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Nachricht vom 2010-02-23
Verfasser: Josef Birner  
Schulverband im Kaolinbecken

Gemeinsame Sitzung der SPD Hirschau und Schnaittenbach

Hirschau. „Wie können die Hauptschulen im Kaolinbecken erhalten und aufgewertet werden?“, mit dieser Frage befassten sich die SPD-Stadträte der beiden Nachbargemeinden bei einer gemeinsamen Sitzung im SPD-Bürgerbüro in Hirschau.
Eingangs gaben die Fraktionssprecher Georg Dobmeier und Josef Birner einen Sachstandsbericht über die Beschlusslage in den jeweiligen Stadtratsgremien. So habe Schnaittenbach mit 9:8 Stimmen einen Beitritt zu einem großen AOVE-Schulverband abgelehnt und damit ein Zeichen gesetzt, erläuterte Georg Dobmeier. Man wolle in Schnaittenbach kein halb leer stehendes Schulhaus, das erst vor einigen Jahren mit einem hohen Aufwand ausgebaut worden sei. Auf der anderen Seite müssten die Hauptschüler über weite Strecken zu den jeweiligen Schulstandorten gefahren werden. Schon jetzt fahren täglich 400 bis 500 Kinder aus den beiden Städten Hirschau und Schnaittenbach bis zu 20 km täglich an die weiterführenden Schulen in Amberg, Sulzbach-Rosenberg und Nabburg, ergänzte MdL Reinhold Strobl. Besonders an den Realschulen gebe es eine große räumliche Enge. Als erfolgreich bezeichnete Georg Dobmeier die bisherige Zusammenarbeit der Hauptschulen Hirschau, Schnaittenbach und Freudenberg. Er plädierte dafür, dieses Modell beizubehalten.

Noch klarer tendiere der Hirschauer Stadtrat in Richtung kleiner Schulverband, erläuterte Fraktionssprecher Josef Birner. Hier wollten alle Fraktionen einen Zusammenschluss mit Schnaittenbach und Freudenberg. Lediglich Bürgermeister Drexler fahre einen einsamen und schwer verständlichen Zick-Zack-Kurs, verdeutlichte Stadtrat Günther Amann. Ohne jegliche Abstimmung mit dem Stadtrat habe er in der Presse erklärt, „wir haben gar keine andere Alternative“ zum Zusammenschluss mit Vilseck und Hahnbach und er „rechne deshalb mit einem Beschluss zugunsten des Schulverbunds Obere Vils/Ehenbach“. Es sei unverantwortlich, dass Bürgermeister Drexler in so wichtigen Fragen eigenmächtige und von niemand gewollte Positionen nach außen vertrete. Die wohnortnahe Hauptschule sei ein wesentlicher Bestandteil des schulischen Angebots im ländlichen Raum. Für die Entwicklung Hirschaus erfolge hier eine Weichenstellung von nicht absehbarer Tragweite.

Auf Antrag der SPD habe schließlich eine geplante Klausurtagung des Stadtrates nicht zum Thema Energie, sondern zum Thema Schule stattgefunden. Dabei sei sehr schnell klar geworden, dass alle Stadtratsfraktionen gemeinsam mit den Elternvertretern eine kleine Lösung mit Erhalt der Hirschauer Hauptschule, verbunden mit einem Angebot an Mittelschulkursen wollten. Ab da sei auch Bürgermeister Drexler auf diese Linie eingeschwenkt.

Zur Frage, wie der Landtag zu dieser sogenannten Hauptschulreform stehe, informierte Reinhold Strobl, dass es dazu bislang weder ein Gesetzt noch einen Vertragsentwurf zu den angestrebten Hauptschulverbünden gebe. Damit sei auch die Kostenfrage ungeklärt. Vielmehr habe das Kultusministerium die Angelegenheit am Landtag vorbei an die zuständigen Schulämter delegiert. Den betroffenen Gemeinden riet Strobl zu vorsichtiger Zurückhaltung. „Keiner stimmt einem Vertrag zu, den er gar nicht kennt“.

Die SPD-Stadträte kamen überein, dass mit der Gemeinde Freudenberg erneute Verhandlungen mit dem Ziel der Fortsetzung der bisherigen Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Schulverbund geführt werden sollten. Beim Kultusministerium solle unter Hinweis auf die besondere Situation im Kaolinbecken ein regional geeignetes Schulmodell beantragt werden. Beibehalten und noch erweitert werden sollten praxisnahe und berufsorientierte Fachrichtungen. Zusätzlich solle dieses Schulmodell so mit Lehrerstunden ausgestattet werden, dass mittlere Schulabschlüsse möglich wären. Ein gemeinsames Konzept sollte baldmöglichst unter Einbeziehung von Schulleitungen, Eltern und Fachverbänden erarbeitet werden. Die Federführung dabei könne bei der Stadt Hirschau liegen.

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