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Nachricht vom 2018-04-10
Verfasser: Werner Schulz  
Vielversprechender „Aufbruch in eine neue Zeit“

Auch unter dem neuen Dirigenten Wolfgang Vögele bestätigte das Orchester des Musikzugs beim ausverkauften Osterkonzert seine herausragende Rolle unter Hirschaus Kulturträgern. Das Publikum feierte Vögeles Konzertpremiere mit stehenden Ovationen.
Hirschau. Der Musikzug hatte für sein Osterkonzert nicht zufällig das Motto „Aufbruch in eine neue Zeit“ gewählt. Am Dirigentenpult stand erstmals der 20-jährige Wolfgang Vögele. Seine Premiere entpuppte sich zugleich als „Aufbruch in eine gute Zeit.“ Moderator Werner Schulz stand mit seinem Urteil nicht allein. Das Publikum feierte das Orchester und seinen jungen Dirigenten am Ende mit stehenden Ovationen.

Dass sich Wolfgang Vögele und sein 47-köpfiges Ensemble vorgenommen hatten, den über 400 Besuchern in der ausverkauften Schulturnhalle anspruchsvolle konzertante Blasmusik zu bieten, ließ schon das Eröffnungsstück erahnen – Ludwig van Beethovens zu Goethes Drama „Egmont“ komponierte Ouvertüre. Der düster in f-moll beginnende Trauermarsch entwickelte sich temperamentvoll zu einer Siegeshymne.

Freiheit und Liebe waren zentrale Themen des Films „Braveheart“. Die Musik dazu schrieb James Horner. Die Melodie des Hauptthemas „A Gift of a Thistle“, die immer wieder von einzelnen Interpreten aufgegriffen wurde, geriet dem Orchester zu einem wahren Ohrenschmaus.

Zwischen den Stücken hatte Werner Schulz aus dem Orchester-Nähkästchen geplaudert. Er berichtete augenzwinkernd von den Problemen des Klarinetten-Registers, sich vom Dirigat der Linkshänderin Annette Pruy-Semsch auf das des Rechtshänders Wolfgang Vögele umzustellen. Zum Trost sei aus Flötenkreisen zu hören, dass Tuba-Freak Vögele Misstöne des tiefen Blechs viel sensibler wahrnehme als solche der hellen Klarinetten.

Mit der dynamischen Appermont-Komposition „Absalon“, ein Werk mit gewagten Tempo- und Taktwechseln und bunter Instrumentierung, machte sich das Orchester vom mysteriösen Beginn bis zum fulminanten Abschluss zu neuen Ufern der symphonischen Blasmusik auf.
Dem Grundsatz folgend, kein Blasmusikkonzert ohne Polka, ließ der Musikzug die Herzen der Besucher mit Guido Henns „Am Puls der Zeit“ höher schlagen. Vor der Pause präsentierte der Musikzug mit „Fate of the Gods“ ein von Steven Reineke für großes symphonisches Blasorchester komponiertes Werk. Reiche Klänge, traumhafte Melodien und rhythmisch-perkussive Passagen hielten sich die Waage, bei dem Stück, das zunächst tonmalerisch die Erschaffung der Welt beschreibt.

Ein Horn-Solo von Matthias Fenk leitete den Krieg ein, der mit der totalen Zerstörung der Welt endet. Nur der Weltenbaum übersteht die Apokalypse. Am Ende erklingt eine Siegeshymne, da das Gute gesiegt hat. In weiteren Soloparts überzeugten Katharina Stein (Oboe) und Sophia Hofmann (Trompete).

Letztere bewies nach der Pause, dass sie nicht nur eine Top-Trompeterin ist, sondern als Leiterin des Jugendorchesters und der Bläserklasse vorzügliche Arbeit leistet. Ihr Nachwuchs-Ensemble erntete für seine Darbietungen tosenden Beifall.

Von Jannik Meier angekündigt, rockten die Hofmann-Schützlinge die Halle mit dem Walk-the-Moon-Hit „Shut up and dance“. Beim Anna-Kendrick-Hit „Cups“ reichten die traditionellen Blasorchester-Instrumente nicht aus. Dazu wurden verschieden klingende Kunststoffröhren gebraucht und natürlich „Cups“ – also Tassen. Jonas Fink und Johannes Riß, sonst am Schlagzeug tätig, boten eine Glanzleistung an Konzentration und Taktgefühl. Angesichts des begeisternden Auftritts kam der Nachwuchs um eine Zugabe nicht umhin. Mit „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani hatte man den optimalen Titel gewählt.

Wolfgang Vögele und sein Orchester starteten mit einem Ausflug in die Bigband-Musik in die zweite Konzerthälfte. Nach dem pompösen „Sonnenaufgang“ aus „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss war mit Duke Ellingtons „I don’t mean a thing“ Swing Trumpf in der Halle. Zusammen träumen und fantasieren konnten die Musiker, Musikerinnen und das Publikum zu Jacob de Haans „La Storia“, einer Filmmusik zu einem Film, den es gar nicht gibt.

Was wäre das Konzert eines Blasorchesters ohne Marschmusik? Für den Musikzug undenkbar! Zum „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ klatschten die Besucher nicht nur mit, nicht wenige sangen beim Refrain des Militärmarsches sogar kräftig mit. Offiziell beendet wurde das Konzert mit „Stål Himmel“ von Alan Fernie, ein Stück mit einer eingängigen einfachen Melodie, die vom ganzen Orchester bis zum Höhepunkt getragen wurde.

Nicht enden wollende Zugabe-Rufe rangen dem Orchester zunächst den Queens-Song „The great Pretender“ ab. Den im Original beeindruckenden Gesangspart von Frontsänger Freddie Mercury übernahm Vorstand Maximilian Stein mit einem starken Trompetensolo. Den endgültigen Schlusspunkt setzte der Musikzug mit dem Steigermarsch „Glück auf“.

Bürgermeister Hermann Falk gratulierte Wolfgang Vögele und Sophia Hofmann mit ihren Orchestern zu dem gelungenen Konzertabend. Er sei wieder ein Glanzlicht im Kulturleben Hirschaus gewesen. Der Musikzug sei ein unverzichtbarer Kulturträger der Stadt und erfülle dazu noch eine wichtige soziale Aufgabe.

Lang war die Liste derer, denen Vorstand Maximilian Dank sagte für ihr Engagement bei der Vorbereitung und Durchführung des Konzertes, allen voran den beiden Dirigenten sowie den Musikerinnen und Musikern. Diesen zollte Wolfgang Vögele großes Lob für ihre Leistung und ihren – allerdings noch steigerungsfähigen – Probenfleiß.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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