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Nachricht vom 29.10.2017 Sonstiges

Caritas-Sozialstation 40 Jahre alt

Amberg-Sulzbach/Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  â€žDas Beste, was wir in den letzten Jahren in Hirschau geschaffen haben, ist unsere Sozialstation. Sie ist Betty Bösls Werk.“ Stadtpfarrer Edwin Völkl hat die SĂ€tze im Juli 1985 formuliert, als man die zum 1. April erfolgte Umbenennung der „Zentrale fĂŒr ambulante Pflegedienste“ in „Caritas-Sozialstation“ feierte. Heute wird das 40-JĂ€hrige der Station begangen.

Ihren Ursprung hatte die Pflegeeinrichtung in einem Krankenpflegekurs des Frauenbundes im FrĂŒhjahr 1977. Pfarrer Völkl warb dafĂŒr, die Kenntnisse zu nutzen und bei PflegefĂ€llen in der Pfarrei zu helfen. Betty Bösl bat er, die Organisation zu ĂŒbernehmen. Sie entsprach der Bitte und grĂŒndete die „Zentrale fĂŒr ambulante Pflegedienste“, die mit Irene Meier, Jutta Pfab und Rita Schwinger genau drei Mitarbeiterinnen hatte.

Acht Jahre spĂ€ter bei der Umbenennung waren es 25. Diese trafen sich bis 1987 jede Woche zur Dienstbesprechung im Hause Bösl, wo sich auch das BĂŒro befand und die alljĂ€hrlichen Weihnachtsfeiern ebenso stattfanden wie Regional- und Diözesankonferenzen. Als es im Privathaus endgĂŒltig zu eng wurde, fasste Betty Bösl den Entschluss, ein StationsgebĂ€ude zu bauen. 1986 machte sie sich ans Spendensammeln. Es gab weder eine staatliche noch kirchliche Förderung.

Baubeginn war am 15. September 1986, am 20. Juni 1987 erfolgte die Einweihung. Gleiches wiederholte sich 1992/1993, bis der zweite Trakt samt Dienstwohnung bezogen wurde. Zu diesem Zeitpunkt war das Problem der MobilitĂ€t der PflegekrĂ€fte schon gut gelöst. Das erste Dienstauto der Schwestern war Betty Bösls privater R 4. Zu Weihnachten 1981 erfĂŒllte ihr Elisabeth Heckmann den Wunsch und stiftete ein Fahrzeug.

Dank vieler Spender wuchs der Fahrzeugpark. Der Bau von Garagen war die Konsequenz. Der Fahrzeugbedarf wurde nochmals grĂ¶ĂŸer, als sie 1982 in Kooperation mit dem damaligen Krankenhaus die Aktion „Essen auf RĂ€dern“ ins Leben rief. Besonders hohe Fahrleistungen entfielen auf die Familienpflegerinnen, die aus der ganzen Diözese angefordert wurden. 1990 startete sie mit dem 120-Kurs „Zur Heranbildung von HilfskrĂ€ften fĂŒr die hauswirtschaftliche Versorgung“ ein bundesweites Modellprojekt.

Die erfolgreiche Arbeit der Hirschauer Sozialstation sprach sich bis zum Bundessozialministerium durch. In Fragen der Ausgestaltung der Pflegeversicherung holte der mit der Ausarbeitung des Gesetzes befasste StaatssekretĂ€r Rudolf Kraus wiederholt Betty Bösls fachlichen Rat ein. Als 79-JĂ€hrige packte sie im Februar 2005 mit der GrĂŒndung der „Lichtstrahl-Gruppe“ ein letztes Pilotprojekt an, in dem man sich besonders dementiell Erkrankter annimmt.

Als Betty Bösl - wenige Wochen vor ihrem 80. Geburtstag - am 31. Dezember 2005 nach ca. 60 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit ihren Dienst beendete, ĂŒbergab sie dank der UnterstĂŒtzung Vieler ein wohlbestelltes Haus mit 65 qualifizierten und motivierten Mitarbeiter(inne)n, einem voll funktionsfĂ€higen schuldenfreien GebĂ€ude mit Dienstwohnung, 30 Garagen, 45 Autos, ein ganzes Arsenal an PflegegerĂ€tschaften und dazu ein Finanzpolster in siebenstelliger Höhe.

Am 1. Januar 2006 ĂŒbernahm Diakon Richard Sellmeyer die Leitung. Angesichts der Digitalisierung in allen Bereichen legte er Wert darauf, möglichst viele Arbeiten mit modernen EingabegerĂ€ten elektronisch zu erfassen. ÜbertragungsgerĂ€te fĂŒr die Pflegetouren waren der Anfang. Sie sind mittlerweile ein Muss fĂŒr einen modernen ambulanten Dienst.

FĂŒr den Fahrzeugpark wurden mit dem Carport an der Marienstraße neue StellplĂ€tze geschaffen. Sellmeyer nutzte die Gunst der Stunde, in Photovoltaik und E-MobilitĂ€t zu investieren. Aktuell sind tĂ€glich von den insgesamt 34 Fahrzeugen neun mit Elektro-Motor unterwegs. Aus den 65 Angestellten des Jahres 2005 sind 85 BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse geworden. Mit den Umsatzzahlen haben sich auch die Personalkosten erhöht, diese sogar ĂŒberproportional.

Richard Sellmeyer: „Das ist ein Pfund, mit dem der Bereich der kirchlichen und caritativen BeschĂ€ftigungsverhĂ€ltnisse wuchern kann. Es werden in diesen Sozialstationen ordentliche Tarife bezahlt, die sich nicht zu verstecken brauchen.“ Sein Fazit: „Aus der „Zentrale fĂŒr ambulante Dienste“ wurde in 40 Jahren eine effiziente und zukunftsfeste Einrichtung, die Sozialstation der Kirchenstiftung Hirschau. Sie hat ihren Platz in Hirschau und den Versorgungsgebieten gefunden und dies mit den besten Zukunftsaussichten.“

Heute begeht die Sozialstation ihr 40-JĂ€hriges. ZunĂ€chst wird um 19 Uhr in der Stadtpfarrkirche MariĂ€ Himmelfahrt ein Dankgottesdienst gefeiert. Danach findet im Restaurant/CafĂ© ein Festabend mit Stehempfang, RĂŒckblick auf die Stationsgeschichte und gemeinsamem Essen statt.

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