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Nachricht vom 2014-02-11
Verfasser: Werner Schulz  
Dank Lebendigem Adventskalender 1 100 Euro-Spende für Naegelsbach-Haus

Sulzbach-Rosenberg/Hirschau. Im Jahr 2001 rief Josef Dobmeyer den “Lebendigen Adventskalender” ins Leben - eine in dieser Form einzigartige Veranstaltungsreihe in der Region Amberg-Sulzbach. Zum 13. Mal traf sich an 23 Dezemberabenden Jung und Alt in der Innenstadt, um sich auf das Weihnachtsfest einstimmen zu lassen. Zwischen 50 und 200 Besucher waren mit dabei, wenn - begleitet von einem adventlichen Rahmenprogramm - ein weihnachtlich dekoriertes Schaufenster geöffnet wurde. Am besten besucht waren das Benefiz-Konzert der Gruppe „Jack’s Heroes“ und das Krippenspiel der Kolping-Theatergruppe im Schlosshof. Bei beiden Veranstaltungen zählte man jeweils ca. 400 Besucher. Ständiger Kalender-Begleiter war eine Spendenbox. Deren Inhalt war dieses Jahr für das Ernst-Naegelsbach-Haus bestimmt. Die „Fensterlgänger“ zeigten sich spendenfreudig wie selten zuvor. Der Spendenboxinhalt und der Erlös des Glühweinverkaufs beim Auftritt der Gruppe „Jack’s Heroes“, die aus ihrem CD-Verkauf ebenfalls beisteuerte, ergaben die ansehnliche Summe von 1 100 Euro.

Um den Erlös zu überreichen, statteten der Gewerbeverbandsvorsitzende Alfred Härtl, der Heimat- und Trachtenvereinsvorsitzende Franz Dolles, sein Stellvertreter Alfred Naber und Chef-Organisatorin Brunhilde Fehlner dem Ernst-Naegelsbach-Haus einen Besuch ab. Empfangen wurden sie von Heimleiter Stefan Reither und dem Erzieher der Therapeutischen Wohngruppe Stefan Mutzbauer. Beide baten zunächst um Informationen über die Aktion „Lebendiger Adventskalender“. Dieser Bitte kam Alfred Härtl gerne nach. Er verwies auf das soziale Engagement, das den Adventskalender von Beginn an auszeichne. Die Durchführung sei mit einem enormen Organisationsaufwand verbunden. Die Hauptlast habe Brunhilde Fehlner getragen. Sie habe 23 Geschäfte ausfindig gemacht, die bereit waren, ein Schaufenster vorweihnachtlich zu dekorieren, ein attraktives Beiprogramm zusammengestellt und die Auftritte koordiniert. Dank gelte den Mitwirkenden, die die Abende mit Musikstücken, Liedern, Geschichten und Gedichten gestaltet haben. Alle hätten dies kostenlos getan. Lob spendete Härtl den im Hintergrund Tätigen. Die Trachter hätten täglich den Glühweinstand betreut. Inge Sommerer sei mit ihrem Bratwurstgrill präsent gewesen. Täglich hätten vier bis fünf Feuerwehrleute den Verkehr geregelt. Angesichts der großen Besucherzahlen und des Spendenrekords könne man den „Lebendigen Adventskalender 2013“ als vollen Erfolg werten. Die Delegation übergab an Heimleiter Stefan Reither eine Barspende in Höhe von 800 Euro, an Erzieher Stefan Mutzbauer die gewünschten Brett- und Kartenspiele im Wert von 300 Euro für die „Therapeutische Wohngruppe“.

Dass die Hirschauer mit dem Ernst-Naegelsbach-Haus einen würdigen Spendenempfänger ausgewählt haben, zeigten die Darlegungen von Heimleiter Reither. Er dankte mit herzlichen Worten für die Finanzspritze. Man sei immer wieder auf Spenden angewiesen, um das meist nicht ausreichende jährliche Budget aufstocken zu können. Mit den Geldern bezahle man z.B. Vereinsbeiträge und Schulausflüge der Kinder, die für eine gewisse „Normalität“ der Kinder wichtig sind.

Die Einrichtung sei ursprünglich in Potsdam als Evangelisches Militärwaisenhaus gegründet worden und habe Kinder und Waisen von Armeeangehörigen aufgenommen. 1943 sei Teil der Anstalt infolge der Kriegsereignisse nach Sulzbach-Rosenberg in das Schloss verlegt worden. Das evangelisch-lutherische Dekanat habe die Verantwortung übernommen. In den 50-er Jahren sei am jetzigen Standort in Loderhof ein neues Gebäude erstellt worden. Aus der Einrichtung ein Internat geworden, das der Erziehung sowie der schulischen und beruflichen Bildung diente. Ende der 70-er Jahre sei das Haus erweitert worden. Infolge neuer pädagogischer Konzepte sei aus dem Waisenhaus ein Kinder- und Jugendheim mit dem Namen „Ernst-Naegelsbach-Haus“ geworden. Heute sei das Haus ein moderner Jugendhilfeverbund in der Trägerschaft des Vereins „Großes Evangelisches Waisenhaus Sulzbach-Rosenberg e.V.“. Man biete jungen Menschen und deren Familien in schwierigen Situationen Unterstützung an. Gründe für die Aufnahme könnten aggressives Verhalten, ständige familiäre Konflikte, Entwicklungsrückstände, Leistungsschwierigkeiten im schulischen Bereich (ADS/ADHS) oder traumatische Erfahrungen durch Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung sein. Die Aufnahme erfolge nach Prüfung des pädagogischen Bedarfs durch das Jugendamt, das auch Kostenträger sei. Es würden junge Menschen vom Grundschulalter bis maximal 21 Jahre – überwiegend aus dem Landkreis – betreut. In den 6 familiär eingerichteten Wohngruppen leben derzeit 40 Kinder und Jugendliche zusammen. Sie besuchen öffentliche Schulen, das Förderzentrum oder absolvieren eine Berufsausbildung. Kontakte nach außen werden gefördert. In der Jugendgruppe (ab 17 Jahren) lernen die Jugendlichen schrittweise, Eigenverantwortung zu übernehmen. Seit September 2013 gebe es die „Therapeutische Wohngruppe“. In ihr leben besonders auffällige Kinder, derzeit drei Jungen und ein Mädchen im Alter zwischen 4 und 14 Jahren. Für ihre Betreuung sind drei Erzieher und zwei Sozialpädagogen rund um die Uhr im Schichtdienst tätig. In der Heilpädagogischen Tagesstätte werden nach dem gemeinsamen Mittagessen neun Schulkinder von zwei Fachkräften betreut. Die „Ambulante Hilfe“ unterstützt aktuell 40 Familien im Landkreis. 16 Kinder werden in Stütz- und Förderklassen unterrichtet. Heimleiter Reither betonte, dass vom ersten Tag an an der Rückführung des Kindes in die Familie gearbeitet werde. Wenn die Möglichkeit bestehe, mit den Kindern längere Zeit intensiv zu arbeiten, sei bei der Mehrheit von ihnen ein positiver Werdegang zu verzeichnen. Abschließend wies Reither darauf hin, dass das Anfang der 50-er Jahre erbaute Haus dringend saniert werden müsste. Er hoffte, dass dies in naher Zukunft bewerkstelligt werden könne.

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