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Nachricht vom 27.07.2017 Sonstiges

Vor 70 Jahren Metzgerladen eröffnet

Hirschau (Bericht von Werner Schulz)  Sie sind rar geworden in Hirschau – die Metzgereien, in denen ortsansässige Metzger schlachten, ihre Fleisch- und Wurstwaren selber herstellen und im eigenen Laden verkaufen. Eine der zwei ĂĽbrig gebliebenen ist die Metzgerei Weich – im Volksmund der „Gschrei“ genannt. FĂĽr sie gab es Grund zum Feiern. 1947, also vor 70 Jahren, wurde ihr Metzgerladen eröffnet.



Das Metzgerhandwerk ist im Anwesen Hauptstraße 64 schon wesentlich länger zu Hause, genau seit dem Jahr 1900. Damals erwarb es der Metzger, Landwirt und Restaurateur Michael Gschrei, Urgroßvater des heutigen Geschäftsinhabers und Metzgermeisters Hans Weich. Gschreis Tochter Anna heiratete 1925 den Metzger, Viehhändler, Gast- und Landwirt Josef Weich. Er übernahm am 26. April 1930 das Anwesen. Eine Portion Gottvertrauen gehörte dazu, als er – ein Jahr nachdem Bau eines neuen Schlachthauses - 1947 den Metzgerladen eröffnete.

Metzger gab es damals in Hirschau nicht wenige. Da waren in der Innenstadt die Metzgereien Specht, Zimmermann, Dobmeier, Bösl und Rosing und in der Georg-Schiffer-Straße die Metzgerei Knorr. Der Erfolg gab Josef Weich Recht. Eine Statistik der Stadtverwaltung aus dem Jahr 1954 weist aus, dass in keiner Metzgerei mehr Schweine (196) und Rinder (52) geschlachtet wurden als beim „Gschrei“. Offenkundig schätzten die Hirschau die Qualität seiner Waren.

So übergab er am 18. Februar1956 an seinen Sohn Hans, der 1951 seinen Meister gemacht hatte, ein florierendes Fachgeschäft. Hans Weich führte es mit seiner Frau Margarete erfolgreich weiter, ebenso die Gastwirtschaft. 1960 wurde ein neues Schlachthaus gebaut, 1977 die Gaststube erweitert, 1979 der Laden auf seine heutige Größe erneuert. Am 16. Juni 1988 wurde der „Gschrei Hans“ mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.

Bereits am 1. Juni 1987 hatte er Metzgerei und Gastwirtschaft an seinen Sohn Hans übergeben, der seit dem 12. Juli 1978 im Besitz des Meisterbriefes war. Er ließ das Inventar des Schlachthauses in den Jahren 1992 bis 1998 modernisieren, schaffte einen neuen Kessel und neue Maschinen an. Aus seiner Ehe mit Katinka Schorner gingen die beiden Söhne Josef und Sebastian hervor. Sie erlernten – wie sollte es anders sein – das Metzgerhandwerk.

Beide machten 2011 ihren Meister. Sebastian ist darüber hinaus seit dem 10. November 2011 Betriebswirt des Handwerks. Gemeinsam mit seinen Söhnen garantiert Hans Weich, der im September 2016 den Goldenen Meisterbrief erhielt, durch sorgfältige Auswahl der Schlachttiere, die aus artgerechter Haltung aus der Region stammen, und sachgerechte eigene Schlachtung für die Qualität ihrer frischen Fleisch- und Wurstwaren.

Beim Verkauf im Laden können die „Mannerleit“ auf die tatkräftige Unterstützung von Christina Kügler bauen, der Schwester von Hans. Wenn Not am Mann oder an der Frau ist, ist auch Senior-Chefin Margarete Weich zur Stelle. Um die Zukunft der Traditionsmetzgerei brauchen sich die Hirschauer also keine Sorgen zu machen. Wer beim Kauf von Metzgereiprodukten Wert auf Frische und Qualität legt, der ist beim Familienbetreib „Gschrei“ weiter an einer guten Adresse.

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