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Nachricht vom 2015-07-14
Verfasser: Werner Schulz  
Zweieinhalb Monate an 32 Meter breiten Stückl-Bühne gebaut

Das Schelmenstück „Der Glockenkrieg“ spielt nicht nur in Hirschau, sondern auch in Schnaittenbach. Daher mussten Bühnenteile und Kulissen mit markanten Schnaittenbacher Gebäuden wie der St. Vitus-Kirche und dem Rasel-Haus neu gefertigt werden. Für den Festspielvereinsvorsitzenden und Bürgermeister a.D. Hans Drexler (r.) und den Schnaittenbacher Künstler Jürgen Hartmann bedeutete dies zehn Wochen harte Arbeit, bis die nun 32 Meter breite Bühne samt Kulissen fertig war.
Hirschau. Ab Freitag, 17. Juli, ist Hirschau zum sechsten Mal Festspielstadt. Das 70-köpfige Schauspielerensemble von Regisseurin Verena Bauer zeigt das Schelmenstück „Der Glockenkrieg“. Die bisherigen fünf Festspiel-Stückln spielten alle ausschließlich in Hirschau. Dieses Mal gibt es einen zweiten Schauplatz – die Nachbarstadt Schnaittenbach. Daher mussten Kulissen mit markanten Schnaittenbacher Gebäuden wie der St. Vitus-Kirche und dem Rasel-Haus neu gefertigt werden, ebenso Kulissen mit dem umkämpften Bürgerwald und einer Brücke, die den Ehenbach darstellen soll.

Gefragt waren kreative und handwerklich geschickte Leute, die bereits waren, für den Bühnenbau eine gehörige Portion an Freizeit zu opfern. Gefunden wurden sie in der Person des Festspielvereinsvorsitzenden und Bürgermeister a.D. Hans Drexler und im Schnaittenbacher Künstler Jürgen Hartmann. Drexler machte sich unter Anleitung von Andreas Lederer an den Bau von neun zusätzlichen Bühnenelementen, Jürgen Hartmann an das Bemalen der Kulissen. Zehn Wochen lang waren sie de facto täglich am Messen, Sägen, Zimmern, Hämmern und Schrauben bzw. Skizzieren, Zeichnen, Malen und Streichen.

Kurz vor der Premiere haben die beiden ihre umfangreichen und aufwändigen Bühnen- und Kulissenbauarbeiten abgeschlossen. Auf der Bühne steht eine Reihe von Betten. Die Bettbezüge wurden samt und sonders von Evi Fritsch genäht und mit Heu und Stroh gefüllt. So präsentiert sich den Glockenkrieg-Besuchern ab Freitag bei den insgesamt acht Aufführungen ein 32 Meter breites Bühnenbild. Wie in der Realität liegt Hirschau mit seiner Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt und dem „Goldenen Hirsch“ im westlichen Teil der Bühne, Schnaittenbach mit der St. Vitus Kirche und dem Raselhaus im Osten.

Neben den Bühnenbauern war und ist im Vorfeld und während der Aufführungen das Engagement weiterer technisch Begabter gefragt. Die Beschallung und Beleuchtung werden unter Federführung von Alfred Härtl und Sepp Strobl der jeweiligen Bühnensituation angepasst. Sehr viel akribische Vorarbeit war z.B. notwendig, um die pyrotechnischen Effekte des Stückes zu planen und umzusetzen. Schließlich bekommt man keinen fertigen Effekt zu kaufen, sondern man muss alles in einzelnen Schritten Stück für Stück entwickeln. Nicht nur das „Pulvermischen“, auch die Mechanik muss zusammen passen – alles immer unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit für die Laienspieler und den Zuschauern.

Die beiden „Pyros“ Roland Fritsch und Erhard Ackermann haben offenkundig ausgezeichnete Arbeit geleistet. Jedenfalls verlief am 13. Juli die Abnahme durch das Ordnungsamt und die Feuerwehr reibungslos und ohne jegliche Beanstandungen. Durch die mehrseitige, lückenlose und umfangreiche Effektdokumentation konnten die Ordnungsbeamten eine gute Beurteilungsgrundlage vorfinden.

Beim „Hau den Lukas“ durften sich die Prüfer sogar selbst einmal als „Pyrotechniker“ betätigen. Das verbrannte Schnitzel sorgte für ein kleines Lächeln und … mehr wird nicht verraten. Wer mehr wissen will, muss ganz einfach eine der Glockenkrieg-Vorstellungen besuchen. Beschallung und Beleuchtung werden unter Federführung von Alfred Härtl und Sepp Strobl angepasst.
Bilder:

Foto(s): Werner Schulz

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