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Nachricht vom 2018-07-15
Verfasser: Werner Schulz  
Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr – 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr

Vom 20. bis 22. Juli feiert die Freiwillige Feuerwehr ihr 150-Jähriges. Der allergrößte Teil der Vorbereitungen ist abgeschlossen, konnten die Vorstände Michael Schuminetz (2.v.l.) und Thomas Maier (l.) sowie die Kommandanten Sebastian Jasinsky (2.v.r.) und Claus Meyer (r.) feststellen. Die Kleider für die Festdamen treffen in diesen Tagen ein.
Hirschau. „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr!“ Diesem Leitspruch folgt die Hirschauer Feuerwehr seit ihrem Gründungstag, dem 6. Januar 1868. Vom 20. bis 22. Juli wird das 150-Jährige gebührend gefeiert.

Nach den Unterlagen der Feuerwehr waren es zehn „beherzte Bürger“, die sich an besagtem Dreikönigstag zur Feuerwehrgründung zusammentaten: Der Fabrikbesitzer Josef Dorfner, der Mühlenbesitzer Jakob Riß, der Kaufmann Ernst Dorfner, der Sattler Josef Posch, der Magaziner Georg Daninger, der Brauereibesitzer Vitus Dorfner, der Schneidermeister Johann Schröpfer, der Zimmermann Wolfgang Braun, der Zimmermann Andreas Müller und der Schlossermeister Franz Weinberger.

Dass dem Magistrat das Thema Feuerwehr auf den Nägeln brannte, belegt eine am 27. August 1865 von Magistratsvorstand Hausner verfasste Bekanntmachung: „Wegen Besetzung der in Aussicht gestellten Unternehmung, bei Errichtung einer Feuerwehr dahier ladet der Unterfertigte Magistratsvorstand alle jene, welche sich zuständig oder durch Geldbeträge an dem höchstzeitgemäßen und notwendigen Unternehmen beteiligen wollen, dringend ein, sich morgen, Montag, den 28. August 1865, Abends 8 Uhr in seiner Wohnung einzufinden.“

Nach der Gründung fiel der Aufruf von Bürgermeister Popp an die Bürgerschaft, sich in der Feuerwehr zu betätigen auf fruchtbaren Boden. So meldet der Magistrat dem Königlichen Bezirksamt am 30. Juni 1869, „das sich wie in der gestrigen Sitzung confordiert wurde, zur Theilnahme an einer aktiven Feuerwehr dahier 51 Personen unterzeichnet haben.“ Bis Juli 1870 war ihre Zahl unter dem Vorsitz des praktischen Arztes Dr. Josef Winkler auf 54 aktive und 41 passive Mitglieder angewachsen.

Da das anfängliche Interesse in den Folgejahren erlahmte, stellten Kommandant Daninger und Kassier Dorfner an den Magistrat den Antrag auf Errichtung einer Pflichtfeuerwehr, da „bei einem eintretenden Brandunglück auf eine Feuerwehr nicht im mindestens zu rechnen sei.“ Es gelang, die Krise zu beheben. Die Pflichtfeuerwehr wurde 1897 der Freiwilligen Feuerwehr unterstellt.

Genau in diesem Jahr wurde Hirschau am 24. März durch Brandstiftung von einer großen Feuersbrunst heimgesucht. Es brannten 8 Wohn- und 36 Nebengebäude ab, 10 Wohn- und 6 Nebengebäude wurden beschädigt. Am 29. März 1909 wurden beim nächsten Großbrand „39 Firste, darunter 9 Wohnhäuser ein Raub der Flammen.“ Das Jahr 1926 kann für die Stadt Hirschau als Jahr der Brandstiftungen bezeichnet werden. Achtmal musste die Feuerwehr zur Brandbekämpfung ausrücken. Jedes Mal wurde vorsätzliche Brandstiftung vermutet.

