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Nachricht vom 2013-12-27
Verfasser: Werner Schulz  
Krippenspiel glanzvoller Abschluss des Lebendigen Adventskalenders

Hirschau. Einen glanzvollen, auf großartigen Publikumszuspruch stoßenden Abschluss fand der “Lebendige Adventskalender 2013” am Montag, dem Vortag des Heiligen Abends.
Bei milden Temperaturen fanden sich rund 500 Besucher auf den Tribünen im Hof des historischen Pflegschlosses ein, um das traditionelle Krippenspiel mitzuerleben. Die Schauspielgruppe der Kolpingsfamilie bescherte ihnen eine besinnliche Stunde, die dem selbst gesetzten Anspruch gerecht wurde, die Aufmerksamkeit und Gedanken der Anwesenden abseits von Geschäftstrubel, Kaufrausch und Hektik auf das Wesentliche des Weihnachtsfestes, die Geburt des Erlösers, zu lenken.

Dass dies eindrucksvoll gelang, war zu allererst das Verdienst der Schauspielgruppe unter Leitung von Christina Wisneth. Aus ihrer Feder stammte auch das Krippenspiel, das das 16-köpfige Ensemble vor der Schloss-Kulisse zeigte. Die Schauspieler konnten erstmals in der 13-jährigen Geschichte des Lebendigen Adventskalenders auf einer mit entsprehenden Kulissen bestückten Bühne agieren. Gebaut wurden diese vom kürzlich überraschend verstorbenen Franz Heuberger und von Richard Wisneth, bemalt von Walter Widder.
Roter Faden des szenischen Spiels waren die biblischen Berichte - beginnend mit der Verkündigung des Erzengels Gabriel an Maria und endend bei der Ankunft der Heiligen Drei Könige an der Krippe zu Bethlehem. Die das Geschehen erläuternden Texte wurden von Richard Wisneth als Erzähler vorgetragen. Einen wertvollen Beitrag zum Gelingen des Abends leistete die Bläsergruppe Jürgen Enderer, Michael Rindfleisch, Thomas Stark, Norbert Allwang und Michael Meindl mit zum jeweiligen Geschehen passenden traditionellen Advents- bzw. Weihnachtsmelodien

Christina Wisneths Texte machten deutlich, dass der Oberpfälzer Dialekt sich vortrefflich eignet, sowohl die Nöte des nach einer Unterkunft suchenden heiligen Paares als auch die Lieblosigkeit und Profitgier der Quartierbesitzer treffend auszudrücken. Seinen Ausgang nahm das Geschehen mit der Verkündigung des Erzengels Gabriel (Sabine Kny) an Maria und dem Verlesen der kaiserlichen Anordnung zur Volkszählung durch einen römischen Legionär (Mathias Erlbacher). Philipp Amann (als Josef) und Katharina Stein (als Maria) verstanden es bei ihrer Herbergssuche ausgezeichnet, ihre Betroffenheit über die Hartherzigkeit und Grobheit der Herbergswirte (Toni Luber und Hans Fleischmann) zum Ausdruck zu bringen. Ein Raunen ging durch das Publikum, als im Schlosshof unter dem Stern von Bethlehem eine Schar Engel erschien. Sie verkündeten den Hirten die Geburt des Jesuskindes. Der Stern wies zunächst den Hirten, später den Heiligen Drei Königen – Andreas Meindl (Kaspar), Hans Fleischmann (Melchior), Tobias Berger (Balthasar) - den Weg zur Krippe. Das Publikum quittierte die Darbietungen der Akteure mit anhaltendem Beifall.

Der Vorsitzende des Gewerbeverbandes Alfred Härtl freute sich über den gelungenen Abschlussabend des “13. Lebendigen Adventskalenders”. Mit der Veranstaltungsreihe wollte man der Bevölkerung die Gelegenheit geben, in der sog. “staaden Zeit” ein wenig von der Alltagshektik abzuschalten. Dies sei bei den 23 Veranstaltungen zweifellos gelungen. Es habe vieler Helfer bedurft, um das Öffnen der Adventfenster zu ermöglichen. Sein Dank galt allen, die im Vorder- wie im Hintergrund mitgewirkt haben. Ganz besonders hob er die Geschäfte hervor, die mit Liebe und Kreativität ihre Fenster gestaltet haben. Nicht weniger Dank hätten die Musik- und Gesangsgruppen, die Kindergärten und Schulen sowie die Gedichte- und Geschichtenleser verdient. Sie alle seien unentgeltlich aufgetreten.

Um das leibliche Wohl der Besucher hätten sich täglich die Mitglieder des Heimat- und Trachtenvereins mit ihrem Glühweinausschank und Frau Sommerer mit ihrem mobilen Bratwurststand gekümmert. Großer Dank gelte der Feuerwehr. Sie habe täglich für die Sicherheit gesorgt und den Verkehr umgeleitet. Ein Extra-Danke sagte Härtl an die Adresse von Brunhilde Fehlner. Sie habe im Vorfeld die gesamte Organisation der Fensterln und Musikgruppen übernommen und koordiniert. Mit Leben erfüllt und so erst lebendig gemacht hätten allerdings die Besucher den Adventskalender. Ausdrücklich unterstrich Härtl den sozialen Charakter des “Lebendigen Adventkalenders”. Der Abschlussabend sei die letzte Gelegenheit, für das „Ernst-Naegelsbach-Haus“ zu spenden. Die Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen und deren Familien Unterstützung in schwierigen Situationen, z.B. bei traumatischen Erfahrungen durch Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung, bei aggressiven Verhaltensweisen oder Unsicherheit und Ängstlichkeit, bei Entwicklungsrückständen im sozialen, emotionalen Bereich, grenzenlosem Verhalten, ständigen Konflikten innerhalb der Familie usw.. Härtls Dankesworten schloss sich der stellv. Trachtenvereinsvorsitzende Alfred Naber vollinhaltlich an, ebenso Regisseurin Christina Wisneth. Sie lobte vor allem die schauspielerischen Leistungen ihres Ensembles als auch die Verdienste der Bühnenbauer.

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