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Nachricht vom 24.11.2017 Senioren

Neues Angebot im BRK Seniorenheim St. Barbara: „Solitäre Tagespflege“

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Von der Ă–ffentlichkeit wenig wahrgenommen, entsteht in der Postgasse neben Appartements fĂĽr Betreutes Wohnen die erste „Solitäre Tagespflegeeinrichtung“ im Landkreis Amberg-Sulzbach. Auf Initiative seines Vorsitzenden Werner Schulz informierte sich die Vorstandschaft des Förderkreises Altenhilfe ĂĽber das neue Pflegeangebot.

Als Informationspartnerinnen hieß Schulz die Leiterin des BRK Seniorenwohn- und Pflegeheims St. Barbara Astrid Geitner, die designierte Leiterin der Tagespflege Birgit Seidl und Gerontotherapeutin Anita Dobmeier willkommen. Rund zwei Millionen Euro investiert die Forster Dorfner’sche Spital- und Krankenhausstiftung in den Gebäudekomplex, dessen Bau Klaus Conrad mit einer 1,5 Millionen-Spende überhaupt möglich gemacht hat. Der Anteil des Tagespflegetraktes an den Gesamtkosten beziffert sich auf ca. 590 000 Euro.

Die Räume der Tagespflege, die einen direkten Zugang von der Postgasse her haben, sind im Erdgeschoss des südlichen Neubaus untergebracht. Sie haben eine Größe von ca. 230 Quadratmetern und sind direkt an das vom BRK geführte St. Barbara-Heim mit seinen aktuell 70 Pflegeplätzen angebunden. So versteht es sich fast von selbst, dass die neue Einrichtung ebenfalls vom BRK betrieben wird.

Im Landkreis Amberg-Sulzbach gibt es nach Aussage von Heimleiterin Astrid Geitner bislang keine „solitäre Tagespflege“. Das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises weise einen Bestand von 23 sog. „eingestreuten Tagespflegeplätzen“ aus, verteilt auf sechs Einrichtungen. Vier davon biete das St. Barbara-Heim an. Das 2015 vom Kreisausschuss beschlossen Konzept sehe die Schaffung von je einer „solitären Tagespflegeeinrichtung“ im südlichen und nördlichen Landkreis vor. Standort für den letzteren werde nun Hirschau.

Zur Begriffsklärung erläuterte Geitner, dass bei der „eingestreuten Tagespflege“ die Pflegebedürftigen als Gäste in das Seniorenheim zu den dort wohnenden Bewohnern kommen und an deren Aktivitäten im Haus teilnehmen. Im Gegensatz dazu werden bei der „solitären Tagespflege“ die Pflegebedürftigen - wie künftig auch in Hirschau - in extra bereitgestellten Räumlichkeiten während fester Öffnungszeiten betreut. Dies kann wahlweise an einem oder mehreren Wochentagen erfolgen.

Die Betreuungstage bzw. -Zeiten müssen fest gebucht werden. Während des Aufenthalts tagsüber bleiben die Pflegebedürftigen gemeinsam in einem Raum. Dort müssen ständig zwei Pflegekräfte anwesend, eine davon eine Pflegefachkraft sein.

In Hirschau werden diese Aufgabe die künftige Leiterin Birgit Seidl bzw. Anita Dobmeier übernehmen. Beide sind qualifizierte Gerontotherapeutinnen. Unterstützt werden die beiden durch Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen. Da die Hirschauer Einrichtung 18 Pflegeplätze anbieten kann, sind maximal 18 Personen zu betreuen. Diese erhalten pro Tag drei Mahlzeiten. Ihnen stehen im Tagespflege-Trakt auch Ruheräume zur Verfügung.

Gedacht ist die Tagespflegeeinrichtung in erster Linie für „mobile Pflegebedürftige“, die in die Pflegegrade 2 oder 3, eventuell auch 4 eingestuft sind. Für diese werde im gesamten Einzugsgebiet, das bis nach Vilseck reicht, ein Hol- und Bringdienst eingerichtet. Was diesen anlangt, hatte Astrid Geitner Erfreuliches mitzuteilen. Klaus Conrad habe für diesen Fahrdienst einen Elektro-Bus gestiftet, in dem einschließlich des Fahrers sieben Personen Platz haben. Auch ein Rollstuhlsitzplatz sei im Bus vorhanden. Den Chauffeur stelle das BRK.



Astrid Geitner ging davon aus, dass die „solitäre Tagespflege“ ihren Betrieb Mitte des kommenden Jahres aufnehmen kann. Jedenfalls rechne das planende Architekturbüro mit der Fertigstellung des Baus zum 1. Mai 2018. Ausdrücklich wies sie darauf hin, dass schon jetzt bei der Heimleitung Anmeldungen für die „solitäre Tagespflege“ möglich sind.

Werner Schulz bedankte sich im Namen seines Vorstandsgremiums für die umfassenden Informationen. Hirschau sei mit Seniorentreff, Sozialstation, Betreutem Wohnen und Seniorenwohn- und Pflegeheim schon jetzt in Sachen Seniorenbetreuung und Pflege gut aufgestellt. Die „solitäre Tagespflege“ könne als teilstationäres Angebot das „I-Tüpfelchen“ auf die Betreuungseinrichtungen werden. Der Förderkreis Altenhilfe wünsche dem Projekt viel Erfolg. Nach Fertigstellung werde man überlegen, wie sich der Förderkreis unterstützend einbringen könne.

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