Ein wahres Flammeninferno gab es am 10. Oktober 1926. 10 Häuser und 12 Scheunen wurden in der nördlichen Hauptstraße am unteren Markt vollständig vernichtet. 14 Familien wurden obdachlos. Bei der Bekämpfung der Brände verhinderten die Hirschauer Feuerwehrleute, unterstützt von Wehren der Nachbarorte, durch ihren großartigen, heldenhaften Einsatz noch Schlimmeres – getreu ihrem Leitspruch „Gott zur Ehr‘, dem Nächsten zur Wehr!“

Die 150-jährige Geschichte der Wehr zu würdigen, würde diesen Bericht mehr als sprengen. Dies bleibt der Festschrift vorbehalten, die zum Jubiläum erscheint. Dort findet sich jede Menge Wissenswertes über die Jubelwehr.

Aktuell zählt der Feuerwehrverein 64 aktive, 109 fördernde und 20 passive Mitglieder. Viele von ihnen engagieren sich, dass das 150-Jährige ein denkwürdiges Fest wird. Der allergrößte Teil der Vorbereitungen ist abgeschlossen, konnten diese Woche die Vorstände Michael Schuminetz und Thomas Maier sowie die Kommandanten Sebastian Jasinsky und Claus Meyer bei ihrer Lagebesprechung feststellen.

In diesen Tagen erhalten auch die Festdamen ihre Kleider, die in Schmidmühlen angefertigt wurden. Zentrum des Festgeschehens ist der ehemalige Sportplatz der SpVgg Weiße Erde beim Josefshaus, wo das Festzelt aufgestellt wird.

Dort fällt am Freitag, 20. Juli, um 18.30 Uhr der Startschuss (Einlass: 18Uhr), wenn der Jubiläums-Schirmherr Bürgermeister Hermann Falk den Bieranstich vornimmt. Ab 20 Uhr spielt beim Partyabend für Jung und Alt die Band „high line“.

Der Samstagnachmittag steht von 14 bis 17 Uhr unter dem Motto „Erlebe deine Feuerwehr“. Geboten werden ein Rundblick über Hirschau mit der Drehleiter, eine Fahrzeug- und Geräteschau, ein Feuerlöschtraining für jedermann und in der sog. „Blaulichtmeile“ Infostände der Jugendfeuerwehr, des BRK, des THW und der Wasserwacht. Zu besichtigen ist außerdem das 33 Tonnen schwere, knallgelbe Löschfahrzeug „Panther“ der US-Flughafenfeuerwehr des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr. Um 20 Uhr startet im Festzelt der Stimmungsabend mit der Gruppe „Intermezzo“ (Einlass: 18 Uhr).

Der Sonntag beginnt um 8.30 Uhr mit der Aufstellung zum Kirchenzug am Festplatz. Um 9 Uhr wird in der Stadtpfarrkirche ein ökumenischer Gottesdienst gefeiert.

Danach finden im
Festzelt beim Frühschoppen die Festansprachen statt. Ab 11.30 Uhr gibt es Mittagessen aus
der Küche der Schnaittenbacher Metzgerei Weidner. Höhepunkt des Tages ist der Festzug.
Dazu haben sich aktuell 93 Vereine und 7 Musikkapellen angemeldet. Mit der Aufstellung
wird um 13.30 Uhr begonnen.

Um 14 Uhr machen sich die Teilnehmer auf die ca. 1,2
Kilometer lange Strecke. Sie führt von der Kolping- über die Garten- zur Schönbrunner
Straße und dann durch die Innenstadt bis zur Kreuzung Mühl-, Kolhlberger-, Ehenfelder-,
Josef- und Hauptstraße. An der dortigen Verkehrsinsel wird kehrt gemacht und der Rückweg
zum Festzelt angetreten. Dort herrscht bis zum späten Abend Festbetrieb mit der „Pirker
Blechmusi“. Täglich herrscht Barbetrieb. Der Eintritt ist bei allen Veranstaltungen frei.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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