Samstag :: 20.07.2019 ::  Uhr  
[www.kaolinpott.de] [h-tronic, Hirschau] [webplexity, Hirschau]
[Home | Startseite][Aktuelles, News, Nachrichten][Allgemeine Informationen über die Städte im Kaolinpott - Rathaus, Gewerbe, Vereine ...][Kontakt, Impressum, Datenschutz,  ...]
 :: news / artikel /  

News

Nachricht vom 2017-12-15
Verfasser: Werner Schulz  
Der Welt ein menschliches Gesicht schenken – ohne Wenn und Aber

Zu den Höhepunkten des Kolpinggedenktages gehörte die Ehrung langjähriger Mitglieder. V. l.: Hans Dobmeyer (70 Jahre), Georg Siegert (65 Jahre), Vorstand Siegfried Schorner, Karl Waldhauser (65 Jahre) und Präses Hans-Peter Bergmann.
Hirschau. Am 4. Dezember 1865 verstarb Adolph Kolping. Letzten Sonntag gedachte die Kolpingfamilie ihres Gründungsvaters. Höhepunkte des Gedenkabends im Pfarrheim waren ein Rückblick von Vorstand Siegfried Schorner auf die noch zu Lebzeiten Kolpings erfolgte Gründung der Hirschauer Familie, die Ehrungen langjähriger Mitglieder und die Vergabe von Spenden an soziale tätige Organisationen.

Vorausgegangen war ein von Stadtpfarrer Hans-Peter Bergmann zelebrierter Gedenkgottesdienst in der Stadtpfarrkirche. Im Pfarrheim hieß Schorner besonders die Vertreter der Organisationen willkommen, die im Rahmen der Veranstaltung mit Spenden in einer Gesamthöhe von 5 000 Euro bedacht wurden. Nach dem geistlichen Wort von Präses Bergmann gedachten die Anwesenden der beiden im Jahr 2017 verstorbenen Mitglieder Karl Schneider und Adolf Wisgickl. Für beide hatte „Treu Kolping“ 64 Jahre lang gegolten. Wisgickl hatte 36 Jahre an der Spitze der Kolpingfamilie gestanden und von 1968 bis 2009 die von ihm initiierte Altkleidersammlung organisiert.

Als Erfolgsgeschichte bezeichnete Schorner das 1849 begonnene Werk Kolpings. Er habe sein Wirken am Menschen ausgerichtet. Ihm sei es wichtig gewesen, die Persönlichkeit des Einzelnen zu fördern, unabhängig vom gesellschaftlichen Stand oder seiner Glaubensrichtung.
Der Vorsitzende überraschte die Anwesenden mit dem bislang nicht bekannten, von Cooperator Rußwurm am 25. November 1860 verfassten Protokoll über die Gründungsversammlung des „Katholischen Gesellenvereins“.

Pfarrer Bergmann hatte die in altdeutscher Schrift verfasste Niederschrift aufbereitet. Demnach erfreute sich der Verein beim Eröffnungsfest „der regsamsten Theilnahme von Seiten der Bürgerschaft, welche sehen wollte, wie der junge Verein sich gestalte und welche Zwecke und Grundsätze er zu befolgen beabsichtige“. Das Institut der katholischen Gesellenvereine habe sich „in der That mit Riesenflügeln ausgebreitet“. Rußwurm weiter: „Glück auf demnach den edlen Jünglingen, die aus eigenem Antriebe den mutigen Entschluß gefasst haben trotz aller scheinbaren Widersprüche und Hindernisse auch in dieser Stadt Hand ans Werk zu legen“.

Auf den Wappenschildern des Gesellenvereins solle die Losung „Religion und Tugend, Arbeitsamkeit und Fleiß, Eintracht und Liebe, Frohsinn und Scherz“ prangen. Der Schreiber schließt sein Protokoll: „Voll dieser Hoffnungen rufe ich euch zu den schönen Gruß, mit dem wir und künftig beim Eintritt und Austritt in unseren Versammlungen begrüßen werden: Gott segne das ehrsame Handwerk.“

An den Anfang der Ehrungen stellte der Vorsitzende das Kolping-Zitat „Anfangen ist oft das Schwerste, Treubleiben aber das Beste!“ und den Spruch „Wer wirklich etwas will, findet einen Weg. Wer nicht wirklich will, findet Ausreden.“ Fünf Mitglieder hätten keine Ausreden gebraucht, sondern ihren Weg über Jahrzehnte in der Kolpingfamilie gefunden.

Für 40 Jahre Treubleiben wurde Erwin Bauer geehrt, für 65 Jahre Georg Siegert und Karl Waldhauser und für 70 Jahre Josef Gebhard und Hans Dobmeyer. Dabei rief Schorner wichtige Ereignisse aus den Beitrittsjahren der Jubilare in Erinnerung. Das Bauer-Beitrittsjahr 1977 sei z.B. überschattet gewesen vom RAF-Terror und der Ermordung Hans-Martin Schleyers. Georg Siegert und Karl Waldhauser seien 1952 beigetreten, als erstmals die Bild-Zeitung erschien und die Bundesrepublik dem Internationalen Währungsfonds beitrat. Im Jahr 1947, als Hans Dobmeyer und Josef Gebhard Kolpingbrüder wurden, erhielten die Menschen die niedrigsten Lebensmittelrationen zugeteilt, vielerorts weniger als 900 Kalorien.

Das von Kolping proklamierte „Tätigsein am Menschen“ setze man alle Jahre durch Spenden an sozial tätige Organisationen um. Grundstock für die Spendenvergabe seien die Altkleider- und Altpapiersammlungen. Schorners Dank galt allen, die bei den Sammelaktionen mithelfen bzw. die Sammelstelle an der Wolfgang-Droßbach-Straße betreuen, allen voran Walter Widder. Dieses Jahr könne man 5 000 Euro vergeben. Die Vorstandschaft habe beschlossen, dieses Jahr die Pfarrei Mariä Himmelfahrt, den Sozialdienst katholischer Frauen, das BRK Hirschau, die Amberger Tafel, den Förderverein FLIKA, die Jugend der Freiwilligen Feuerwehr und Kolping-International mit jeweils 500 Euro zu bedenken, den Antonius-, Marien-, St. Wolfgang- und St. Michael Kindergarten mit jeweils 250 Euro.

Schorners abschließender Dank galt Pfarrer Bergmann, seinem gesamten Vorstandsteam, allen Samstagshelfern in der Altkleidersammelstelle und den Helfern bei der Schuhsammlung.

Bevor der Vorsitzende die Versammlung mit dem Kolping-Leitsatz „Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht – ohne Wenn und Aber!“ schloss, wies er beim Blick nach vorne auf die nächste große Altkleidersammelaktion am Samstag, 21. April 2018, hin.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

:: News
:: Veröffentlichung
Sind Sie freier Mitarbeiter einer Zeitung? Senden Sie einfach Ihre Artikel per eMail an uns und wir veröffentlichen Ihren Beitrag hier auf www.kaolinpott.de - noch vor dem Erscheinungstermin in der Zeitung!
:: Hinweis
Für den Inhalt der Beiträge sind die Autoren verantwortlich.
Akzeptieren

Diese Website verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Mehr erfahren

  Startseite | Kontakt | Impressum | Datenschutz © copyright kaolinpott.de, 2001-2019