffnen und beim Adventsingen in der Kirche. Nach wie vor verbinde die Chormitglieder die Liebe zum Singen. Wer gerne aus frohem Herzen zeitgemäße Lieder singe, sei herzlich willkommen. Mit Verweis auf den Altersdurchschnitt von 61,3 Jahren betonte Meindl, dass man neue Sängerinnen und Sänger suche, auch wenn man selber weiter singen wolle, solange die Stimme hält.

Die im Programm vorgesehenen Ehrungen wurden gemeinsam von Renée Ehringer-Hoffmann, Bürgermeister Hermann Falk und dem Gruppenchorleiter der Sängergruppe Amberg Helmut Fischer vorgenommen. Franz Lang wurde für zehn Jahre aktives Singen ausgezeichnet, Bernhard Epp für 25 Jahre passive Mitgliedschaft. Eine besondere Würdigung erfuhr Wolfgang Köper mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. Insgesamt 28 Jahre hatte er dem Verein als Schriftführer gedient, dem er 1980 beigetreten war. Hinzukommen vier Jahre im Amt des Schatzmeisters und zwei Jahre als Kassenprüfer. Helmut Fischer würdigte sowohl das Engagement der Geehrten als auch die Leistungen aller an der Gestaltung des Konzertes Beteiligten.

Nachdenklich stimmte der Chor mit seinen letzten drei Vorträgen „This little light of mine“, „Schau auf die Welt“ und Leonard Cohens „Hallelujah“. Einen stimmungsvollen Abschluss fand das Konzert mit dem von den Mitwirkenden und dem Publikum gemeinsam im Kanon gesungenen Lied „Abendstille“, mit dem man dem Konzertmotto „Sing mit mir“ ebenso gerecht wurde wie vorher schon mit dem Kanon „Froh zu sein bedarf es wenig“.

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